Tesla-Chef Musk führt SolarCity unter sein Dach

Tesla-Chef Musk führt SolarCity unter sein Dach

Tesla-Chef Elon Musk mit Familiensinn: SolarCity mit seinen beiden Cousins soll unter seinem Dach einziehen und somit in der Familie bleiben - Investoren teilen das Familienglück mit gemischten Gefühlen.

Elon Musk kommt seinem Ziel näher, nicht nur in der Autoindustrie als Batteriehersteller die große Nummer zu spielen, sondern auch mit Stromspeichern für Häuser und Unternehmen zu reüssieren. Tesla hat nun mit einem Milliarden schweren Übernahmeangebot bei SolarCity angedockt - eine Art Familienzusammenführung.

Palo Alto (Kalifornien. Batterien für die E-Autos zu bauen ist Elon Musk zu wenig. Er will höher hinaus. Der US-Elektroautohersteller Tesla will mit E-Autos sowie Solar- und Elektrotechnik auch für Haushalte und Unternehmen das große Geschäft machen. Die umstrittene Übernahme der Ökostromfirma SolarCity ist nur noch Formsache. Am Montag haben sich beide Unternehmen auf einen Kaufpreis von etwa 2,6 Mrd. Dollar (2,3 Mrd. Euro) geeinigt. Der Kaufpreis soll in eigenen Aktien beglichen werden. Die Absegnung des Deals bis zum vierten Quartal ist nur noch Formsache, das die Aktionäre und das Management von SolarCity nun über das Angebot.

Tesla hatte erstmals im Juni angekündigt SolarCity zu übernehmen. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Vor allem bei Großinvestor Jim Chanos wirft Tesla-CEO Musk Interessenkonflikte vor. Lyndon Rive und Peter Rive, CEO und CTO von SolarCity, sind die Cousins von Tesla-Chef Musk, der auch gleichzeitig noch Chairman von SolarCity ist. Alle drei hatten 2006 das Unternehmen gegründet. Außerdem wird Musk vorgeworfen, dass er bei Tesla nicht auf die Kosten achtet.

Aber auch die kapitalmäßige Verflechtung ist den Kritikern ein Dorn im Auge. Musk noch immer eng mit SolarCity verbandelt. Er ist mit 22,5 Prozent größter Hauptaktionär des Solartechnikunternehmens. An Tesla hält Musk übrigens selbst 26 Prozent Aktien.

Doch Musk hat die vergangenen Wochen so die Werbetrommel geschlagen, dass die Zweifel der Aktionäre in der Zwischenzeit gebändigt wurden. Gegen alle Zweifel halten die drei Top-Manager, dass die Eingliederung rund 150 Mio. Dollar an Kostenersparnis bringe.

Das nächste Mosaiksteinchen

Den Zusammenschluss sieht Musk daher auch völlig losgelöst und emotionslos als "No Brainer", dessen Vorteile für Unternehmen und Aktionäre sich von selbst erschließen. Für den Tesla-CEO würde somit ein weiteres Mosaiksteinchen eingefügt werden, dass er mit seinem Masterplan definiert hat. Die Solartechnologie von SolarCity könnten in Tesla eingegliedert vor allem die Energiesparte ergänzen.

Tesla bietet seit vergangenem Jahr Stromspeicher für Haushalte und Unternehmen an. Mit SolarCity verspricht sich das Unternehmen zusätzliches, vor allem rasches Wachstum und Umsatz, was das Unternehmen dringend nötig hat. Denn auch die Anleger werden zunehmend unruhiger, auch wenn Mus ein Meister der Ankündigungen wortgewaltig immer wieder beschwichtigen kann. Die Umsätze hatten sich zuletzt nicht so entwickelt haben, wie es ungeduldige Anleger gerne sehen. Kürzlich hatte Tesla angekündigt, die Erwartungen der Analysten nicht zu erfüllen, wie es angekündigt wurde.

Ein verhängnisvoller Unfall mit Todesfolge eines Tesla-Autolenkers hat abermals Zweifel genährt. Zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes mit einem querenden LKW den hat der Tesla-Fahrer den "Autopilot" eingeschaltet. Die Sensoren des Tesla-Autos hatten den LKW als Hindernis nicht erkannt; das Auto war ungebremst in den LKW gecrasht. Erneut werden die Zweifel genährt, ob der E-Autopionier seine eigenen Vorgaben überschätzt hat. Und vor allem die Öffentlichkeit zu spät vom Unfall und seinen Umständen informiert hat.

Der Komplett-Anbieter

Der Elektro-Autopionier will jedenfalls nach der Autoindustrie vor allem auch den Energiemarkt kräftig aufmischen. Und sich als Komplettanbieter in Szene setzen. Soll heißen: Tesla liefert nicht nur eine E-Auto unter der eigenen Marke mit Akkus aus Eigenfertigung, sondern auch Speichersysteme für die Häuser, mit denen die Autofahrer zuhause den notwendigen Strom über ihre Solardächer erzeugen und speichern, um ihre E-Autos selbst aufladen zu können.

Tesla-Chef Musk hatte erst kürzlich den Grundstein für die fünf Milliarden Dollar teure im Bundesstaat Nevada gelegt. Dieses Vorhaben soll nun mit der Übernahme von SolarCity ergänzt werden.

Die Bekanntgabe der Übernahme von SolarCity hat indes Investoren nicht vom Sessel gehauen. Der Solartechnik-Ausrüster kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 2,45 Milliarden Dollar - die Aktie sackte am Montag um rund sechs Prozent ab. Tesla mit einem Marktwert von 34,6 Milliarden Dollar, notierte mit 0,7 Prozent am Montag im Minus.

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