StVo: Die Neuerungen für Fahrrad- und Scooter-Fahrer

StVo: Die Neuerungen für Fahrrad- und Scooter-Fahrer

Die Novelle der Straßenverkehrsordnung gewährt Rad- und E-Bikefahrern mehr Rechte, erlaubt Kindern früher alleine Rad zu fahren und definiert klar wo Scooter, Dreiräder oder Inline-Skates benutzt werden dürfen und wo nicht.

Das Zusammenspiel von Fahrradfahrern, Autofahrern und Fußgängern ist nicht immer einfach und in vielen Punkten auch nicht immer klar. Die 30. Novelle zur Straßenverkehrsordnung soll nun genauere Regelungen schaffen, die bisherigen vereinfachen und das Vorwärtskommen auf selbst betriebenen Rädern, Rollern, Inline-Skates oder Cargo-Bikes im Straßenverkehr genauer definieren.

Die wichtigsten Änderungen per 1. April 2019:

1. Einrodnen: Reißverschluss-System für Radfahrer
Zukünftig müssen Radfahrende und damit auch E-Biker am Ende des Radfahrstreifens nicht mehr warten und anderen Verkehrsteilnehmern den Vorrang geben, sondern dürfen sich im Reißverschlusssystem in den Verkehr einordnen. Langes Warten an der Kreuzung hat damit für Fahrradfahrer ein Ende. Damit gelten auch für Radfahrer normale Vorrangregeln.

2. Rechtsabbieger haben Vorrang
Fahrradfahrer, die ihre Fahrtrichtung beibehalten oder nach rechts einbiegen, haben nun den Vorrang gegenüber entgegenkommenden, nach links einbiegenden Fahrzeugen. Fahrzeuge, die ihre Fahrtrichtung beibehalten, haben den Vorrang auch gegenüber aus derselben Richtung kommenden, nach rechts einbiegenden Fahrzeugen.

3. Auf Schutzwegen radeln verboten
Fahrradfahren auf Schutzwegen der Fußgänger ist ab 1. April streng verboten, mit Ausnahmen, wenn links und rechts des Schutzwegs Quermarkierungen angebracht sind.

4. Breitere Fahrräder wie City Cargos auf Radwegen nun erlaubt
Bisher durften nur Fahrräder die höchstens 80 cm breit waren am Radweg unterwegs sein. Seit dem 1. April sind auch Fahrräder mit einem Anhänger, die bis zu 100 cm breit sind erlaubt. Davon profitieren etwa jene, die Kinder in einem Cargo Bike transportieren. Mehrspurige Fahrräder, die nicht breiter als einen Meter sind, dürfen nun ebenfalls am Radweg fahren, ansonsten müssen sie die Fahrbahn, die für den übrigen Verkehr bestimmt ist, benutzen.

5. Bis zu 726 Euro Strafe pro fehlendem Ausrüstungsteil
Die Bestimmungen für die Fahrradausrüstung bleiben bestehen: Vorne weiße, hinten rote Reflektoren, gelbe Reflektoren an Pedalen und Speichen, Klingel oder Hupe, zwei voneinander unabhängige Bremsanlagen, Licht bei schlechter Sicht oder Dunkelheit. Wer sein Fahrrad nicht entsprechend ausgerüstet hat, riskiert eine Strafe von bis zu 726 Euro pro fehlendem Teil.

6. Alleine Fahrradfahren ab 9 Jahren
Seit dem 1. April dürfen Kinder mit einem Radfahrausweis bereits ab dem 9. Geburtstag alleine Radfahren, sofern sie die 4. Schulstufe besuchen. Bisher war das erst ab zehn Jahren erlaubt. An der Helmpflicht für Kinder unter zwölf Jahren ändert sich nichts.

7. Tretroller-Fahren ab 8 Jahre
Für Kinder sind seit dem 1. April Roller ohne Antrieb schon ab dem 8. Geburtstag erlaubt. Bisher musste man zwölf Jahre sein oder in Begleitung einer mindestens sechzehnjährigen Begleitperson sein oder jemandem, der seit mindestens zehn Jahren einen Radfahrausweis besitzt.

8. Fahren mit dem Roller
Die Novelle klärt auch, wo mit Rollern, und anderen Geräten, die selbst betrieben werden, gefahren werden darf. So darf man mit Rollern ohne Antrieb, auch Scooter genannt, auf Gehsteigen und Gehwegen, in Fußgängerzonen, in Wohnstraßen und Begegnungszonen fahren. Auch auf Wegen, wo sowohl Fußgänger als auch Radfahrer sich fortbewegen dürfen, sind Scooter zugelassen. Es gilt jedoch ein Fahrverbot auf Straßen.

9. Regeln für E-Scooter
Klarere Bestimmungen für Scooter mit Elektroantrieb, die nicht mehr als 25 km/h erreichen, soll es erst mit der nächste Novelle zur Straßenverkehrsordnung geben. Diese soll ab 1. Juni 2019 in Kraft treten. Diese sollen ab diesem Zeitpunkt Fahrrädern gleichgestellt und dort fahren dürfen, wo auch Fahrräder fahren. Also auf der Fahrbahn, Radfahrstreifen und Radwege. Auch das Fahren gegen die Einbahn - Radfahrer dürfen das bereits - zeichnet sich ab.

10. Bestimmungen für Skateboards, Drei- und Einräder und Go-Carts
Diese Geräte sind laut Gesetz Spielzeuge und dürfen nicht auf Straßen, Radwegen und Radfahrstreifen benutzt werden. Erlaubt ist das Fahren dafür in Fußgängerzonen, auf dem Gehsteig, auf gemischten Wegen, also wo Gehen und Radfahren gestattet ist und in Wohn- und Spielstraßen, aber nur, wenn dadurch der Verkehr auf der Fahrbahn und Fußgänger nicht gefährdet oder behindert werden.

11. Fahren mit Inline-Skates und Rollschuhen
Das Skaten und Rollschuhfahren ist auf Gehsteigen, Radfahrstreifen im Ortsgebiet, in Wohn- und Spielstraßen, Begegnungs- und Fußgängerzonen gestattet. Gegen die Einbahn fahren ist für Skater tabu. Wenn nur eine Straße zur Verfügung steht, ist das Skaten verboten sofern es nicht ausdrücklich erlaubt ist.

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