Studie: Was Autofahrer nervt und gefährdet

Studie: Was Autofahrer nervt und gefährdet

Wenn der Vorausfahrende auf der Autobahn nicht und nicht die linke Spur verlässt und alles blockiert, kann das schon mal ein Grund sein, dass einem die Hutschnur reißt.

Die Generali hat 2.000 Autofahrer gefragt, was sie am meisten aufregt, welche Situationen sie am gefährlichsten einschätzen, welches eigene Verhalten sie als riskant einstufen und welche unterschiedlichen Einschätzungen Frauen und Männer zu diesen Themen ab.

Autofahren gehört für viele zu den nervenaufreibensten Tätigkeiten, zumindest sobald man von anderen Verkehrsteilnehmern gestört oder am Fahren behindert wird. Oder sogar das eigene Verhalten nicht frei von Fehlern ist. Die Generali hat nun in einer groß angelegten Umfrage 2.000 Autofahrer, über jene Verhaltensweisen befragt, die sie im Straßenverkehr als gefährlich einschätzen, die besonders nerven und die ihnen gelegentlich selbst passieren.

Welche Situationen Autofahrer als besonders gefährlich einstufen

Zu den Top 3 der gefährlichsten Verhaltensweisen im Straßenverkehr zählen ohne Licht bei Dämmerung unterwegs sein (81 Prozent), den Rechtsvorrang missachten (81 Prozent) und am Steuer mit dem Handy hantieren (80 Prozent). Darin stimmen alle Befragten – ungeachtet des Alters, des Geschlechts oder des Bundeslandes – überein, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung.

Was Autofahrer am meisten aufregt

Wenn Autofahrer auf der Autobahn grundlos die linke oder mittlere Fahrspur blockieren, ist das eine Verhaltensweise die österreichische Autolenker am meisten aufregt. 74 Prozent der befragten fühlen sich davon genervt. Knapp dahinter folgt das Missachten des Reißverschluss-Verfahrens beim Einordnen (73 Prozent). Ebenfalls unter die Top-3-Aufregern im Straßenverkehr sind kolerische Autofahrer. Schnell aufregen und wild hupen, nerven 70 Prozent aller Verkehrsteilnehmer. Am wenigsten fühlen sich die Österreicher von Verhaltensweisen gestört, die ihnen laut eigenen Angaben selbst am häufigsten passieren: Zu schnell fahren regt 24 Prozent der Österreicher auf. 27 Prozent passiert das selbst hin und wieder.

Frauen stören wild gestikulierende Autofahrer am meisten, Männer Blockierer

Was beim Autofahren nervt, darüber gibt es zum Teil deutliche Unterschiede hinsichtlich des Geschlechts und des Alters. Demnach fühlen sich Männer von Autolenkern, die Kreuzungen blockieren, wesentlich stärker genervt als Frauen (Männer: Platz 3 mit 70 Prozent, Frauen: Platz 7 mit 64 Prozent). Frauen hingegen stören wild gestikulierende Autofahrer (Platz 1 mit 76 Prozent), was nur für 64 Prozent der Männer ein Thema ist (Platz 6). Diese Verhaltensweise ist auch Aufreger Nummer 1 bei Unter-30-Jährigen mit 78 Prozent, gefolgt vom Vorfahren in gebildeten Rettungsgassen mit 73 Prozent.

Die drei häufigsten eigenen Vergehen

Zu den drei am häufigsten genannten eigenen „gelegentlichen“ Vergehen im Straßenverkehr zähen zu schnell fahren (gesamt: 27 Prozent, Männer: 32 Prozent, Frauen: 22 Prozent), in eine Kreuzung bei gelber oder roter Ampel einfahren (25 Prozent) und am Steuer mit dem Handy hantieren (19 Prozent). Diese Verkehrssünden werden von den Befragten auch als relativ gefährlich eingestuft und finden sich bei Männern und Frauen gleichermaßen wieder. Mit zunehmendem Alter jedoch treten Unterschiede auf. So spielt das Handy am Steuer bei den älteren Autofahrern eine geringere Bedeutung und befindet sich nicht unter den Top 3 der eigenen Verkehrssünden (50 bis 59-Jährige: 10 Prozent, Über-60-Jährige: 8 Prozent). Dafür liegt das Nicht-Blinken beim Spurwechsel sowohl bei den 50- bis 59-Jährigen als auch bei den Über-60-Jährigen auf Platz 3.
Im Bundesländervergleich zeigt sich, dass die Tiroler (31 Prozent) am ehesten zu schnell unterwegs sind, gefolgt von den Niederösterreichern (30 Prozent) und den Salzburgern und Kärntnern (je 28 Prozent). Beim Missachten des Ampel-Signals liegen die Vorarlberger und Salzburger (je 30 Prozent) zusammen mit den Steirern (29 Prozent) im Spitzenfeld und die Salzburger (27 Prozent) und Kärntner (24 Prozent) geben am häufigsten an, mit dem Handy am Steuer zu hantieren.

Viele nutzen nach wie vor das Handy

Vor kurzem wurden die Strafen für die Nutzung des Handys während der Autofahrt deutlich verschärft. Doch bisher nutzen nach wie vor viele das Mobiltelefon. 25 Prozent der befragten Autolenker geben an, während der Fahrt Handy-Nachrichten (E-Mail, SMS, WhatsApp) zu lesen, 17 Prozent antworten auch auf Nachrichten und sogar 11 Prozent suchen im Internet nach Adressen, Telefonnummern oder Öffnungszeiten. Diese ablenkenden Tätigkeiten nehmen Frauen wie Männer gleichermaßen vor – und das, obwohl mit 98 bzw. 97 Prozent fast alle Befragten der Meinung sind, dass diese Tätigkeiten die Sicherheit im Straßenverkehr beinträchtigen.
Besonders hoch ist die Handy-Nutzung bei den jüngeren Autolenkern. 37 Prozent der Unter-30-Jährigen und 32 Prozent der 30- bis 49-Jährigen lesen Nachrichten während der Fahrt. Auf Nachrichten antworten 26 Prozent der Unter-30-Jährigen und 20 Prozent der 30- bis 49-Jährigen.

Auto & Mobilität

So funktioniert die digitale Vignette

Auto & Mobilität

Autonomes Fahren: Jaguar Land Rover will den Takt vorgeben

Gebrauchte Dieselautos: Der große Preisverfall droht

Auto & Mobilität

Gebrauchte Dieselautos: Der große Preisverfall droht