Studie: 2030 fahren noch immer fast alle Autos mit Verbrennungsmotor

Studie: 2030 fahren noch immer fast alle Autos mit Verbrennungsmotor

Wie werden wir in knapp 15 Jahren unsere Autos in Betrieb halten? Mit Elekto- oder Verbrennersmotor? Die EU will schon mal Quoten vorgeben.

Laut einer Studie des Autozulieferers Magna wird die E-Mobilität sich nicht so rasch durchsetzen, wie von vielen Experten und Politikern prognostiziert. Was die EU plant und welche widersprüchlichen Einschätzungen es zu diesem Thema gibt.

Preise von E-Batterien vor Halbierung

Die Studien, die es darüber gibt, wann die E-Mobilität erstmals einen großen Anteil am Neuwagenmarkt haben wird, sind teils schon recht ambitioniert. So kommt eine Studie "Electric Car Tipping Point" von Boston Consulting zu dem Ergebnis, dass 2030 bereits die Hälfte aller Autos ein Elektro- oder Hyridfahrzeug sein werden. Von 2025 an wird der Absatz von Elektroautos, laut der Studie der Unternehmensberater, stark ansteigen, getrieben von wachsender Nachfrage und sinkender Batteriepreise. So haben sich die Batteriekosten pro Kilowattstunde (KWh) seit dem Jahr 2009 bereits von 700 Dollar je KWh auf 150 bis 175 Dollar pro KWh verringert. Bis 2030 wird ein weiterer Rückgang der Kosten auf 70 bis 90 Dollar je KWh erwartet. Der globale Marktanteil von reinen Elektrofahrzeugen wird sich dadurch mehr als verdoppeln – von sechs Prozent im Jahr 2025 auf 14 Prozent in 2030. So die Prognose.

EU-Politikern fordert 20 Prozent Null-Emissionsfahrzeuge bis 2025

Noch ambitioniert sind manche EU-Politiker. So fordert kürzlich Miriam Dalli, Berichterstatterin im Umweltausschuss (ENVI) des Europäischen Parlaments und damit dort federführend bei der Erarbeitung neuer Gesetze und Ziele, eine Senkung des CO2-Ausstoßes bei Neuwagen um 50 Prozent bis 2030 (gegenüber 2021). Bis 2025 wird ein verbindliches Zwischenziel mit einer Reduktionvon 25 Prozent vorgeschlagen. Gleich hohe Reduktionsraten sollen für leichte Nutzfahrzeuge gelten. Der Bericht fordert eine Streichung der Öko-Innovationen sowie die Abschaffung des Gewichtsparameters. Zudem geht der Bericht von 20 Prozent Zero-Emission-Fahrzeugen im Jahr 2025 und 50 Prozent im Jahr 2030 aus. Sollten Hersteller diese Vorgaben nicht erreichen, soll ein Strafmechanismus greifen. Vorgesehen ist die Verschärfung des individuellen Flottenziels. Faktisch gibt der Bericht also eine Quote vor. Doch noch ist nichts in trockenen Tüchern.


Jegliches Augenmaß verloren

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) zeigte sich von den Forderungen der Sozialdemokratin im EU-Parlament verärgert. "Der von Frau Dalli vorgelegte Bericht lässt jegliches Augenmaß vermissen. Die Forderungen stehen im Widerspruch zu dem politischen Ziel, Wachstum und Beschäftigung in Europa zu stärken", so der VDA in einem Statement.

Magna-Studie: Rund 90 Prozent der Autos werden auch 2030 mit Verbrennungsmotoren fahren

Magna kommt in einer neuen Studie aber nun zu einem ganz anderen Resultat: „Auch 2030 werden noch 87 Prozent aller Fahrzeuge einen Verbrennungsmotor brauchen“, so Albert Lidauer, Vizepräsident von Magna Europa Exteriors. Emissionsfreie KFZ müssen dazu noch deutlich günstiger werden als bisher. Johannes Linderl von Alternative Powertrain bei Magna: “Nur so haben emissionsfreie Kraftfahrzeuge am Markt eine Chance."

Die Mildhybride im Luxussegment kommen

Magna setzt daher stark auf Hybridfahrzeuge. Magna-Europa-Chef Günther Apfalter: „Plug-in-Hybride dienen als Überbrückung bis zum Elektrofahrzeug. Im Premiumsegment werden sich seiner Ansicht nach Mildhybride durchsetzen. Leistungsstarke Modell werden statt dabei statt mit einem 12-Volt-Elektobordnetz mit einem 48-Volt-Netz ausgestattet. Grundausstattung der 48-Volt-Bordnetzstrukturen im Premiumsegment. Mit der neuen Technik sollen große Modelle noch mehr Leistung und Dynamik bieten. Dafür sorgen lange Start-Stopp-Phasen und auch währender Fahrt kürzeres Abschalten des Motors. Statt dessen wird "gesegelt".-

BMW ebenfalls mit konservativen Prognosen

Die Prognosen bei BMW sind ebenfalls äußerst defensiv: Die Münchner gehen davon aus, dass im Jahr 2025 rund 20 Prozent aller verkauften Neuwagen des Unternehmens elektrifiziert sein werden (inklusive Hybride). 80 Prozent werden einen Verbrennungsmotor haben. Das ist ungefähr dasselbe Verhältnis wie heute.

Auto & Mobilität

Gebrauchte E-Auto-Akkus: Recycling für tickende Umweltbomben

Auto & Mobilität

So funktionieren die digitale Vignette und das neue Abo

Auto & Mobilität

Große Qualitätsunterschiede bei Wallboxen für Elektroautos