Strengere Abgastests sorgen für Boom bei Neuwagenkauf

Strengere Abgastests sorgen für Boom bei Neuwagenkauf

Preise drücken was das Zeug hält. Im Autohandel ist derzeit Hochsaison.

Die Auswirkungen des neuen, ab September geltenden Abgastests WLTP sind schwer abschätzbar. Hersteller verschleudern deshalb viele Lagermodelle. Das Ergebnis: Die Kunden stürmen die Autohäuser.

Für die Autohändler läuft es derzeit richtig gut. Nachdem der Absatz im Juni auf über sieben Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen ist, legte der Verkauf im Juli noch stärker zu. Die Zahl der Neuzulassungen stieg auf 13,5 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Laut Statistik Austria wurden 31.476 Personenkraftwagen neu zum Verkehr zugelassen. Vor allem Benziner sind weiter auf der Überholspur und legten um 32,2 Prozent zu. Auch die ersten sieben Monaten sind insgesamt gut gelaufen. Die Neuzulassungen stiegen von Jänner bis Juli 2018 um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 224.337 Stück - ein neuer Rekord.

Absatz von Elektroautos sinkt im Juli deutlich, Diesel-Einbruch verringert sich

Bei den Dieselautos, die im ersten Halbjahr stark nachgaben, hat sich der Rückgang im Juli eingebremst. Sie verzeichneten nur noch ein Minus von 3,5 Prozent. Auch Elektrofahrzeuge waren weniger beliebt, die Neuzulassungen sanken um 8,5 Prozent. Im Zeitraum von Jänner bis Juli verbuchten sie dennoch einen Anstieg von 22,2 Prozent auf einen Anteil von 4,4 Prozent. Der Anteil der Benziner an allen Pkw-Neuzulassungen - diese legten in den ersten sieben Monaten des Jahres um 4,7 Prozent zu -, erhöhte sich auf 54,0 Prozent, jener von dieselbetriebenen Autos sackte auf 41,6 Prozent ab.

Mitsubishi lässt alle hinter sich

Der Boom trifft die Hersteller aber äußerst unterschiedlich. Am meisten kann sich Mitsubishi freuen. Der japanische Hersteller legte beim Absatz gegenüber dem Vorjahreszeitrum um 118 Prozent auf 696 Stück zu. Auf Platz zwei beim Wachstum landete Nissan. Der Hersteller verzeichnete im Juli ein Plus von 67 Prozent auf 927 Stück. Als Autohersteller-Gruppe war im Juli VW mit seinen Marken Skoda und Seat am stärksten. Skoda konnte um 44,3 Prozent mehr Neuwagen absetzen. VW um mehr als 18 Prozent.

Seat: Die Überraschung des Jahres

Seat gelangt im Vormonat mit einer Steigerung von 53 Prozent ein herausragendes Ergebnis. In nur einem Monat haben die Spanier damit in Österreich 1.998 Neuzulassungen abgesetzt. Für die Marke läuft es schon das ganze Jahr bemerkenswert gut. Mit kumuliert 13.952 Neuzulassungen (+32 %) und 6,2 % Marktanteil (+1,3 Prozentpunkte) erreichte Seat erneut Platz drei sowie einen Zulassungs- und Marktanteilsrekord.

Auch Fiat hat ein Top-Monat hinter sich. Das Plus: 42,5 Prozent.

Hersteller wie Mercedes, Audi und Toyota im Juli unter Wasser

Doch längst nicht alle Hersteller sind im Glückstaumel. Für einige Hersteller lief der Juli richtig mies. Mercedes hat im Juli um gut 25 Prozent weniger Autos verkauft als im Vorjahreszeitraum. Bei Audi betrug das Minus fast 18 Prozent, bei Mazda 16 Prozent. Bei Toyota ist mit 12 Prozent unter Wasser.

Im Juli und August liefern sich die Hersteller die Rabattschlacht des Jahres

Doch was steckt hinter dieser Sommerrallye des Autohandels? Und warum lief es für manche Hersteller weniger gut als für andere? Der Grund für den Boom ist das derzeit heißestes Thema in der Autobranche: Der neue Verbrauchsmesszyklus WLTP, der ab September umgesetzt sein muss. Um den neuen Standards gerecht zu werden, müssen alle Modell- und Motorenvarianten bis dahin neu typisiert werden. Alle Neuwagen-Modelle, die bis dahin nicht neu typisiert worden sind und nach der neuen Messmethode, die aktuelle Euro-6-Norm nicht erfüllen, dürfen nicht mehr angeboten werden, weshalb viele Hersteller derzeit viele Lagermodelle mit Hochdruck in den Markt pressen. Viele davon mit ansehnlichen Rabatten. Siehe auch Trend.at-Artikel: "Rabattschlacht des Jahres: Bis zu 8.900 Euro Rabatt auf Neuwagen."

Hohe Verkaufszahlen: Reiner Vorzieheffekt

Dass die Absatzzahlen auch im Herbst hoch bleiben, glaubt Christian Pesau, Geschäftsführer des Arbeitskreises Automobilimporteure nicht. "Die hohen Verkaufszahlen sind Vorzieheffekte aufgrund des neuen Prüfzykluses." Wie stark die Zuwächse der einzelnen Hersteller sind, hängt unter anderem mit neuen Modellen, die gerade auf den Markt kommen zusammen, aber derzeit auch wie viele Lagerautos sie auf Halde haben und wie hoch die Preisnachlässe sind, die so das Geschäft ankurbeln. Wenn also derzeit einzelne Marken in der Absatzstatistik nicht so glänzen wie andere, kann das bedueten, dass sie derzeit weniger oder gar keine Rabatte locker machen als andere und so weniger absetzen.

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