Stickoxid-Reinigung bei Diesel bald besser im Griff?

Stickoxid-Reinigung bei Diesel bald besser im Griff?

Bei Temperaturen unter 15 Grad minus war bisher bei der Reinigung von schädlichen NOx-Stoffen Schluß.

Bisher konnte der Ausstoß von Stickoxiden bei tiefen Temperaturen nur zum Teil, das soll sich nun mit neuen Motoren ändern. Wann und welche Dieselautos derzeit noch am meisten der gesundheitsschädlichen NOx-Werte ausstoßen.

Derzeit läuft eine große Diskussion über den Stickoxidausstoß von Diesel-Fahrzeugen. Der Gesetzgeber hat bei bisher verwendeten Motoren eine "schwammige" Definition der Abgasreinigung zugelassen und damit den Autofirmen ermöglicht, nur in eng begrenzten Bereichen die NOx-Reinigung voll zu aktivieren. Für Österreich heißt das: Den Großteil des Jahres ist die Abgasreinigung eingeschränkt.

Bisher am Markt befindliche Motoren werden nur am Prüfstand bei 20 Grad Außentemperatur getestet. Die bisher üblichen Motoren führen Abgase wieder in den Motor zurück und verbrennen sie ein zweites Mal, was zu einer deutlichen Verringerung des NOx-Ausstoßes führt. Allerdings ist diese Rückführung stark von der Außentemperatur abhängig. Nur bei Temperaturen zwischen 15 und 33 Grad funktioniert dies etwa im geprüften Umfang. Bei VW beispielsweise wird unter 15 Grad die Rückführung des Abgasstroms auf 85 Prozent verringert.

In Österreichs Landeshauptstädten hat es untertags 60 Prozent des Jahres und in der Nacht sogar 75 Prozent des Jahres niedrigere Temperaturen als 15 Grad (bzw. hin und wieder auch höhere als 33 Grad). Die Abgasrückführung und damit die NOx-Reduktion ist in dieser Zeit eingeschränkt.


Wobei auch andere Kriterien, die NOx-Reinigung beeinträchtigen: Ab einer gewissen Meereshöhe wird die Abgasrückführung eingeschränkt. In den ersten Minuten nach dem Start funktioniert sie noch nicht, weil der Motor bzw. die Abgase noch kalt sind. Das führt vor allem nach dem Start in Städten zu einer höheren Belastung. Auch bei Vollgas auf der Autobahn oder bei Bergfahrten funktioniert die NOx-Reinigung nicht so, wie es der Test am Prüfstand glauben lässt.

Daraus und aus der Tatsache, dass in Westeuropa immer größere Autos mit entsprechend höherem Abgasausstoß gekauft werden, lässt sich rasch erklären, warum die Stickoxid-Belastung an Straßen nicht gesunken ist, obwohl immer modernere Fahrzeuge verwendet werden. "Wir haben uns immer gewundert, warum die Stickoxidbelastung trotz der angeblichen Abgasreinigung bei den Dieselfahrzeugen nicht heruntergeht", hatte der Wiener Umweltmediziner Manfred Neuberger unlängst gesagt.


Mit neuen Motoren verspricht die Industrie eine Verbesserung der Situation. Dann soll das sogenannte "Temperaturfenster", in dem die Stickoxidreinigung zur Gänze aktiv ist, bis in die Minusgrade hineingehen. Allerdings wird die Prüfung unter realen Bedingungen auf der Straße (RDE-Test/Real Driving Emissions) für derzeit schon typisierte Fahrzeuge erst ab September 2019 verpflichtend. Neu typisierte Autos müssen ab September 2017 den RDE-Test bestehen, der dafür aber Anfangs (bis 2020) mehr als doppelt so hohe Emissionen zulässt wie der jetzige Labortest.

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