SsangYong Rexton: Der Geheimtipp unter den XL-SUVs

SsangYong Rexton: Der Geheimtipp unter den XL-SUVs

Der neue SsangYong Rexton: 4,85 Meter langer SUV mit großen Ambitionen.

Test Drive: Der neue SUV aus Korea, der SsangYong Rexton, hat bei Qualität und Design einen Quantensprung hingelegt. Trend.at hat das neue Flaggschiff und großen Hoffnungsträger der Marke getestet.

Die Südkoreaner scheinen derzeit durch nichts aufzuhalten zu sein. Ob die Ausrichtung der olympischen Spiele oder Unternehmen wie Samsung, Hyundai, Kia und LG. Das asiatische Land spielt in vielen wirtschaftlichen Bereichen bereits in der Königsklasse mit. Nun will ein weiterer Konzern der asiatischen Halbinsel nach ganz oben. Diesmal ist es der Autobauer SsangYong, derzeit noch der kleinste Autobauer des Landes. Der jährliche Absatz ist zwar mit 160.000 Stück noch gering, soll aber bis zum Ende der Dekade auf 250.000 Fahrzeuge steigen. Dazu soll das Geschäft im Ausland ankurbelt und die Produktpalette auf Vordermann gebracht werden. Noch sind Zahl der Händler und verkaufte Wage, wie in Österreich, unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Aber das soll sich auch hierzulande ändern. Das Händlernetz soll innerhalb nur eines Jahres auf 30 verdoppelt werden. Siehe auch Artikel: SsangYong: Günstiger Allrad-Profi startet in Österreich neu durch

Großer Auftritt, kleiner Preis

Für den nächsten Wachstumsschritt wurde das Flaggschiff der Marke, der Rexton, komplett neu überarbeitet. Trend.at hat den XL-SUV, den neuen Hoffnungsträger der Koreaner, getestet.
Der Preis, der ab 39.900 Euro beginnt, ist für einen SUV, der mit 4,85 Meter in der Königsklasse mitspielt, schon einmal exzellent. Alleine bei dieser Größe kommen nicht mehr viele Anbieter mit, darunter der BMW X5 oder der Land Rover Discovery. Bei BMW muss man dafür schon deutlich tiefer in die Tasche greifen bereit sein mindestens 62.500 Euro hinzulegen. Der Kampf um die Kunden dürfte aber ohnehin eher unter Konkurrenten wie dem Hyundai Grand Santa ausgetragen werden. Den gibt es allerdings auch erst am einer Einstiegssumme von 52.490 Euro.

Ähnlich wie Hyundai vollzieht SsangYong, sowohl bei Optik als auch bei der Qualität einen Quantensprung, wenn auch zeitverzögert. Der neue Koloss auch Korea sieht richtig gut aus - und ist, im Gegensatz zum Vorgängermodell, optisch in der Gegenwart angekommen. Schon die Proportionen sind stimmiger als beim letzten Mal, die Rundungen gefällig. Die gelungene optische Komposition liegt wohl auch daran, dass die italienische Designerschmiede Pininfarina Hand anlegt hat.

Bequem und stark

Im Rexton thront man auch bequem. Die Sitze ungefähr auf der Höhe eines Klein-Lkws, sind erstklassig gepolstert, bieten ausreichend Seitenhalt und die Beine haben jede Menge Platz. An der Übersicht mangelt es bei einem mannshohen Fahrzeug wie diesem ohnehin nicht. Die Kraft um Wohnwägen, Pferde oder Yachten zu ziehen, sollten bei dem 2,2 Liter-Diesel mit 178 PS auch halbwegs ausreichen.

Luxus made in Asia

Der Rexton ist nicht nur riesig, es ist auch ein schmucker Ort für Passagiere. Armaturen aus Chrom-, hochwertigem Kunststoff und Holz-Applikationen verströmen gediegenen Luxus. Bei Dunkelheit wird stylische Ambiente-Beleuchtung geboten. Und auch das Cockpit spielt alle technischen Raffinessen der Neuzeit. Alles andere als Billigware aus, das da verbaut ist. Und die ist auch ordentlich verarbeitet.

Beim Multimediasystem fährt der Underdog der Autobranche mit alteingesessenen Herstellern ebenfalls mittlerweile auf Augenhöhe. Der 9,2 Zoll großer Touchscreen sticht nicht nur optisch wohltuend ins Auge, er ist leicht zu bedienen, Apple CarPlay oder Android Auto sind bereits an Bord. Praktisch sind auch Tools, wie die Batterieanzeige des Handys am Fahrzeugdisplay. Bei so manch anderen Automarken kann es schon mal passieren, dass plötzlich das Gespräch abreißt, weil es am Multimedia-Display keinen Hinweis darauf gibt, wie viel Strom das Handy noch den Akku betreibt.

Riesiger Stauraum

Wem ein großer Stauraum wichtig ist, liegt beim Rexton genau richtig. Dieser fasst 1.977 Liter und lässt sich, durch die ebene Fläche bequem beladen. Selbst 2,10 Meter lange Kastenbretter, der Längs nach verladen, müssen - nach dem Umlegen der zweiten Sitzreihe - nicht aus Platznot zwischen die beiden Vordersitzen geklemmt werden. „Das ist auch selten“, befindet der Möbelpacker eines Einrichtungshauses beim Beladen eines solchen. Wer statt mehr Platz im Kofferraum lieber eine dritte Sitzreihe möchte, kann sich diese dazu bestellen.

Ganz neben bei verschafft man sich mit dem neuen Super-SUV leicht Respekt. Da schiebt schon mal in engeren Passagen ein anderer Verkehrsteilnehmer rasch und ohne jede Diskussion sein Auto zurück, wenn man mit diesem Koloss seinen Weg kreuzt.

Nützliche Assistenzsysteme

Um den Komfort beim Fahren muss man sich auch keine Sorgen machen, um den kümmern sich zahlreiche elektronische Assistenten. Auf Wunsch wird das Lenkrad und die Sitze beheizt. Auch zur Vorbeugung brenzliger Situationen wird einiges getan. Es gibt neun Airbags, einen Assistenten, der hilft die Spur zu halten, einen der notfalls bremst, ein anderer erkennt beispielsweise die Verkehrszeichen. Ebenfalls dabei: Toter Winkelassistent, Meldung von Querverkehr, Einparkassistent und Lenkradfernbedienung. Einen adaptiven Tempomat sucht man allerdings vergeblich.

Was die Technik betrifft ist der Rexton noch von altem Schrot und Korn. Wie der Land Rover hat der SUV aus Korea noch eine echte Untersetzung und kann auch auf 4 Radantrieb umschalten und so bei Bedarf ohne große Mühe über Schotterpisten brettern oder überschüssigen Schnee beim Ausparken einfach plattwalzen, und weiter geht die Fahrt. Der 2,2 Liter-Diesel mit einer Kraft von 178 PS ist zwar kein Spritsparwunder, aber dafür mit einem ganz ordentlichen Drehmoment von 400 Netwonmetern ausgestattet und steht damit beispielsweise dem BMW X5 um nichts nach.

Insgesamt merkt bei man beim Rexton an allen Ecken und Enden an, dass der Eigentümer von SsangYong, der indische Fahrzeughersteller Mahindra, für den Relauch der SUV-Marke kräftig in die Schatulle gegriffen hat. So sollen für Neuentwicklungen wie den Rexton bis 2020 gut 900 Millionen Dollar locker gemacht werden. Für das neue Flaggschiff dürfte es sich schon einmal lohnen. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Qualität und Design sind auf der Höhe der Zeit. Zudem gibt es für drei Jahre ab Erstzulassung europaweit eine Mobilitätsgarantie. Diese beinhaltet Pannenhilfe, Bergung, Übernachtungskosten, Ersatzfahrzeug und Rückführung eines Fahrzeugs. Die Marke hat so die besten Voraussetzungen um in Europa ins Rollen zu kommen.

Daten SsangYong Rexton
Preis: ab 39.900 Euro
Preis Testfahrzeug Rexton Dream 5 Sitze ab 41.600 Euro
Länge: 4,85 Meter
Höhe: 1,86 Meter
Hubraum: 2.157 cc
Max. Drehmoment: 400 Newtonmeter
Antrieb: Diesel

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