SsangYong: Günstiger Allrad-Profi startet in Österreich neu durch

SsangYong: Günstiger Allrad-Profi startet in Österreich neu durch

SsangYong-Österreich-Importeurschef Alessandro Chieppi (l.) und SsangYong-Markenmanager Maurizio Melzi bei der SsangYong-Präsentation im Wiener Palais Coburg. Erstmals in Österreich gezeigt wurde der neue Rexton. Der Groß-SUV soll auch die premiumverwöhnten Fahrer ansprechen. Die Preise sollen aber deutlich unter der Konkurrenz liegen.

Die koreanische SUV-Spezialist SsangYong will in Österreich das Wachstum kräftig ankurbeln. Der italienische Importeur der Marke will mit neuen SUV-Modellen in hochwertiger Qualität und deutlich niedrigerem Preisen als vergleichbare Produkte den Markt aufmischen. Neue Händler und eine neue, größere Zentrale in Wien sollen das Wachstum forcieren.

Die koreanische Automarke SsangYong will in Österreich, nach zwei gescheiterten Versuchen, nun erfolgreich durchstarten. Dazu hat der Importeur der Marke groß ins Wiener Palais Coburg geladen. Die Ziele sind ambitioniert. So soll die Marke, die in Österreich im Vorjahr rund 100 Neuwagen abgesetzt hat, bis 2020 einen Marktanteil von einem Prozent erreichen. Dazu soll das Händlernetz von derzeit 15 innerhalb eines Jahres verdoppelt werden, ebenso stark soll das Wachstum zulegen. "Im Vergleich zum August des Vorjahres haben wir dieses Ziel bereits erreicht", erklärt Alessandro Chieppi, Geschäftsführer von SYMA Autohandel, die die Marke in Österreich vertreibt. Derzeit ist unter anderem Wiesenthal in Wien-Wieden Vertragspartner von SsangYong. Weitere Partner finden sich unter anderem in Bruck/Mur, Herzogenburg, St. Veit an der Glan, Großenzersdorf, Abtenau und Landeck.

Um das Wachstum auch organisatorisch auf solide Beine zu stellen, will der Importeur zehn neue Mitarbeiter einstellen. Im Zuge der Vergrößerung des Unternehmens ist auch der Umzug der Österreich-SsangYong-Zentrale von Klagenfurt nach Wien geplant. Um die Bekanntheit der Marke zu steigen, wollen die Koreaner unter anderem an der Vienna Autoshow von 11. bis 14. Jänner 2018 teilnehmen.

Mit gutem Preis-Leistungsverhältnis den Markt aufmischen

Gute Wachstumschancen sieht Ssang-Yong-Importeur Chieppi unter anderem deshalb, da die Marke ausschließlich auf das stark wachsende SUV-Segment fokussiert ist. „Der Markt wird immer größer und wir haben eine breite Produktpalette dafür.“ Um als "last Comer", also einem, der als letzter den Markt betrifft, dennoch Marktanteile zu gewinnen, sind die Modelle, nach Angaben von Chieppi, deutlich billiger als vergleichbare Konkurrenzmodelle. Die Qualität kann sich dennoch sehen lassen. Wer einen asiatischen Plastikbomber erwartet, der irrt. Das Äußerliche ist gefällig, die Innenausstattung gediegen und auch das Design entspricht immer mehr dem europäischen Geschmack.

Indischer Eigentümer, deutsches Know How, italienisches Design

Die Marke SsangYong, hierzulande noch relativ unbekannt, produziert in Korea seit 60 Jahren Fahrzeuge und ist heute der viertgrößte Autohersteller des Landes. Die Koreaner versuchen für ihre Modelle das Beste aus allen Welten zusammenzuführen. Um den europäischen Technik-Standards gerecht zu werden, ist das Unternehmen eine Partnerschaft mit Daimler eingegangen, damit das Design auch in Europa Anklang findet, wurde 2016 das renommierte Designstudio Pininfarina engagiert. "Die Qualitätskontrolle ist wie bei einer deutschen Marke", sagt Luca Ronconi, Chef des italienischen Automobilimporteuers Keolliker, zu dessen Tochtergesellschaft der Austro-SsangYong-Importeur SYMA zählt. Das Geld für all das kommt aus Indien. Denn der Eigentümer von SsangYong, das auf koreanische „zwei Drachen“ heißt, ist seit 2010 der indische Automobilkonzern Mahindra. Diese beiden Drachen sollen, nach einer Sage nach, solange beharrlich an der Himmeltür gewartet haben, bis sie gemeinsam eingelassen wurden. Der Markenname soll deshalb Eigenschaften wie Zuverlässigkeit und Standhaftigkeit symbolisieren.

SsangYong-Importeur ist der größte unabhängige Autoimporteur Italiens

Die Keolliker-Gruppe, der Importeur der hinter SYMA steckt, ist wie SsangYong in Asien, in Europa ein großer Player. Die seit 65 Jahren bestehende Gruppe ist der größte unabhängige Autoimporteur Italiens und einer der größten in Europa. So importierte und verkaufte Koelliker in den vergangenen 18 Jahren rund 500.000 Hyundai, innerhalb von acht Jahren 360.000 Seat, in zwölf Jahren 300.000 Kia und 360.000 Mitsubishi. Insgesamt hat Koelliker in Italien bereits 1,9 Millionen Autos verkauft.

Aushängeschild Rexton ab Oktober bei den Händlern

Insgesamt hat SsangYong derzeit sechs Modelle im Programm. Im Oktober soll das neue Premium-Modell Rexton, das Aushängeschild der Marke, als Facelift bei Österreichs Händlern stehen. "Das Modell soll unser Markenbotschafter werden", erläutert Maurizio Melzi, europäischer Brand Manager von SYMA Autohandel. Der 4,8 Meter lange SUV-Riese verfügt über 2,157 ccm Hubraum, vier Zylinder und braucht auf 100 Kilometer 6,8 Liter Diesel. Die 4x4 Technik läuft nicht ständig mit, sondern ist bei Bedarf zuschaltbar. Der Rexton wird aber auch ohne Allrad-Technik angeboten. Die Preise dafür wurden noch nicht bekannt gegeben. Fest steht jedoch, dass der Rexton in Deutschland unter den großen SUVs das Modell ist, das laut der Analyse von „bär & fess forecasts“ nach vier Jahren aktuell den geringsten Wertverlust aufweist.

SsangYong Tivoli: Harter Konkurrent für Dacia Duster

Generell gibt es alle Modelle der Marke wahlweise mit 4x4- und 2x4- Antrieb. Das absatzstärkste Modell ist der Tivoli. Der Kompakt-SUV, der Türöffner für den europäischen Markt, hat gerade jetzt, mit der Ökoprämie von Ssang-Yong das Zeug gerade günstigen Marken wie Ducia kräftig zuzusetzen. So gibt es den qualitativ solide gebauten Tivoli derzeit inklusive SsangYong-Ökoprämie von 2.000 Euro und fünf Jahre Garantie zum Preis von 11.900 Euro. Zum Vergleich: Der Dacia Duster kostet 11.990 Euro. Der Preis dürfte sich auch bei Dacia nicht ändern, denn eine Prämie hat der Hersteller bisher keine angeboten. Und der koreanische Kompakt-SUV verfügt nicht nur über ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern sieht auch schick aus, ist unter anderem – sowohl außen als auch innen - im trendigen Bicolour erhältlich. Auch die Features können sich sehen lassen: ergonomisch, sportliches Lederlenkrad, die Sitze sind schon in der Standardausführung aus Leder, bieten guten Komfort und verfügen auch über den nötigen Seitenhalt. Obwohl der Tivoli nur Kompakt-Größe aufweist, haben, durch die umklappbare zweite Sitzreihe bis zu drei Golftaschen in diesem vergleichsweise kleinen Auto Platz.

Kollisionswarner, Bremsassistent, Berganfahrhilfe, Rückfahrkamera und Reifendruckkontrolle

SsangYong-Fahrer stehen auch eine Vielzahl von Assistenzsysteme zur Verfügung. Selbst beim Tivoli werden je nach Ausstattungsvariante, elektronische Helfer wie Kollisionswarner, Bremsassistent, Berganfahrhilfe, Rückfahrkamera und Reifendruckkontrolle angeboten. Selbst in der niedrigsten Ausstattungs-Linie " Start" sind Notbremsassistent, Berganfahrthilfe, Überschlagschutz und Stabilitätskontrolle im Preis von aktuell 11.900 Euro inbegriffen. Für so wenig Geld, kriegt man wohl selten ein so hochwertiges Auto. Auch Airbags und elektronische Fensterheben vorne und hin sind im Basispreis inkludiert. Rückfahrkamera, USB-Ausgang, Touchscreen, Leichtmetallfelgen und Dachspoiler gibt es erst ab der dritten Ausstattungsstufe.

Bis 2020, wenn die Infrastruktur für Elektroautos bereits deutlich weiter ausgerollt sein soll, wollen die Koreaner auch Hybrid- oder Elektroauto anbieten.

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