Spritverbrauch: Angaben weichen immer stärker von der Realität ab

Ernüchternd: 51 Prozent weicht der tatsächliche Spritverbrauch laut einer Untersuchung von LeasePlan von den Herstellerangaben über den Verbrauch ab.
Ernüchternd: 51 Prozent weicht der tatsächliche Spritverbrauch laut einer Untersuchung von LeasePlan von den Herstellerangaben über den Verbrauch ab.

Ernüchternd: Um durchschnittlich 51 Prozent weicht der tatsächliche Spritverbrauch laut einer Untersuchung von LeasePlan von den Herstellerangaben ab.

Der Firmenwagen-Manager LeasePlan untersuchte fünf Jahre lang den tatsächlichen Verbrauch von 39.000 Firmenautos und verglich die Werte mit den offiziellen Normverbrauchsangaben der Hersteller. Das Ergebnis ist desaströs.

In der Automobilbranche gehört es zu einem Facelift eines Modells oder der Präsentation einer neuen Generation dazu, dass die Hersteller neben neben optischen Verfeinerungen und neuen technischen Raffinessen auch eine Reduktion des Kraftstoffverbrauchs bekanntgeben.
von meist um die 20 Prozent. Doch was ist an diesen Angaben dran? Stimmen diese Angaben, die mit technischem Fortschritt argumentiert werden, auch mit der Realität überein?

Das auf Fuhrpark- und Fahrzeugmanagement spezialisierte Unternehmen LeasePlan hat die Angaben einem Reality-Check unterzogen und ist dabei zu einem ernüchternden Resümee gekommen. "Technische Fortschritte in diesem Punkt gibt es tatsächlich, doch der Fortschritt in puncto Kraftstoffverbrauch kommt auf der Straße nicht an“, zieht von Nigel Storny, Geschäftsführer von LeasePlan Österreich, trocken den Schluss aus der in Deutschland durchgeführten Untersuchung.


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LeasePlan hat dafür über fünf Jahre hinweg bei 39.000 Autos der gängigsten Marken den Spritverbrauch unter realen Fahrbedingungen getestet und die entsprechenden Durchschnittswerte analysiert. Als Parameter wurden der vom Hersteller angegebene Normverbrauch, der tatsächliche Verbrauch und die prozentuelle Abweichung des Ist-/Soll- Verbrauchs gemessen. Den Messungen zufolge ist der Spritverbrauch von Fahrzeugen im Echtbetrieb nicht gesunken, sondern, wie Stornay betont: „Der tatsächliche Spritverbrauch ist über die Jahre konstant geblieben."

Im Schnitt über sechs Liter Verbrauch

2010 hatten die Hersteller bei ihren Modellen noch einen durchschnittlichen Normverbrauch von 5,17 Liter pro 100 Kilometer angegeben. Im Vorjahr waren es nur noch durchschnittlich 4,47 Liter. Demnach hätte der durchschnittliche Vebrauch über alle Hersteller hinweg ebenfalls um 0,7 Liter sinken müssen. Doch das ist den LeasePlan Messungen zufolge nicht der Fall: Der tatsächliche Kraftstoffverbrauch lag im Jahr 2010 im Durchschnitt bei 6,75 Liter pro 100 Kilometer und genau bei dem selben Wert lag er auch im Jahr 2015 immer noch.

Abweichungen der Angaben um 51 Prozent

Ebenfalls festgestellt wurde, dass die Angaben der Hersteller immer stärker von der Realität abweichen. Zu Beginn der Aufzeichnungen von LeasePlan im Jahr 2010 lag der Unterschied zwischen den Herstellerangaben und dem tatsächlichen Spritverbrauch bereits bei 30,5 Prozent. Lange wurde eine Abweichung von rund 20 Prozent im Schnitt angenommen. Doch davon ist man mittlerweile kilometerweit entfernt: Zwischen den Spritverbrauchsangaben der Hersteller und dem tatsächlichen Verbrauch klafft nun eine Lücke von 51 Prozent. Der Spritverbrauch ist daher, wie es die LeasePlan-Studie nahelegt, nur auf dem Papier deutlich gesunken.

Features steigern Verbrauch

Wie sehr die technischen Errungenschaften der Hersteller tatsächlich einen Beitrag zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs leisten, lässt sich schwer herausrechnen. Fakt ist, dass die durch den technischen Fortschritt möglichen Einsparungen beim Spritverbrauch oft durch andere Errungenschaften wieder zunichte gemacht werden.

So werden die Autos etwa bei Facelifts tendenziell größer und schwerer, was sich negativ auf den Spritverbrauch auswirkt. Hinzu kommt, dass immer mehr technische Features in die Fahrzeuge verbaut werden. Diese wirken sich ebenfalls auf den Verbrauch aus. Dadurch wird die Steigerung der Effizienz beim Spritverbrauch egalisiert“, erklärt Storny.

Zu beobachten ist nach Angaben von LeasePlan in manchen Fällen außerdem, dass Modelle nach Umstellungen auf höhere Abgasnormen, wie von EU5 auf EU6, auch höhere Verbrauchswerte aufweisen. „Um dennoch den Spritverbrauch zu drosseln rät Storny Unternehmen zu einer einheitlichen Car-Policy, da die damit verbundene gezielte Fahrzeugauswahl entscheidend für den Verbrauch der Flotte sei. „Auf diese Weise können wir den Flottenverbrauch um knapp drei Prozent reduzieren“, argumentiert Storny.

Wie man Täuschungen der Hersteller verhindern kann

Aufgrund der großen Differenzen zwischen den Angaben der Hersteller, bei denen die Modelle für die Sprittest nur Minimalanforderungen an die Belastbarkeit erfüllen müssen, plädiert LeasePlan-Österreich-Manager Storny daher für Messverfahren das sogenannte ‚Real-Driving‘-Konditionen entspricht. „Nur so kann man Täuschungen vermeiden." Gerade für Unternehmen sind realistische Angaben über den Spritverbrauch ihrer Flotte wesentlich.

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