Spritpreise: Teurer Treibstoff für Auto-Gesamtkosten wenig relevant

Treibstoff, Benzin oder Diesel, ist aktuell etwa doppelt so teuer wie während der Corona-Krise 2020. Modellrechnungen des ADAC und des ÖAMTC zeigen, dass die Spritpreise bei den Fahrzeug-Gesamtkosten dennoch kaum ins Gewicht fallen.

Spritpreise: Teurer Treibstoff für Auto-Gesamtkosten wenig relevant

Die extrem gestiegenen Spritpreise lassen so manchen Autofahrer an der Tankstelle zusammenzucken. Immer häufiger werden große Umwege zu billigeren Tankstellen gemacht, im Burgenland teils bis ins Ausland nach Ungarn. Doch das lohnt sich längst nicht immer. Denn auch wenn die Spritkosten besonders unmittelbar zu spüren sind, machen sie in der Regel nur einen kleinen Teil der Ausgaben pro gefahrenem Kilometer aus.

Das hat zur Folge, dass die gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegenen Spritpreise die Kostenbilanz für Autofahrer nur geringfügig verändert haben. Der Unterschied zum Vorjahr liegt bei nur rund 1o bis maximal 20 Prozent.

VW Golf: Treibstoff macht nur rund 20% der Gesamtkosten aus

Nachrechnen lässt sich das etwa mit der "Auto-Info" Datenbank des ÖAMTC, bei der die Gesamtkosten der Fahrzeuge berechnet werden. Eine Modellrechnung zeigt, dass der Spritpreis wenig Einfluss auf die Gesamtkosten des Autobesitzes hat. Der Kostenanteil für Kraftstoff macht nämlich bei den meisten Modellen nur zwischen 10 und 20 Prozent der Kosten aus, abhängig von der Fahrleistung. Der größte Brocken ist entfällt auf den. Abhängig vom Fahrzeug entfällt darauf oft mehr als die Hälfte der gesamten Kosten.

Eine Beispielrechnung für den VW Golf VIII R-Line mit 1,5 Liter 96 kW (131 PS) TSI Benzin-Motor. Der Neupreis für das Auto liegt bei 29.560 €. Mit einem Normverbrauch von 5,9 Liter auf 100 Kilometer hat das Modell laut Hersteller den geringsten Verbrauch in der aktuellen Golf-Modellpalette.

Die ÖAMTC-Gesamtkostenrechnung zeigt, dass bei einer Fahrleistung von jährlich 20.000 Kilometern der Wertverlust in den ersten 6 Jahren 46 % der Gesamtkosten ausmacht und auf den Kraftstoff trotz der aktuell hohen Preise nur 22 % entfallen. Von den verbleibenden Gesamtkosten entfallen 16 % auf Wartungskosten, 7 % auf die motorbezogene Versicherungssteuer, 5 % auf sonstige Nebenkosten und 4 % auf die Haftpflichtversicherung. Eine Vollkasko-Versicherung ist dabei noch nicht einkalkuliert.

Modellrechnung für einen VW Golf VIII: Die Kosten für Treibstoff machen nur 22 % der Gesamtkosten aus. Für eine vergrößerte Darstellung auf die Abbildung klicken.

Modellrechnung für einen VW Golf VIII: Die Kosten für Treibstoff machen nur 22 % der Gesamtkosten aus. Für eine vergrößerte Darstellung auf die Abbildung klicken.

Gebrauchtwagen: Treibstoff macht nur rund 10% der Gesamtkosten aus

Der deutsche Autofahrerclub ADAC kommt bei seinen Berechnungen der Gesamtkosten für verschiedenste Fahrzeugmodelle auf ähnliche Ergebnisse. Die aktuellen Spritpreisen fallen demnach wenig ins Gewicht. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Einfluss der Spritpreise auf die Gesamtkosten überraschend gering.

Das trifft auch auf Gebrauchtwagen zu, bei denen der Wertverlust deutlich geringer ist, was auch die Kosten pro gefahrenem Kilometer deutlich senkt. Wer ein vier Jahre altes Auto kauft und weitere vier Jahre fährt, kommt laut ADAC bei einem Diesel der unteren Mittelklasse mit Spritpreisen des vergangenen März auf gesamtkosten von 34,3 Cent pro Kilometer. Aktuell wären es 39 Cent - ein Unterschied von gut 13 Prozent. Mit einem gebrauchten Benziner der Kompaktklasse-Benziners wären es mit Preisen des März 2021 noch 37,6 Cent pro Kilometer - jetzt sind es 41,2 Cent oder knapp 10 Prozent mehr.

Spritpreis in der Vergangenheit in Relation teurer

Inflationsbereinigt waren Treibstoffe in Österreich zudem in der Vergangenheit zudem schon teurer als jetzt. Auch wenn der Tankstellenpreis vergangene Woche zum ersten Mal überschritten wurde.

Gemessen am Einkommen waren die Spritpreise etwa 2012 höher als heute, 2008 waren sie ähnlich hoch wie heute, wie Berechnungen von Agenda Austria und des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifi zeigen.

Mit Stand 7. März gaben die Menschen in Österreich rund fünf Prozent ihres monatlichen Nettoeinkommens für 1.000 Kilometer mit dem Auto aus. 2020 waren es sowohl bei Diesel als auch bei Benzin unter 4 Prozent. 2012 waren es bei Benzin über sechs Prozent und bei Diesel 5,5 Prozent. Schon 2005 gaben Benzin-Fahrer 5,5 Prozent ihres Nettoeinkommens für 1.000 Kilometer aus.

Oder anders gerechnet: Berücksichtigt man die gestiegene Kaufkraft, dann musste ein Industriearbeiter 1980 für einen Liter Benzin im Schnitt 7,6 Minuten arbeiten, 2010 waren es 5,2 Minuten, 2019 4,2 Minuten und im Coronajahr 2020, als die Ölpreis weltweit einbrachen, sogar nur 3,4 Minuten. Hinzu kommt, dass der Spritverbrauch sparsamer Autos über die Jahre stetig sank.

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