So starten Fiat und Maserati in die Elektrozukunft

So starten Fiat und Maserati in die Elektrozukunft

Maserati Aliferi, eine Studie für ein elektrisch betriebenes Luxus-Coupé.

Fiat Chrysler, zuletzt wegen einer etwas überholten Produktpalette in Kritik, will zurück ins Rampenlicht und investiert fünf Milliarden Euro in die Überarbeitung und Elektrifizierung seiner Produktpalette. Der Luxusautohersteller Maserati ist mit an Bord.

Die italienischen Autobauer FCA mit den Marken Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Abarth und Mitbewerber Maserati haben Großes vor und kooperieren deshalb nun. Ab 2020 werden die ersten zu 100 Prozent elektrisch gebauten Modelle der beiden italienischen Marken Fiat und Maserati in Serie gehen.

Die Serienfertigung beginnt im zweiten Quartal 2020, als erstes Auto soll der Fiat 500 electric auf dem Genfer Autosalon im Frühjahr Premiere haben. Der Elektro-Fiat soll auf einer neuen Plattform basieren, die speziell für Elektroautos entwickelt wurde. Die Markteinführung ist für Juli 2020 angesetzt. Zum Start ist eine Produktion von 80.000 Fahrzeugen pro Jahr vorgesehen. Produziert wird im Werk Mirafiori in Turin, wo dann auch die ersten vollelektrischen Maseratis gebaut werden sollen.

Fünf Milliarden für die Zukunft

Insgesamt wird Fiat Chrysler in den Jahren 2019 bis 2021 mehr als fünf Milliarden Euro in Italien investieren, um die gesamte Produktpalette zu überholen. Zuletzt ist der Konzern wegen seiner Modelle schon schwer in Kritik gestanden. FCA hatte scheinbar den Anschluss verloren und geht nun daran, den aufzuholen.

Geplant sind 13 komplett neue oder umfassend überarbeitete Modelle, im Rahmen der Elektrifizierungsstrategie sollen zudem zwölf Elektro-Fahrzeuge präsentiert werden. Die sollen entweder auf bestehenden Modellen aufbauen oder Neuentwicklungen sein. Die Entwicklung und die Produktion sollen zur Gänze in Italien erfolgen. "Alle neuen Produkte werden 100 Prozent italienisch sein", betont FCA .

Beim neuen Partner, dem Luxusautobauer Maserati, ist ein elektrischer Viertürer ähnlich dem Quattroporte oder der kleinere Ghibli geplant. Neue Konkurrenz für den Porsche Taycan und die Tesla-Modelle S und 3. Der Ghibli soll zunächst hybridisiert werden. Ein Sport-Coupé, wie die Studie Alfieri (siehe Bild) nahelegt, dürfte ein Hybrid oder Plug-In-Hybrid mit PS-starkem Benzinmotor werden.

Die Maserati-Modelle dürften weiterhin den Namen GranTurismo und GranCabrio tragen. Neu hinzu kommen soll auch ein Modell, dass dem Porsche Macan und dem Tesla Model Y Paroli bieten soll. Die italienische Sportwagenschmiede will aber auch das autonome Fahren vorantreiben und verabschiedet sich vom Diesel.

Die Sache mit dem Strom

„Die Automobilindustrie steht vor einer Phase tiefgreifender Änderungen. Einer der wichtigsten Trends ist dabei die Elektrifizierung", sagt Pietro Gorlier, operativer Chef von Fiat Chrysler Automobiles (FCA). Der Erfolg der E-Autos steht und fällt aber mit funktionierenden Lösungen im Bereich der Batterie-Technologien und des Lade-Managements

Für die Montage der E-Autobatterien richtet FCA daher nun im Turiner Werk Mirafiori einen "Battery Hub" ein. Die Anfangsinvestitionen dafür liegen bei 50 Millionen Euro. Im Batterie-Techzentrum sollen auch die Qualitätskontrolle und Komponenten-Tests erfolgen. Es werden auch Prototypen gefertigt und verschiedene Experimente durchgeführt. Für die Batteriemontage werden auch sogenannte kollaborative Roboter, die mit Menschen gewissermaßen Hand in Hand arbeiten, eingesetzt. FCA kooperiert dabei mit dem eigenen Tochterunternehmen, dem Roboterhersteller Comau

Eine weitere Kooperation für die E-Mobilitätsangebote von FCA wurde mit dem italienischen Energieversorger Terna vereinbart. Teil der Partnerschaft ist der Aufbau eines Labors für Elektro-Mobilität am Sitz von Terna in Turin. Dort sollen Möglichkeiten erforscht werden, wie Leistung und Kapazität der Energiespeicher von Elektro-Fahrzeugen dazu genutzt werden können, die Stabilität des italienischen Stromnetzes zu sichern.

Für die seit Jahren diskutierte Problematik, dass die Belastung des Stromnetzes stark ansteigt, wenn zu bestimmten Tageszeiten gleichzeitig viele Elektro-Fahrzeuge an Ladestationen angeschlossen werden, sollen dort Tests durchgeführt und Lösungen gefunden werden. So soll intelligentes Management der Ladeinfrastruktur helfen, Lastspitzen auszugleichen und die Flexibilität des gesamten Systems zu erhöhen.

Ebenfalls nicht neu, aber für Energieversorger immer noch eine harte Nuss ist ist "Vehicle-to-Grid"-Idee, nach der E-Autos in einem dezentralen Stromnetz variable Speicher sein können und bei Stromspitzen im Netz laden, also Energie aufnehmen, falls notwendig aber auch Energie abgeben. So könnten Schwankungen im Stromnetz ausgeglichen werden und die Stabilität der gesamten Versorgung gesteigert werden. "Diese Technologie ist ideal, um die Nachhaltigkeit und die Leistungsfähigkeit des Stromnetzes insgesamt zu verbessern", betont FCA-Vorstand Golier.

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