Selbstfahrende Autos: „Aufwand immens, Preise unerschwinglich“

Selbstfahrende Autos: „Aufwand immens, Preise unerschwinglich“

Fast die Hälfte der Befragten haben stark negative Gefühle beim Gedanken an selbstfahrende Autos.

Die Zeit in der selbstfahrende Autos die Straßen bevölkern, schien zum Greifen nahe. Doch nun dämpfen Experten die Hoffnung, dass sich die Technik in wenigen Jahren und für Durchschnittsverbraucher erschwinglich bald durchsetzen wird. Warum Skepsis angebracht erscheint.

Vor zehn Jahren nahm die Revolution ihren Ausgang. Dort hatte man sich zum Ziel gesetzt komplett selbstständig fahrende Vehikel zu entwickeln. „Diesen Ansprüchen sind nun realistischen Versionen gewichen“, so Martin Lück, Leiter Kapitalmarktstrategie der US-Investmentgesellschaft BlackRock.

Fahrer muss mit Sensoren überwacht werden
Einige Hersteller ringen mit Level drei. Auf dieses Level übernehmen Fahrzeuge temporär die Kontrolle. Bereits dafür muss der Fahrer aber mit Sensoren überwacht werden. Hat dieser beispielsweise die Augen offen und schläft nicht? Um das festzustellen, überwachen Kameras die Augenstellung des Fahrers. Schließlich muss im Notfall das Kommando wieder an den Lenker zurückgegeben werden können. Eine weitere größere technische Herausforderung ist es die Straßen-, Wetter- und Verkehrsverhältnisse zu analysieren.

Negative Gefühle im Zusammenhang mit autonomen Fahren überwiegen derzeit noch deutlich.


Der technologische Aufwand ist immens

so Lück in einer Analyse. BlackRock schätzt die Kosten pro Fahrzeug allein für Sensoren, Kameras und Prozessoren nach derzeitigen Preisen auf etwa 50.000 Euro. „Alleine diese Preise sind für die meisten potentiellen Nutzer unerschwinglich“, urteilt der Investmentexperte. Zudem existiert etwa in Deutschland zurzeit noch keine gültige Zulassung für Autos der Stufe drei.

Vertrauen der Nutzer fehlt
Noch vor kurzem erwarteten etliche Experten selbstfahrende Fahrzeuge würden schon in wenigen Jahren die Straßen dominieren. „Das erscheint aus heutiger Sicht unrealistisch“, befindet Lück. Dazu fehle laut einer repräsentativen Umfrage auch das Vertrauen der Menschen in die Technik. Bisher scheinen Assoziationen mit autonomen Fahrsystemen eher negativ, die Akzeptanz gering (siehe Charts).

Unfallwahrscheinlich noch zu hoch
Ein Problem sind auch die Unfälle, die diese Autos derzeit immer wieder noch produzieren. „Vermutlich werden sich selbstfahrende Fahrzeuge erst durchsetzen, wenn ihre Unfallwahrscheinlichkeit, vor allem bei Personenschäden, statistisch geringer ist als bei menschengelenkten Autos“, glaubt Lück. Erst dann werden auch Versicherungsunternehmen ihre Prämien entsprechend anpassen. „Bis dahin dürften aber noch einige Jahre vergehen. Das wird unter anderem auch der deutschen Automobilindustrie Zeit verschaffen, sich anzupassen“, erwartet der BlackRock Kapitalmarktexperte.

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