Schweizer Innovation für Wasserstoff-Tankstellen

Schweizer Innovation für Wasserstoff-Tankstellen

Wasserstoff könnte der Treibstoff der Zukunft sein. Eine Schweizer Innovation soll die Verbreitung beschleunigen.

Eine neue Entwicklung der ETH Lausanne soll Wasserstoff-Tankstellen in Privathaushalten ermöglichen und so dem Wasserstoff-Auto zum Durchbruch verhelfen.

Eine neue Entwicklung der ETH Lausanne verleiht der Idee vom Wasserstoffauto neuen Schwung. Die Technologie soll kleine Wasserstoff-Tankstellen in Privathaushalten ermöglichen und damit ein flächendeckendes Treibstoffnetz.

Ermöglichen soll das ein neuartiger Wasserstoffverdichter, dessen Herzstück aus dem Metallhydrid ZrMn1.5 besteht. Dieses Material speichert Wasserstoff ohne Energiezufuhr. Bei Zufuhr von Wärme gibt es das Gas wieder ab - und zwar mit Hochdruck von bis zu mehreren Hundert Bar.

Diese Eigenschaft wird genutzt, um den Wasserstoff zu verdichten und damit zu verflüssigen, damit er in den Tank eines Fahrzeuges gefüllt und als Treibstoff genutzt werden kann.

Private Wasserstoff-Tankstellen

Mit den kompakten Anlagen soll sich praktisch an jedem Standort - selbst in Privathaushalten - Wasserstoff umweltfreundlich verdichten lassen. Kombiniert mit Wasserstoffgewinnung mittels Elektrolyse - also der Spaltung von Wasser unter Verwendung überschüssigen Stroms aus erneuerbaren Quellen - ließen sich private Wasserstofftankstellen realisieren.

An der kommerziellen Umsetzung der Metallhydrid-Technologie wird mit der international tätigen Messer Group, einem Industriegasespezialisten, zusammengearbeitet. "Die Vision ist, dass wer eine solche Tankstelle zu Hause hat, anderen seinen Wasserstoff anbietet", erklärte Messer-CEO Hans-Michael Kellner. So könnte das ungelöste Problem des fehlenden Wasserstoff-Tankstellennetzes gelöst werden, an dem das Wasserstoff-Auto seit Jahrzehnten scheitert.

Vorteile und Hürden

Der große Vorteil von Wasserstoff als Energieträger ist, dass bei der Verbrennung kein klimaschädliches CO2 , sondern lediglich Wasser entsteht. Wenn der Wasserstoff aus Wasser und mit Strom aus erneuerbaren Energien (Elektrolyse) produziert, ist der gewonnene Energieträger CO2 -frei.

Auch gegenüber dem reinen Elektroauto hat das Wasserstoff-Fahrzeug Vorteile: Weil Wasserstoff eine höhere Energie aufweist als Batterien, ermöglicht es höhere Reichweiten bei einem deutlich niedrigeren Fahrzeuggewicht.

Die neue, in Lausanne entwickelte EPFL-Technologie kann jedoch alleine noch wenig zu einem Wasserstoff-Boom beitragen. Es fehlen nicht nur Tankstellen, sondern auch Autos. In Österreich kann man derzeit nur den Nyundai Nexo und den Toyota Mirai kaufen. Mercedes will mit dem GLC F-Cell ein Wasserstoff-SUV in den Handel bringen, BMW experimentiert seit Jahren mit der Technologie, hat aber noch kein serienreifes Modell im Angebot.

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