Rolls Royce: „Downsizing kommt in unserem Sprachschatz nicht vor“

Rolls Royce: „Downsizing kommt in unserem Sprachschatz nicht vor“

Peter Schoppermann, Rolls-Royce-Direktor, vor dem neuen Hoffnungsträger der Marke, dem Cullinan

Trend.at traf Peter Schoppenmann, Direktor bei Rolls Royce, und sprach mit ihm über den Cullinan, das erste SUV- und Allrad-Modell der Marke, seine Einstellung zu Downsizing und Hybrid-Fahrzeugen.

Für die werten Kunden und denen, die Kunden werden wollen, ist Rolls Royce kein Weg zu weit. Wenn Interesse an einer der Nobelkarossen besteht - erhältlich ab 233.000 Euro, netto wohlgemerkt – reist ein Abgesandter des Hauses auch gerne persönlich mit einem Probewagen an. „Die Kontakte kommen häufig auf Vermittlung von Freunden und Bekannten zu Stande. Die Community, die als Käufer in Frage kommt, ist ohnehin überschaubar“, erzählt Peter Schoppenmann, Direktor bei Rolls Royce. In Österreich verfügt Rolls Royce zudem über keinen eigenen Händler. Der nächste ist in München.

Erster SUV als große Absatzchance

Bei rund 4.000 pro Jahr verkaufter Autos weltweit ist aber ohnehin nicht mit einem unbotmäßigen Andrang zu rechnen. Die Nachfrage wächst jedoch beständig. „Der langfristige Trend zeigt nach oben“, so Schoppenmann. 2019 bestehen jedoch beste Chancen, dass die Verkaufszahlen noch einen kräftigen Tick stärker ausfallen als sonst. Seit wenigen Wochen steht nämlich der Rolls Royce Cullinan, der erste SUV der britischen Marke, in den Verkaufshallen.

Testbericht zum ersten SUV in der Geschichte von Rolls Royce

Der nach dem größten jemals gefundenen Diamanten benannte SUV ist auch das erste Auto in der 112-jährigen Geschichte des Unternehmens mit Allradantrieb und Heckklappe. „Das neue Fahrzeug ist eine große Absatzchance. Die Zielgruppe wird durch den SUV größer und jünger“, ist der Rolls-Royce-Verkaufsexperte überzeugt. In Wien stand der Hüne von einem Rolls Royce sogar erstmalig auf einer Automesse. Interessenten daran kommen nicht nur aus Österreich, sondern auch aus den umliegenden Staaten, weiß Schoppenmann. Man munkelt, dass schon über 1.000 Stück bestellt wurden. Zum Vergleich: Der "Ghost", bisher das beliebteste und günstigste Modelle der Marke, wurde im ganzen Vorjahr weltweit nur rund 1.000 Mal verkauft. Der Grundpreis mit allen Steuern für den Cullinan liegt bei rund 320.000 Euro, exklusive NoVa. „Schon jetzt erhält das Modelle jedenfalls große Aufmerksamkeit“, so der Rolls-Royce-Direktor.

Präsenz und klare Linienführung

Das liegt schon an der enormen Präsenz, die der SUV ausstrahlt. Das Modell ist nicht nur über fünf Meter lang, sondern auch 2,6 Tonnen schwer. Die Front hat bis an die vorderste Spitze, auf der die sogenannte Spirt of Ecstasy, die verchromte Bronzefigur - das Markenzeichen des Herstellers - thront, fast die selbe Höhe. Biegungen im Blech? Überflüssig.

„Für uns stand ein elegantes Erscheinungsbild mit großer Präsenz im Vordergrund. Deshalb haben wir uns für eine klare Linienführung entschieden“, so Caroline Krismer, Projektleiterin des Rolls Royce Cullinan. Harte optische Brüche sucht man deshalb vergeblich. Selbst die Scheinwerfer sind weder rund noch flach nach hinten geschlitzt, sondern wie das gesamte Auto, rechteckig. Die Türen lassen sich, typisch für Rolls Royce, zueinander öffnen, was einen großzügigen Blick in die Weiten des Innenraums ermöglicht.

Innenansicht des Cullinan: Luxus so weit das Auge reicht, beim Thema autonomes Fahren allerdings nicht ganz auf der Höhe der Zeit.

Innenansicht des Cullinan: Luxus so weit das Auge reicht, beim Thema autonomes Fahren allerdings nicht ganz auf der Höhe der Zeit.

Ebenso wuchtig der Motor. Der Zwölfzylinder mit seinen 850 Newtonmetern Drehmoment verspricht mit seinen 571 PS Leistung nicht nur gepflasterte Straßen elegant zu nehmen, sondern auch Offroad, im Geländefahrmodus und Allradantrieb, locker voranzukommen.

Österreicherin als Projektleiterin

Cullinan-Projektleiterin Krismer ist übrigens Österreicherin. Sie leitete die gesamte Entstehung des SUVs, vom ersten Konzept über das Design, bis hin zur Fertigung von Prototypen und der Übergabe des serienreifen Autos an die Produktion. „Von der Idee bis zum serienreifen Modell hat es fünf Jahre gedauert“, erzählt Krismer. Nicht nur Ideen von Designern und Ingenieuren sind in die Entwicklung eingeflossen. „Wir haben auch unsere Kunden nach ihren Vorstellungen und Wünschen befragt“, so die studierte Maschinenbauerin, die schon bei Magna Steyr an der Konstruktion des Audi TT mitwirkte und bei der Fertigung des Maserati Grand Tourismo und des Alfa Romeo Stelvio dabei war.

Den Brexit fürchtet Schoppenmann nicht, wenn er auch mit Konsequenzen, nicht nur für Rolls Royce, sondern für den Automarkt insgesamt, rechnet. „Die Briten werden mit einem Austritt aus der EU aber zurechtkommen, allerdings braucht es dazu ein konkretes Szenario, auf das man aufbauen kann. „Doch darauf warten wir seit zwei Jahren“, ärgert er sich. Bei der britischen Autoschmiede ist man daher mangels konkretem Austrittsszenario auf alle Eventualitäten vorbereitet: „Wir haben, wenn alle Stricke reißen, nicht nur einen Plan B, sondern auch einen Plan C und D in der Schublade.“

„No“ zu Hybrid-Fahrzeugen

Eines ist jedoch gewiss: Hybrid-Modelle soll es bei Rolls Royce jedoch keine geben. „Diesen Zwischenschritt lassen wir aus“. Die Elektrifizierung von Modellen sei der nächste Schritt, wenn dieser auch erst im nächsten Jahrzehnt erfolgen soll. Bis dahin verbraucht der Cullinan etwa gut 15 Liter Super auf 100 Kilometer.

Auf die Frage ob Downsizing von Modellen, also das Verkleinern des Hubraums aus Spritspargründen, eine Option sei, rümpft der Rolls-Royce-Mann nur die Nase. „Dieses Wort kommt in unserem Sprachschatz nicht vor.“ Betont jedoch die gesetzlichen Vorgaben für die gesamte Flotte, etwa was Stickoxide und CO2 -Ausstoß betrifft, sehr wohl einzuhalten. „Gemeinsam mit unserer Muttergesellschaft, der BMW Gruppe“, ergänzt Schoppenmann: Zusammengerechnet stimmt dann der Flottenausstoß wieder.

In Österreich werden Rolls Royce übrigens nur serviciert und repariert. Das findet unter dem Dach des BMW-Händlers in Wien Heiligenstadt statt, der einzigen direkten Niederlassung der BMW-Gruppe in Österreich. Auch beim Service kommt man der Bequemlichkeit der Kunden in höchstem Ausmaß entgegen. Für Rolls-Royce-Besitzer, die sich nicht selbst dort mit ihrem Fahrzeug einfinden wollen, gibt es einen Hol- und Bring-Service.

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