"Preise für Benzin- und Dieselautos werden signifikant steigen"

In den nächsten 15 Jahren bleibt in der Autobranche kein Stein mehr auf dem anderen. Schon 2025 könnten die Hälfte aller verkauften Autos mit einem Elektroantrieb ausgestattet sein. Warum 2016 der große Wendepunkt für Elektroautos gewesen sein dürfte und in China jetzt schon die Neuzulassungen für E-Autos deutlich hochgehen. Und wie ernüchternd die aktuellen Zulassungszahlen am E-Markt derzeit in anderen Ländern noch sind. Auch in Deutschland, trotz Förderprämie.

"Preise für Benzin- und Dieselautos werden signifikant steigen"

Elektroautos derzeit noch für viele unverschwinglich und zu umständlich in der Handhabung, soll dennoch die Zukunft gehören. Forscher sagen warum 2016 der Turning Point war.

Der Kauf von Elektroautos kommt weltweit, bis auf eine Ausnahme, nicht vom Fleck. Doch das soll sich laut einer neuen Studie des Center of Automotive in Bergisch Gladbach ab den 2020erJahren ändern.
Dass die Nachfrage nennenswert steigen kann, zeigt sich am Beispiel Chinas. „Der Markt für E-Mobilität wird derzeit maßgeblich von China getrieben, während das Wachstum in den meisten anderen Märkten nur langsam voranschreitet“, analysiert Stefan Brazel, Professor im Center of Automotive.

2016 wurden im Land der Mitte rund 507.000 E-Autos (Reine E-Autos, Hybride und Plug-Ins) abgesetzt. Das ist zwar noch immer vergleichsweise gering, aber der Anstieg gegenüber dem Jahr davor lag immerhin bei 53 Prozent, wenn der Marktanteil insgesamt jedoch noch immer bei 1,8 Prozent der Neuzulassungen dahin tümpelt.

Metropolen steigen auf E-Busse um

Vor allem in den Großstädten Chinas werden immer öfter elektrische Busse eingesetzt. Der Verkauf dieser Busse erhöhte sich 2016 auf rund 115.000 Einheiten. Auffällig auch, dass die Zahl rein elektrisch betriebener Fahrzeuge mit 409.000 Einheiten (81%) weit höher ist als die von Plug-In-Hybriden (PHEV), die nur auf 98.000 Einheiten (19%) kommen.

China baut sich seine Elektromobile selbst

Die meisten Neuzulassungen betreffen jedoch nicht international bekannte Modelle von BMW, Nissan & Co sondern von lokalen Herstellern. Insbesondere BYD stellt mit den Modellen Tang, Qin und e6 die Top drei. In den Top-20 der meistverkauften Modelle findet sich außer Tesla kein ausländischer Hersteller.

Hersteller werden für reichweitenstarke E-Autos belohnt

„Es spricht vieles dafür, dass China Leitmarkt für E-Mobilität bleiben wird und das mit hohem Abstand zu anderen Ländern“, glaubt Brazel. Insbesondere die Einführung eines Quotensystems für E-Fahrzeuge, das derzeit im Entwurf vorliegt, wird seiner Einschätzung nach dazu beitragen. Danach müssten die Hersteller eine Elektroauto-Quote von 8 Prozent im Jahr 2018 und 12 Prozent im Jahr 2020 erreichen. Diese Quote errechnet sich anhand eines Punktesystems in Abhängigkeit zu den Reichweiten der E-Fahrzeuge errechnet wird.

USA hinken bei E-Neuzulassungen China weit hinterher

In den USA erfreuen sich Elektroautos zumindest steigender Beliebtheit. So stieg das Wachstum im Vergleich zu 2015 um 38 Prozent gestiegen.Doch die Zahl der Gesamtzulassungen ist mit 157.000 E-Fahrzeuge im Vorjahr ist nach wie vor bescheiden. Davon wurden rund 84.000 batterieelektrische Fahrzeuge abgesetzt (+18%). Marktführer ist Tesla, auf deren Modelle S und X mehr als die Hälfte der Verkäufe entfallen, gefolgt von Nissan Leaf und BMW i3. Im Kommen sind vor allem Plug-in-Hybride. Diese legten im Vergleich zum Vorjahr um 69 Prozent zu. Der Grund dafür sind vor allem die Zuwächse Chevrolet Volt und dem Ford Fusion Energi.

Deutschland: Neuzulassungen bei reinen Elektroautos trotz Prämie rückläufig

In Deutschland ist die bisherige E-Auto Bilanz des Jahres 2016, trotz Förderprämie, ernüchternd. Die Nachfrage konnte nur um sieben Prozent auf 25.154 Elektrofahrzeugen angekurbelt werden. Dabei legen nur die Plug-in Hybride auf 13.744 Fahrzeuge zu (+24%), während mit 11.410 Neuzulassungen die reinen Elektrofahrzeuge (BEV) sogar einen rückläufigen Trend aufweisen (-7,7%). Daran können auch die Anträge auf Förderprämie nichts ändern: Von Juli bis Dezember wurden nur 9.023 Anträge gestellt, wobei 57 Prozent der Anträge auf reine Elektrofahrzeuge entfallen. Unter den reinen E-Mobilen sind der BMW i3 mit 1.567 Anträgen und der Renault Zoe mit 1.550 noch am stärksten nachgefragt. Tesla, der den Basispreis für das Model S auf unter 60.000 Euro abgesenkt hat, um sich für die Prämie zu qualifizieren, konnte den Absatz dennoch nicht ankurbeln. Insgesamt wurden nur für 82 Tesla ein Antrag gestellt.

Massiver Umbruch in der Antriebstechnologie erwartet

Zwar erwarten die Experten des Center of Automotive Management in den nächsten zwei bis drei Jahren auch weiterhin nur moderate Wachstumsraten, "dennoch sollten der geringe Marktanteil nicht über einen massiven Umbruch der Antriebstechnologie in den nächsten zehn bis 15 Jahren bevorstehen", so die Analyse von Autoprofessor Bratzel.


Enorme Eigendynamik beeinflusst die Strategie der Hersteller

„Das Jahr 2016 markiert den ‚Tipping Point‘ für die Durchsetzung der E-Mobilität. Ein Amalgam aus Abgasskandal, nationalen und lokalen Umweltzielen und elektromobilitätsfreundlichen Regulationsinitiativen insbesondere in China hat eine enorme Eigendynamik ausgelöst, die die Strategien der Automobilhersteller massiv beeinflusst.“

25 Millionen Neuzulassungen im Jahr 2025

Im Jahr 2025 wird laut Prognosen des CAM-Instituts im optimistischen Szenario mit rund 25 Prozent und damit rund 25 Millionen jährlich neu zugelassenen Elektro-Autos gerechnet. Konservativ geschätzt, sind es zwölf Prozent. Diese könnten danach bis zum Jahr 2030 auf 40 Prozent, was rund 40 Millionen elektrisch angetriebener Pkws entspricht, steigen. Konservativ geschätzt, sind es 25 Prozent.

Warum die Preise für Benzin und Dieselautos kräftig steigen werden


Die Grundannahme der Mobilitätsforscher: Die Herstellkosten für Benzin- und Dieselfahrzeuge werden sich im Zuge verschärfter Umweltregularien in den nächsten Jahren signifikant verteuern. Die Preise dieser Modelle entsprechend steigen. Gleichzeitig werden die Kosten fürElektrofahrzeuge vor allem durch günstigere Batteriezellkosten pro kWh deutlich sinken und technologische Innovationen insbesondere im Hinblick auf Reichweite und Ladedauer den Kundennutzen erhöhen. Voraussetzung der Szenarien ist auch eine entsprechende Dichte von (Schnell-)Ladeinfrastrukturen in den Kernmärkten China, Europa und USA.

"Planen Full-Service-Leasing für Selbstständige und Private"

Gregor Bilik, neuer Chef des französischen Fuhrparkmanagers und …

E-Autos laden: Streit um Abrechnung nach Zeit oder kWh entbrannt

Die Bundeswettbewerbsbehörde hat Mitte November 2021 mit der Prüfung von …

Österreichischer Automobil-Preis 2021: Die Siegermodelle

Der Volkswagenkonzern hat mit seinen Marken Škoda und Audi beim 38. …

Die Autobahnvignette für 2022 wird wieder teurer

Die digitale Vignette ist seit dem 4. November 2021 erhältlich. Die …