Porsche Holding Salzburg: "Wir haben die Krise gut bewältigt"

Die Porsche Holding Salzburg, Europas größtes Autohandelshaus, zieht Bilanz über das Jahr der Corona-Krise. Obwohl es in allen 29 Ländern, in denen das Unternehmen aktiv ist, COVID-19-bedingte Einschränkungen und Einbußen gab, sieht Hans Peter Schützinger das Unternehmen gut aufgestellt.

Hans Peter Schützinger, Sprecher der Geschäftsführung Porsche Holding Salzburg

Hans Peter Schützinger, Sprecher der Geschäftsführung Porsche Holding Salzburg

Die Corona-Pandemie hat die Automobilindustrie im Jahr 2020 dazu gezwungen, sich einzubremsen und etliche Gänge herunterzuschalten. Weltweit waren Werke wochenlang stillgelegt und Produktionen ausgesetzt. Lockdowns und Reisebeschränkungen schränkten die Mobilität der Menschen ein und Geschäftsreisen waren über weite Teile des Jahres kaum möglich. Und noch immer ist kein Ende der COVID-19 bedingten Restriktionen in Sicht.

Die Bilanz der Porsche Holding Salzburg (PHS), die die Marken des Volkswagen-Konzerns in 29 europäischen Ländern vertreibt und auch in Österreich Generalimporteur des VW-Konzerns ist, spiegelt diese Entwicklung wider. Trotz der schwierigen Umstände kann Hans Peter Schützinger, Sprecher der Geschäftsführung des Unternehmens, aber einigermaßen zufrieden mit dem Erreichten sein: Während der Neuwagenmarkt übers Jahr gerechnet europaweit um 24,2 Prozent und in Österreich sogar um 25,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit 1987 schrumpfte, ging der Neuwagenabsatz der Marken des Volkswagen-Konzerns lediglich um 14,4 Prozent zurück.

Der Gebrauchtwagenmarkt lief hingegen für die Porsche Holding Salzburg trotz der Corona-Pandemie sogar nahezu ungebremst gut weiter. 218.900 verkaufte Gebrauchtwagen bedeuten ein Minus von nur 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und es gibt noch weitere positive Signale. Der Mitarbeiterstand stieg um 3,6 Prozent auf rund 33.000 Mitarbeiter und in der Krise wurden 36 neue Standorte eröffnet. „So gesehen haben wir die Krise gut bewältigt, auch wenn wir deutliche Einbußen beim Neuwagen-Absatz und damit bei den Umsätzen hinnehmen mussten“, sagt Schützinger

Den Blick nach vorne

Obwohl die Krise noch lange nicht überstanden ist und die Porsche Holding Salzburg in den ersten Monaten des Jahres 2021 nur eine sehr langsame Erholung der Märkte erwartet wagt der Sprecher des größten europäischen Autohandelshauses am Ende des Jahres dennoch einen vorsichtig-optimistischen Blick in die Zukunft, auch was den österreichischen Markt betrifft.

Nach nur 245.000 verkauften Neuwägen im Jahr 2020 rechnet Schützinger im nächsten Jahr mit einem Verkauf von rund 290.000 Neuwagen. Eine Marke, die zwar immer noch deutlich unter dem Fünfjahres-Schnitt vor der Krise (308.000 verkaufte Pkw) liegt, aber immerhin knapp 20 Prozent über dem Corona-Jahr.

Zudem hat der Volkswagen-Konzern einige weitere Trümpfe im Ärmel. Mit dem ID.3 ist im Jahr 2020 der erste vollelektrische Volkswagen am Markt angekommen. Heuer erforderten das Auto und sein MEB-Konzept (Modularer Elektrifizierungs-Baukasten) vertriebsseitig noch zusätzlichen Aufwand durch notwendige Trainings und Vorbereitungen für das Service oder die Ladeinfrastruktur, 2021 werden aber etliche weitere Modellneuheiten folgen. "Die E-Mobilität wird aufgrund des rasant anwachsenden Modellangebots und der aktuellen Förderungen in Österreich ein deutliches Marktwachstum erfahren", ist sich Schützinger sicher.

Unangefochtener Marktführer

Und der PHS-Chef wird auch alles daran setzen, einen neuen, in der Corona-Krise erreichten Rekord zu verteidigen. In Österreich hält die Volkswagen-Gruppe mit ihren Konzernmarken mittlerweile bei einem Marktanteil von 37 Prozent und liegt damit weit vor allen anderen Herstellern.

Die beliebteste Marke ist nach wie vor die Kernmarke Volkswagen (15,5 % Marktanteil), gefolgt von ŠKODA (9,8 % Marktanteil) und SEAT (6,6 % Marktanteil), unter den zehn meistverkauften Autos in Österreich befinden sich mit dem Golf (2.), dem Polo (3.), dem T-Roc (6.), dem T-Cross (7.), dem VW-Bus (8.) und dem Tiguan (9.) gleich sechs der Marke Volkswagen. Die Plätze 1 und 4 gehen mit dem Octavia und dem Fabia an die Konzern-Tochter ŠKODA.

Erfolgreich unterwegs ist die Porsche Holding Salzburg auch mit den Marken SEAT (6,6 % Marktanteil), Audi (5,7 % Marktanteil) und Porsche. Mit der Sportwagenmarke steuert die PHS im Corona-Jahr in Österreich sogar auf einen neuen Verkaufsrekord zu. Bis Ende November wurden 1.318 neue Porsches zugelassen.

Klimaschutz als Auftrag

Die Porsche Holding Salzburg betonte in ihrer diesmal virtuell via Livestream abgehaltenen Jahrespressekonferenz ihr Bekenntnis zu den Pariser Klimazielen und sieht Klimaschutz als Auftrag. Bis 2050 soll der gesamte Konzern bilanziell CO2-neutral sein – dazu gehören Fahrzeuge genauso, wie die Werke und alle Prozesse.

Bis 2025 wird der Konzern nach aktueller Planung knapp 73 Milliarden Euro in die Zukunftsthemen Elektromobilität, Digitalisierung und Hybridisierung investieren. In die Elektromobilität gehen davon allein 35 Milliarden Euro. er Volkswagen Konzern plant über alle Marken hinweg bis 2029 weltweit 75 reine E-Modelle auf den Markt zu bringen – dazu kommen weitere etwa 60 Hybrid-Fahrzeuge.

Im Jahr 2020 gab es in Österreich eine weitere Verschiebung zugunsten der alternativen Antriebsformen. Während der Diesel-Anteil am Gesamtmarkt um 1,2 Prozentpunkte auf 37 Prozent zurückging und der Anteil benzinbetriebener Fahrzeuge gar um 9,8 Prozentpunkte auf 44,2 Prozent sank, stieg der Anteil der alternativen Antriebe um mehr als das Doppelte auf 18,8 Prozent (+11,1 Prozentpunkte). Damit gingen bei den alternativen Antrieben auch die Neuzulassungen im Vergleichszeitraum zum Vorjahr rund 18.500 Einheiten nach oben. Der Marktanteil der reinen Elektrofahrzeuge verdoppelte sich auf 5,6 %, jener der Hybridfahrzeuge stieg auf 13 Prozent.

Schützinger begrüßt auch staatliche Steuerungsmaßnahmen zur sukzessiven Ökologisierung der Neuwagen und zur Reduktion des CO2-Ausstoßes, kritisiert allerdings die neue NoVA-Regelung, die in Österreich ab Juli 2021 in Kraft treten wird. "Damit werden diese Ziele nicht treffsicher erreicht", erklärt der PHS-Sprecher.

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