Porsche Holding Salzburg: stabiles Jahr trotz Hindernissen

Die Porsche Holding Salzburg, Generalimporteur des VW-Konzerns in Österreich und 28 anderen Ländern, wird das Jahr trotz Chipmangels mit einem Zuwachs bei den Neuzulassungen abschließen - im Gegensatz zum Gesamtmarkt. Welche Modelle besonders gefragt waren, wie sich der Absatz von Elektroautos entwickelt hat und was sich 2021 bei Rabatten und Kurzzulassungen massiv geändert hat.

Porsche Holding Salzburg: stabiles Jahr trotz Hindernissen

Hans Peter Schützinger, Sprecher der Porsche Holding Geschäftsführung auf der Jahrespressekonferenz der Porsche Holding Salzburg in Wien.

2021 hätte das große Comeback-Jahr nach Corona werden sollen. Wäre es nach den Auftragseingängen gegangen, hätte die Porsche Holding Salzburg - der Vertriebsarm der Volkswagen-Gruppe - auch ein Rekordergebnis eingefahren. „Das Potenzial für ein ausgezeichnetes Autojahr war definitiv da, hätte uns die Corona-Pandemie und die Engpässe bei den Halbleitern nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht“, resümiert Hans Peter Schützinger, Sprecher der Porsche Holding Geschäftsführung auf der Jahrespressekonferenz der Porsche Holding Salzburg in Wien. Das Unternehmen ist in insgesamt 29 Ländern in Europa, Asien und Südamerika im Groß- und Einzelhandel als Autohändler als auch als Autofinanzierer aktiv.

Corona-Re-Start-Jahr wurde zum Konsolidierungsjahr

Der Automarkt hat in den letzten zwölf Monaten eine Achterbahnfahrt erlebt und das Autojahr hat sich von einem Corona-Re-Start-Jahr zu einem Konsolidierungsjahr entwickelt. Trotz erschwerten Bedingungen gelang es der Porsche Holding Salzburg den Neuwagenabsatz um 2,4 Prozent auf 669.500 Neufahrzeuge gegenüber dem Vorjahr zu steigern. „Vor allem Fahrzeuge mit höheren Margen haben sich positiv auf das Ergebnis ausgewirkt, wovon auch der Handel maßgeblich profitiert hat“, erläutert Schützinger.

Gesamtmarkt 2021 mit Absatzminus

Für den Gesamt-Automarkt in Österreich erwartet Porsche Holding-Chef Hans Peter Schützinger das schlechteste Jahr seit 1984. Es werde ein Absatzminus von 3,5 Prozent, im schlechtesten Fall auch von vier Prozent geben. Rund 240.000 Neufahrzeuge werden heuer neu zugelassen, wobei der Markt für die Kurzzulassungen ausgetrocknet ist.

Die 5 größten Herausforderungen 2021 für die Autobranche:

  1. Der anhaltende Engpass von Halbleitern hat zu extremen Produktions- und Lieferengpässen geführt, die im zweiten Halbjahr voll durchgeschlagen haben und in ungewöhnlich langen Lieferzeiten für die Kunden mündeten.
  2. Die Produktions- und Lieferengpässe bei Neuwagen haben zu einer erhöhten Nachfrage nach Gebrauchtwagen sowie zu einer geringeren Verfügbarkeit an Vorführ- und Jungwagen geführt und auch hier das Angebot ausgedünnt.
  3. Die Corona-bedingte organisatorische Anpassung der Arbeitswelt im Automobilhandel. Hybride Arbeitswelten mit starkem Fokus auf mobiles Arbeiten sowie Corona-Schutzmaßnahmen und temporären Test- und Impfstraßen haben die Arbeitswelten nachhaltig verändert.
  4. Die E-Mobilität wurde in Österreich – gepusht durch die Investitionsprämie, den E-Mobilitäts-Bonus, Steuervergünstigungen sowie durch zahlreiche Neuerscheinungen – von Unternehmer- als auch Privatkunden besser angenommen als prognostiziert . Die Folge waren höhere Lieferzeiten und regional ausgeschöpfte Förderungen. „Es ist erfreulich, dass die Förderung von Elektrofahrzeugen auch 2022 fortgesetzt wird“, so Porsche-Holding-Boss Schützinger.
  5. Die in Österreich neue, erstmals mit Anfang Juli 2021 in Kraft getretene NoVA-Regelung für leichte Nutzfahrzeuge und die durch den Chipmangel verzögerte Belieferung haben für Anspannung bei den Unternehmerkunden gesorgt.

Schützinger. „Trotz aller Herausforderungen haben wir ein solides Jahresergebnis eingefahren und gleichzeitig unseren eingeschlagenen Weg der Transformation fortsetzen und strategische Themen wie Elektromobilität, Digitalisierung sowie Nachhaltigkeit vorantreiben können.“


Der Wegfall von Rabatt- und Kurzzulassungsorgien hat dazu beigetragen, stabil durchs Jahr zu kommen

„Starke Marken und ein robust aufgestelltes Vertriebsnetz haben sich in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten als echtes Plus erwiesen. Trotz eingeschränkter Belieferung haben eine ausgewogene Balance von Volumen und Ertrag und der Wegfall von Rabatt- und Kurzzulassungsorgien dazu beigetragen, stabil und nachhaltig durchs Jahr zu kommen“, resümiert Schützinger.


Die Ergebnisse der Porsche Holding im Detail:

  • Im Groß- und Einzelhandel konnte die Porsche Holding Salzburg in 2021 insgesamt 669.500 Neuwagen (+2,4 Prozent) absetzen.
  • Der Gebrauchtwagenabsatz konnte mit 215.400 Fahrzeugen (-2 Prozent) nicht ganz das Vorjahresniveau erreichen, was vor allem auf die geringe Verfügbarkeit von Vorführ- und Jungwagen zurückzuführen ist.
  • Die Mitarbeiterzahl stieg u.a. durch die Akquisitionen im Einzelhandel weltweit auf 34.100 (+3,8 Prozent) an.
  • Die Einzelhandelsstandorte blieb mit 525 auf stabilem Niveau.

Porsche Bank: Leichte Zuwächse bei Verträgen

Sehr zufrieden zeigte sich Schützinger mit der Entwicklung Porsche Bank. Mittlerweile arbeiten 1.500 der insgesamt 34.100 Mitarbeiter der Holding in dem Finanzinstitut. "Mit einem Bestand von zwei Millionen Verträgen - plus drei Prozent gegenüber 2020 - konnte ein neues All-time-High eingefahren werden. Fast jedes zweite in den Ländern der Porsche Holding Salzburg ausgelieferte Konzernfahrzeug wird damit von der Porsche Bank finanziert. Die Bilanzsumme betrug im Jahr 2021 rund 7,7 Milliarden Euro", rechnete der Holding-Chef vor. Ein eher unbekannter, wenn auch wachsender Bereich von Österreichs umsatzstärksten Unternehmen ist die Porsche Informatik mit ihren 700 Mitarbeitern in 31 Ländern.

Die Entwicklung Volkswagen Konzernmarken 1-11/2021

Fast 37 Prozent Marktanteil bei E-Autos
Die Volkswagen Konzernmarken sind stabil auf hohem Marktanteilsniveau und liegen kumuliert mit 83.146 Fahrzeugen und 37,4 Prozent entgegen dem Gesamtmarkt um 0,4 Prozentpunkte über dem Vorjahreszeitraum. Bei Elektrofahrzeugen liegt der Marktanteil mit 10.986 Fahrzeugen bei 36,7 Prozent.

VW, Skoda und Seat mit meisten Verkäufen
Im heimischen Markenranking belegen Volkswagen, ŠKODA und SEAT nach den ersten elf Monaten wiederum die ersten drei Ränge. Bei den Premiummarken ist Audi weiter auf Rang zwei zu finden, deutlich vor anderen Volumenmarken. In der Modellhitparade sind wiederum acht Konzernmodelle in den Top Ten platziert, in den Top 20 sogar 14.

VW verkauft im Konzern die meisten E-Autos
Die führende Position der Marken des Volkswagen Konzerns spiegelt sich auch bei den Elektrofahrzeugen wider. Jede dritte vollelektrische Neuzulassung trägt ein Logo aus dem Volkswagen Konzern. Im Markenranking der E-Fahrzeuge liegt Volkswagen mit 5.618 Fahrzeugen an der Spitze, ŠKODA folgt mit 2.218 Fahrzeugen auf Platz 3 und Audi auf Platz 5 (1.931 Fahrzeuge).

Das Ranking der Elektroautos die VW Gruppe
ID.3 liegt auf dem 2. Platz vor ID.4 und ENYAQ iV, Audi etron und SEAT Mii folgen auf den Plätzen 7 bzw. 8.


Die Volkswagen Konzernmarken im Überblick (1-11/2021):


Volkswagen Pkw : 33.918 Neuzulassungen nach den elf Monaten. VW nimmt damit ist zum 65. Mal in ununterbrochener Reihenfolge (seit 1957) die Spitzenposition einnehmen.
Marktanteil: 15,3 Prozent.
Unter den Top-10 der meistverkauften Modelle: VW Golf, VW T-Roc, VW Bus, VW Polo und VW T-Cross

Die Marke ŠKODA: 20.088 Neuzulassungen.
Marktanteil: 9 Prozent.
Unter den Top-10: OCTAVIA (2.) und FABIA (6.)

SEAT (ohne CUPRA): 14.378 Neuzulassungen
Marktanteil: 6,5 Prozent
Meistverkauft waren der Ibiza (7.), und Arona (12.) sowie den Modellen Leon (14.) und Ateca (21.)

CUPRA: 1.727 Neuzulassungen
Marktanteil: 0,8 Prozent
Erfolgreichstes CUPRA-Modell ist der Formentor, der mehr als drei Viertel des CUPRA-Volumens auf sich vereint. Seit Mitte November erweitert der rein elektrisch angetriebene CUPRA Born das Angebot.

Audi: 11.806 Neuzulassungen
Marktanteil: 5,3 Prozent.
Wesentlich getrieben wird der Audi-Erfolg von den Modellen A3 und Q3, Q5, A4 und Audi e-tron, die fast zwei Drittel der Ingolstädter Neuzulassungen ausmachen.

Porsche: 1.229 Neuzulassungen
Marktanteil: 0,6 Prozent
Österreich gehört zu den Märkten mit dem höchsten Marktanteil in der Porsche-Welt. Gefragteste Modelle sind der 911, der Cayenne und der vollelektrische Taycan.

Bentley und Lamborghini werden über Exclusive Cars Wien in Österreich und den CEE-Ländern vertrieben. Im Jahr 2021 wurden bislang 179 Bentley (+26 Prozent) und 190 Lamborghini (-9,1 Prozent) ausgeliefert.
Die Motorradmarke Ducati verzeichnete bis Ende November 774 Neuzulassungen (+25,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahrszeitraum).

Fast 13 Prozent weniger Dieselautos neu zugelassen (1-11 2021)
Der Diesel-Anteil am Gesamtmarkt ging um 12,8 Prozentpunkte auf 24,2 Prozent zurück, der Anteil benzinbetriebener Fahrzeuge liegt bei 38,6 Prozent (-5,6 Prozentpunkte). Der Anteil bei den alternativen Antrieben stieg auf 37,2 Prozent (+18,4 Prozentpunkte).

Hybridautos unter alternativen Antrieben mit höchsten Absätzen
· Reine Elektrofahrzeuge: 29.955 Fahrzeuge, mit 13,5 Prozent hat sich der Marktanteil gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt.
· Modelle mit Hybrid-Antrieb (Mildhybrid und Plug-In-Hybrid zusammengefasst) kommen auf 52.492 Fahrzeuge und 23,6 Prozent Marktanteil.
· CNG-Modelle (erdgasbetrieben) spielen mit 83 Fahrzeugen und Wasserstoff-Modelle mit 10 Fahrzeugen nur eine untergeordnete Rolle.

Gesamtmarkt 2021 unter dem Vorjahresniveau
Die genaue Zahl, mit denen der heimischen Pkw-Markt abschließen wird, hängt jedoch noch vom Jahresfinish und der Belieferung ab. "Wir werden mit 238.000 bis 240.000 neu zum Verkehr zugelassenen Fahrzeugen unter dem Vorjahresergebnis liegen Damit haben wir die niedrigste Marktzahl seit dem Jahr 1984“, sagt Schützinger. „Für die Volkswagen Konzernmarken rechnen wir für heuer mit knapp 90.000 Neuzulassungen, sodass wir das Jahr mit einem Marktanteil von über 37 Prozent abschließen können.“

Stellplatz mieten oder kaufen – darauf ist zu achten

Stellplatz mieten oder kaufen – darauf ist zu achten

Parkplätze sind in den meisten Städten ein rares Gut. Oftmals ist es …

"Planen Full-Service-Leasing für Selbstständige und Private"

Gregor Bilik, neuer Chef des französischen Fuhrparkmanagers und …

E-Autos laden: Streit um Abrechnung nach Zeit oder kWh entbrannt

Die Bundeswettbewerbsbehörde hat Mitte November 2021 mit der Prüfung von …

Österreichischer Automobil-Preis 2021: Die Siegermodelle

Der Volkswagenkonzern hat mit seinen Marken Škoda und Audi beim 38. …