"Planen Full-Service-Leasing für Selbstständige und Private"

Gregor Bilik, neuer Chef des französischen Fuhrparkmanagers und Full-Service-Leasing-Spezialisten Arval Austria, über die Zukunft der Autofinanzierung und neue Vertriebswege.

"Planen Full-Service-Leasing für Selbstständige und Private"

Der neue Arval-Chef Gregor Bilik bringt seine Erfahrung aus Spanien, wo er Arval zuletzt leitete, ein. Dort erfreuten sich gerade bei Selbstständigen Leasing ohne Anzahlung und inklusive aller Kosten steigender Beliebtheit.

trend: Arval hat vor mehr als einem Jahr die UniCredit Leasing Fuhrparkmanagement GmbH übernommen. Was hat sich seither verändert?
Gregor Bilik: Die Firmenkunden der Bank Austria haben damit Zugang zu unserem Full-Service-Leasing. Ein Leasing, für das keine Anzahlung auf die Fahrzeuge nötig ist und bei dem mit einer monatlichen Pauschale alle Kosten außer Sprit abgegolten sind, wie Ausgaben für Service, Reparaturen und neue Reifen über die Vertragslaufzeit. Diese Form der Autofinanzierung inklusive aller Services ist die Zukunft. Die Kunden wollen genau wissen, was sie ihr Auto im Monat kostet. Immer mehr Kunden genügt es, ein Auto nur zu benutzen und nicht zu besitzen.

Noch ist der Anteil von Full-Service- Leasing am Gesamtmarkt vergleichsweise gering. Wie wollen Sie das ändern
Wir wollen weitere strategische Partner für die Zusammenarbeit gewinnen und so die Produkte über mehrere Absatzkanäle anbieten. Das ist Teil der Arval-Beyond- Strategie. Derzeit konzentrieren wir uns auf die Ausweitung von Kooperationen mit Autohändlern.

Gibt es bereits Automarken, mit denen Sie kooperieren?
Einer unserer Partner ist seit wenigen Monaten Hyundai. Die Autohändler der Marke können Kunden unser Full-Service-Leasing unter ihrem Label anbieten.

Was hat der Autohändler davon, Ihr Leasing anzubieten?
Sie haben die Sicherheit, dass sie den Kunden auch nach dem Kauf weiter betreuen können. Denn im Leasingvertrag wird vereinbart, dass die Vertragsnehmer in die Werkstatt von Hyundai fahren und das Service dort machen. Die Kunden profitieren von guten Konditionen, die für dieses Arrangement ausgehandelt wurden. Ob der Händler diese Finanzierung anbietet, bleibt aber stets seine Entscheidung. Da die Händler auch vom Gebrauchtwagenhandel leben, bieten wir diesen am Ende des jeweiligen Vertrages die Möglichkeit, das Auto zu kaufen.

Das aktuell größte Problem beim Fahrzeugkauf sind die langen Lieferzeiten. Wie gehen Sie damit um?
Firmen planen Fahrzeugwechsel meist längere Zeit im Voraus als Private. Wenn es aber schnell gehen soll, schlagen wir entweder Modelle vor, die mit weniger der derzeit knappen Chips ausgestattet sind, wodurch sich die Lieferzeit auf rund drei Monate verkürzt, sonst sind es im Schnitt sechs Monate. Um bei Wunschautos solche längeren Lieferzeiten zu überbrücken, haben wir unser Angebot flexibilisiert und bieten Kunden, bis ihr Modell eintrifft oder aus einem anderen Grund, ein Short-oder Mid-Term-Rental an. Das bedeutet, der Kunde kann beispielsweise für ein halbes Jahr eines unserer Lagerautos in der Fahrzeugklasse seiner Wahl mieten.

Leasing ohne Anzahlung zu einem monatlichen All-inclusive-Preis gibt es praktisch nur für Firmenkunden. Wird sich daran etwas ändern?
Als Erstes planen wir, unser Full-Service- Leasing auch kleinen Unternehmen und Selbstständigen anzubieten und in weiterer Folge auch Privatkunden. Am spanischen Markt, auf dem wir das Privaten anbieten, hat sich binnen drei Jahren die Nachfrage auf mehr als 30.000 Kunden verdoppelt.

Ist Full-Service-Leasing letztlich viel teurer als das klassische Leasing, wenn keine Anzahlung nötig ist?
Es kostet in etwa gleich viel oder ist sogar günstiger. Denn beim Full-Service- Leasing profitieren die Kunden von unseren Großhandelspreisen für Services und Reifen, die wir an sie weitergeben. Und die Kunden sind die Sorgen los, am Ende der Laufzeit einen zu niedrigen Preis für das Auto zu bekommen.

Wie verwertet Arval die Autos?
Wir haben für die Verwertung unserer Autos über 200 Partner und eine eigene digitale Plattform dafür. Der Preis, den wir am Ende bekommen, ist viel höher, als ein Privatkunde erzielen kann. Das kann bis zu 3.000 Euro mehr sein.

Zur Person

Gregor Bilik, 47, ist seit 1. September 2021 Geschäftsführer von Arval Österreich. Das Unternehmen ist Teil des globalen Full-Service-Leasing-Spezialisten Arval, der weltweit über 1,4 Millionen Leasingfahrzeuge betreibt. Der gebürtige Tscheche war zuletzt bei Arval Spanien, wo er die Geschäftsfelder Strategische Partnerschaft und Retail-Business leitete und eine Kooperation mit der CaixaBank umsetzte.


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