Pkw-Zulassungen: EU-Parlament stimmt für schärfere Bestimmungen

Pkw-Zulassungen: EU-Parlament stimmt für schärfere Bestimmungen

Die EU-Parlamentarier haben mehrheitlich für schärfere Bestimmungen bei der Zulassung von Pkws in der EU gestimmt. Die Grünen kritisieren die Entscheidung gegen die Einrichtung einer EU-Kontrollagentur.

Als Antwort auf den Abgasskandal bei Volkswagen hat das EU-Parlament schärfere Regeln für die Genehmigung von Pkw-Modellen auf den Weg gebracht. So sollen Interessenkonflikte nationaler Zulassungsstellen künftig vermieden werden und die EU-Kommission mehr Kompetenzen erhalten. Die insbesondere von den Grünen geforderte Schaffung einer neuen EU-Kontrollbehörde fand am Dienstag im Straßburger Plenum indes keine Mehrheit. Das EU-Parlament nahm zudem den Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses zum VW-Abgasskandal an und kritisierte Versäumnisse von EU-Kommission und Mitgliedsländern.

Die neuen Regeln zur Genehmigung von Fahrzeugtypen müssen noch mit den Mitgliedsländern abgestimmt werden. Nach dem Willen des EU-Parlaments sollen Autohersteller ihre Gebühren für die Typgenehmigung künftig nicht mehr direkt bei den jeweiligen Zulassungsstellen entrichten. Die Behörden sollen vielmehr vom jeweiligen EU-Staat finanziert werden, der aber wiederum entsprechende Mittel von den Autobauern einfordern kann.

Die EU-Kommission erhält zudem das Recht, selbst Tests bei bereits zugelassenen Fahrzeugtypen vorzunehmen. Die nationalen Behörden sollen die Entscheidungen ihrer Kollegen in anderen Ländern prüfen können. Bei Verstößen drohen den Herstellern Strafen von bis zu 30.000 Euro pro Fahrzeug.

Die Grünen-Abgeordnete Rebecca Harms kritisierte, dass sich das Parlament nicht zur Schaffung einer neuen EU-Behörde durchringen konnte, die nationale Genehmigungsstellen überwacht. Dagegen sagte der EU-Abgeordnete Jens Gieseke (CDU), für die Umsetzung der Abgastests im realen Straßenbetrieb, eine bessere Marktüberwachung und die einheitliche Anwendung des Rechts sei keine neue EU-Agentur nötig.

Ruf nach Aus für Diesel

Mit den neuen Regeln will die EU das Verbot von Abschalteinrichtungen besser durchsetzen. US-Behörden hatten im September 2015 öffentlich gemacht, dass Volkswagen mit einer Software die Abgaswerte von Dieselfahrzeugen manipuliert hat. Der Wolfsburger Konzern sieht sich deshalb mittlerweile mit zahlreichen Klagen und Schadenersatzforderungen konfrontiert.

EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska sah infolge des Skandals das Ende von Dieselmotoren kommen. "Nach der heutigen Diskussion bin ich überzeugt davon, dass der Diesel viel schneller verschwinden wird als wir uns vorstellen können", sagte sie vor dem EU-Parlament. Darauf müsse sich die EU vorbereiten, auch wenn dies nicht von einem Tag auf den anderen geschehen werde. Sie erneuerte zudem ihre Aufforderung an Autohersteller wie VW, Kunden in Europa ebenso zu entschädigen wie in den USA.

Der Untersuchungsbericht des Parlaments warf der EU-Kommission vor, Hinweisen auf Fehlverhalten nicht nachgegangen zu sein. Die EU-Staaten hätten zudem das Verbot von Abschalteinrichtungen ("defeat devices") nicht durchgesetzt. Die Verantwortung für die Versäumnisse fällt in die Zeit von Antonio Tajani, der bis 2014 EU-Industriekommissar gewesen ist und mittlerweile an der Spitze des EU-Parlaments steht. Die Debatte über den Dieselgate-Bericht leitete indes nicht Tajani, sondern EU-Parlamentsvizepräsident Alexander Graf Lambsdorff.

Hans Peter Schützinger, Sprecher der Geschäftsführung Porsche Holding Salzburg

Wirtschaft

Porsche Holding Salzburg: Mit Schwung Richtung E-Mobilität

Auto & Mobilität

Autobauer und -Zulieferer: 2020 wird noch einmal richtig hart

Osteuropa überschwemmt Österreich mit billigen Autoteilen

Auto & Mobilität

Osteuropa überschwemmt Österreich mit billigen Autoteilen

Auto & Mobilität

8 Änderungen für Auto- und Motorradfahrer ab 2020