Piëch-Spross tritt mit E-Sportwagen Mark Zero gegen Porsche an

Piëch-Spross tritt mit E-Sportwagen Mark Zero gegen Porsche an

Der erste Sportwagen der Marke Piëch: Der Mark Zero - als Studie erstmals am Genfer Autosalon präsentiert.

Ferdinand Piëchs Sohn Anton geht mit dem Elektro-Sportwagen Piëch Mark Zero unter die Autobauer. Und macht damit dem Familienstolz Porsche Konkurrenz.

Die Familien Piëch und Porsche, seit Generationen durch Heirat verbunden, tragen offenbar das Autobauer-Gen in sich. Schon auf der Pariser Weltausstellung 1900 versetzte Dynastie-Gründer Ferdinand Porsche die Menschen mit dem ersten Fahrzeug, das über alle vier Räder angetrieben werden konnte, die Menschen in Erstaunen: Das erste Allrad-Auto der Welt. Unter der Federführung seines Sohn Ferry Porsche wurde der erste Sportwagen, der auch erstmals den Namen Porsche trug, gebaut. Als dessen Tochter, Louise Porsche, einen Piëch heiratet, steigt dessen Sohn, Ferdinand Porsche, an die Spitze des VW-Konzerns auf, gegründet 1934 von Ferdinand Porsche.

Porsche und Piëch: Der Name ist Programm
Und jetzt also Anton „Toni“ Piëch, Sohn des langjährigen VW-Patriarchen Ferdinand Piëch. Er stellt nun am Genfer Autosalon seinen ersten Prototypen für ein Elektrosportwagen vor. Wie Firmengründer Porsche, nennt auch er, Marke und Auto nach dem Namen der Familie. Nur statt Porsche ist es diesmal Piëch. Der Spross der Autodynastie, er wohnt in der Schweiz, gerät wohl auch eher nach Gründer Ferdinand Porsche. Dieser entwickelte schon damals das erste Hybridauto der Welt. Ferdinand Piech soll dagegen wenig davon halten, Autos mit Strom anzutreiben.

Toni Piëch, Co-CEO und Marketingchef von Piëch Automotive (l.) und Rea Stark Rajcic, Co-CEO und Creative Director, gründeten in Zürich einen neuen Autohersteller.

Selbst, wenn der Vater über die Ambitionen von Sohn Toni, eines seiner zwölf Kinder, die Nase rümpfen sollte, der neue Sportwagen braucht sich optisch nicht vor einem Porsche verstecken und auch die Eckdaten lesen sich gut.

Innovativer Antrieb spart Gewicht und bringt Fahrdynamik
Der Piëch Mark Zero soll laut neuer, realistischer Standard-Messtechnik 500 Kilometer weit elektrisch vorwärts kommen. 450 kW sollen den Zweisitzer in 3,2 Sekunden auf 100 km/h bringen und bis zu 250 km/h erlauben. Das soll durch einen neuen Zelltyp, der beim Laden und Entladen kaum Temperatur braucht, und wegen besonderen technischen Lösung die Bremsenergie extrem schnell rückzugewinnen können. So soll der Wagen in vier Stunden und vierzig Minuten zu 80 Prozent geladen sein.

Die Batterien können wegen der geringen Erhitzung vollständig luftgekühlt werden, was zu einer Gewichtsersparnis von rund 200 Kilogramm beiträgt. Das Gesamtgewicht des Fahrzeugs wird so auf unter 1.800 Kilo gedrückt. Entwickelt wurde die Batterie vom Hongkonger Batteriepartner Desten. Für die Ladeinfrastruktur sorgt Qingdao TGOOD, ebenfalls auch Hongkong, gegründet 2004 von chinesischen und deutschen Ingenieuren. TGOOD betreibt bereits über 210.000 Ladestationen in mehr als 300 Städten.

Mehre Antriebskonzepte möglich
Der Elektroantrieb ist jedoch nicht in Stein gemeißelt. Der Sportwagen soll auch als Hybrid, Brennstoffzelle oder Verbrennungsmotor erhältlich sein. Den Auftakt bildet zunächst jedoch der E-Sportwagen. „Die offene Fahrzeug-Architektur des Fahrzeugs ist auch für das Autonome Fahren ausgelegt, aber das heben wir uns für spätere Modelle auf“, so Rea Stark Rajcic, CEO von Piëch Automotive.


Fahren und nicht gefahren werden

Die Marke Piëch soll für zeitlosen Luxus und moderne, unterstützende Technik, die den Menschen als Fahrer in den Mittelpunkt stellt. Rajcic, Boss und Kreativ-Direktor von Piëch Automotive: „Es geht um das richtige Sportwagen-Feeling: fahren, nicht gefahren werden“.

"Wir wollen einen modernen Klassiker anbieten, der keinen Konsumzyklen unterworfen ist", definiert Co-CEO Anton Piëch seine Vision. Und gibt sich auch offen für neue Partner: „Wir sind offen für Kooperationen, ganz gleich, ob es um unsere neue modulare Fahrzeugarchitektur oder die Batteriezellen- und Ladeinfrastruktur geht.“

Fahrverhalten wie bei einem konventionell angetriebenen Sportwagen
Es soll im Fahrverhalten kein Unterschied zu einem Verbrennungsmotor erkennbar sein. Die Batterien werden dazu so angeordnet, dass, laut Hersteller, die Verteilung der Achslast ein Fahrverhalten wie das bisher klassischen Sportwagen mit Verbrenner vorbehalten war.

Der Piëch Mark Zero: Auch von hinten schön anzusehen.

Viersitzer und SUV geplant
Nicht nur beim Antrieb gibt man sich flexibel, auch bei den Fahrzeugvarianten. Geplant sind neben einem Zwei- auch ein Viersitzer und ein sportlicher SUV. Andere Konzepte in Form von Cabrios oder auch Pick-ups sind ebenso denkbar. Die Produktion soll in Zusammenarbeit mit renommierten Partnern erfolgen. Diese modulare Struktur soll in einem nächsten Schritt auch anderen Herstellern angeboten werden.


Zu den Personen:
Toni Piëch, Co-CEO und Marketing-Chef Piëch Automotive:
Toni Piëch lebte nach seinem Abschluss in East Asien Studies an der Princeton University zwölf Jahre in China und war dort Inhaber einer eigenen Medienagentur, bevor er nach Europa zurückkehrte und 2016 Piëch Automotive gründete. Piëch lebt in Zürich.
Rea Stark Rajcic, Co-CEO und Creative Director Piëch Automotive:
Rea Stark Rajcic gründete seine ersten Firmen schon, bevor er 18 Jahre alt war. Er besuchte die Kunstschule in St. Gallen und machte eine Ausbildung zum Typografen und Lithografen bei der Neuen Zürcher Zeitung. Danach designte er unter anderem für Panasonic, Sony und Canon in Japan. Stark Rajcic lebt in Zürich.


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