Österreichs Autozulieferer: Die größten Erfinder

Österreichs Autozulieferer: Die größten Erfinder
Österreichs Autozulieferer: Die größten Erfinder

Die heimischen Autozulieferer haben in den vergangenen fünf Jahren die Schlagzahl bei Erfindungen deutlich erhöht. Welche Unternehmen zu den größten Erfindern zählen, in welchen Bereichen die Austro-Zulieferer stark sind und wo Österreich im Vergleich zu anderen Staate in Europa rangiert.

Wenn es darum geht die Innovationskraft einer Branche zu messen, gelten Patente als wichtiger Gradmesser. Die österreichische Automobilwirtschaft hat deshalb in einer Studie Zahl und Daten über die Patente der heimischen Autobranche analysiert. Als Quelle diente das Economica Institut für Wirtschaftsforschung, eine der größten Patentdatenbanken Europas.

65 Prozent mehr Austro-Patente

Der Erfindergeist in der österreichischen Automobilbranche kann sich sehen lassen. Zwischen 2011 bis 2015 haben 1.351 Erfinder im Bereich der Automotik insgesamt 1.623 Patente angemeldet. Zum Vergleich: In der Zeit von 2006 bis 2010 waren es 1.250 Patente bei 1.051 Erfindern. Insgesamt hat sich in den vergangenen 15 Jahre die Erfindungen um 65 Prozent erhöht. Im Schnitt reichen die Erfinder der Autobranche pro Jahr 348 Patente ein. Weltweit stammt jede 67. Innovation in der Automobilindustrie aus österreichischen Betrieben.

Zu den Spezialgebieten der heimischen Automobilzulieferer zählen laut der Studie vor allem Umwelttechnik, Erfindungen und Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Elektromobilität und der Leichtbau.

Die führenden Zulieferer bei Erfindungen

Zu den Unternehmen mit den meisten Erfindungen in der Branche zählen laut Studie Alutech, AVL, Bombardier, Bosch, BRP1, Continental, Fronius, GE, Hirschmann, Höribiger, Knorrbremse, Magna, MAN, Miba,Pewag, Siemens, Thyssenkrupp, ZF Friedrichshafen und der niederösterreichische Zulieferer Zizala.

Schweden und Finnland bei Erfinderdichte überholt

Die Erfinderdichte hat sich in Europa laut Studie binnen fünf Jahren bei einer Steigerungsrate von 123 Prozent mehr als verdoppelt. In Österreich hat sich die Erfinderdichte mit einer Steigerung von 227 Prozent sogar mehr als verdreifacht. Bezogen auf den gesamten Betrachtungszeitraum hat sich die Pro-Kopf-Erfinderdichte in den vergangenen 15 Jahren mehr als versechsfacht, eine Steigerung, die in keinem anderen Land zu verzeichnen war. In den vergangenen fünf Jahren haben in Österreich 253 Erfinder 233 Patente im Bereich von Elektroauto angemeldet. Österreich hat sich damit von Rang 4 (Beobachtungszeitraum 2006 bis 2010) auf Rang 2 (Beobachtungszeitraum 2011 bis 2015) hinaufgearbeitet und überholt dabei Schweden und Finnland.

Patentfrequenz Österreich relativ zum Rest der Welt

Österreich in Europa die Nummer 3

Innerhalb Europas zählt Österreich gemessen an der Patentveröffentlichung zu den Top-3. Nur Deutschland und Schweden verfügen über eine noch höhere Erfinderdichte pro Einwohner. Um Innovationen voranzutreiben ist auch der Grad der weltweiten Vernetzung mit anderen Forscher entscheidend. So können die Unternehmen der Automobilwirtschaft in Österreich auf ein Netzwerk aus über 960 Erfindern aus 27 Ländern zurückgreifen.

Im Leichtbau ist Österreich in der Top-Liga zu finden. 1,8 Prozent aller Patente im Leichtbau auf eine österreichische Erfinder-Beteiligung zurück. Beim Leichtbau stammt jede 55. Innovation aus Österreich.

Elektromobilität: Zweithöchste Erfinderdichte Europas

Zu Höchstleistungen liefen die Forscher in den vergangenen fünf Jahren auch auf dem Gebiet der Elektroauto auf. In den vergangenen fünf Jahren haben in Österreich 253 Erfinder 233 Patente im Bereich von Elektroauto angemeldet. Laut Studie wurden damit überdurchschnittlich viele Patente angemeldet. Der Marktanteil an Patentanmeldungen im Bereich der Elektro-Auto-Komponenten hat in den vergangenen zehn Jahren um 31 Prozent zugenommen. Pro Jahr werden rund 50 Patente, also nahezu ein Patent wöchentlich, angemeldet, bei steigender Tendenz. Bezogen auf seine Einwohner hat Österreich, hinter Deutschland, die zweithöchste Erfinderdichte im Bereich der Elektromobilität in Europa.

Die hohe Dynamik in der E-Car-Forschung zeigt auch der Vergleich mit der Zeit von 2001 bis 2005, in dem es erst 44 Erfinder und 32 angemeldete Patente gab. Seit 2006 hat sich die Zahl der angemeldeten E-Car-Patente nochmals mehr als verdoppelt.

Erfinderdichte im Bereich E-Cars im europäischen Vergleich

AVL List, Magna und Siemens: Die meisten Patente und Erfinder im Bereich Elektromobilität

AVL List hat zwischen 2011 und 2015 45 Patente im Bereich E-Cars eingereicht, Magna Steyr 16 und Magna Powertrain 13. Die drei Unternehmen führen damit deutlich vor den 16 anderen Unternehmen, die ebenfalls Patente im Bereich Elektro-Komponenten für die Fahrzeugindustrie eingereicht haben.

Die Top-Innovatoren im Bereich Elektroauto in Österreich zwischen 2011 und 2015

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