ÖBB-Chef Matthä setzt Nachtzug-Strategie Kerns fort

ÖBB-Chef Matthä setzt Nachtzug-Strategie Kerns fort

Der neue ÖBB-Vorstandschef Andreas Matthä spricht im Interview mit dem trend über den Rückhalt der Regierung, die Übernahme des deutschen Nachtzugverkehrs, die Probleme des Güterverkehrs und die Suche nach 10.000 neuen Mitarbeitern. Autofahren geht dem ÖBB-Chef auf jeden Fall "auf den Nerv".

trend: Sie sind seit 34 Jahren bei den ÖBB, haben 14 Verkehrsminister und sieben Generaldirektoren überstanden. Wie geht's Ihnen jetzt da ganz oben, nach diesem langen Marsch durch die Institution?
Andreas Matthä: Jede Zeit hat ihre Aufgabenstellungen. Wir stehen vor neuen Herausforderungen. Darauf freue ich mich. Mein Vorteil ist, dass ich das Potenzial, das in uns, in den ÖBB, steckt, gut kenne. Ich hatte auch bislang schon sehr starke Interaktion mit Gebietskörperschaften und mit der Öffentlichkeit, das wird oft gar nicht gesehen. Natürlich ist es jetzt ein Tick mehr, es geht jetzt auch um kurzfristigere Themenstellungen.


Autofahren auf den Nerv. Ich hab's im Zug einfach bequemer

Haben Sie 34 Jahre darauf hingearbeitet, irgendwann ÖBB-Chef zu werden?
Matthä: Sie können mir glauben oder nicht: Ich habe noch nie gesagt, das oder das möchte ich werden. Ich habe immer versucht, die gestellte Aufgabe bestmöglich zu erledigen. Das hat stets dazu geführt, dass die Entscheidungsträger gemeint haben, der könnte noch ein Stück mehr Verantwortung tragen.

Sie haben einige Vorschusslorbeeren erhalten. Was sind denn Ihre Qualitäten?
Matthä: Das Wissen um die Komplexität des Systems Bahn ist sicher wertvoll. Vor allem aber bezeichne ich mich als Brückenbauer. Ich habe als Techniker begonnen, heute baue ich Brücken zwischen Menschen und Institutionen. Es ist ja selten so, dass nur eine Seite recht hat. Es geht darum, gangbare Lösungen zu finden.

Der neue ÖBB-Chef Andreas Matthä erkärt im ausführlichen Interview mit dem trend, dass er auch die Nachtzug-Pläne seines Vorgängers an der Bahnspitze, Christian Kern, umsetzen will. Aktuell suche man 60 gebrauchte Schlafwagen und werde auch 20 Liegewagen modernisieren. Außerdem will der neue ÖBB-Chef einen Teil des Nachtzugverkehrs in Deutschland übernehmen.

Für den Güterverkehr werde ein dritter Vorstand gesucht, "um weitere Akzente setzen zu können", erklärt Matthä die Ausweitung des Führungsteams der Rail Cargo.

An die Länder und Gemeinden richtet Matthä ein Angebot zur stärkeren Kooperation angesichts teilweise sehr gering frequentierter Strecken in Ober- und Niederösterreich.

Matthä outet sich selber als Mitglied der SPÖ, er sei aber nicht politisch aktiv. Trotz Dienstwagen gehe ihm "Autofahren auf den Nerv: Ich habs im Zug einfach bequemer".

Lesen Sie das ganze Interview in trend Nr. 28/29 2016 - erhältlich ab 15. Juli 2016

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