Nur zwei Prozent der Österreicher wollen ein Elektroauto kaufen

Nur zwei Prozent der Österreicher wollen ein Elektroauto kaufen

Ideale Voraussetzungen für ein E-Auto: Eigene Garage, einer Stromanschluss - können sich allerdings nur wenige leisten.

Elektroautos werden beim Kauf gefördert, bejubelt und vom Fiskus bevorzugt, nur kaufen will sie in Österreich trotzdem fast niemand. Auch was den Online-Autokauf betrifft sind die Österreicher zurückhaltend. Die Motive für Onlineautokäufer und die größte Herausforderung für den Autohandel.

Die Autohersteller pulvern Milliarden in die Technik und die Produktion von Elektroautos – nur kaufen wollen sie die Kunden nicht so recht. Das lässt sich nicht nur am bisherigen Kaufverhalten ablesen, sondern auch an den künftigen Kaufabsichten.

Laut einer Umfrage des OGM-Instituts im Auftrag des Vereins „Mein Auto“ wollen von 1.000 befragten Österreichern, die ein Auto besitzen oder in diesem Jahr eines anschaffen wollen, nur zwei Prozent ein Elektroauto fix kaufen. Weitere fünf Prozent gaben an, dass ein Kauf wahrscheinlich ist.

Autoverkäufe gehen zurück

Generell stehen die Österreicher beim Kauf neuer Autos derzeit auf der Bremse. Im Mai 2019 wurden um 6,1 Prozent weniger Pkw verkauft als im Jahr davor. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus laut Statistik Austria 7,4 Prozent.

Die Neuzulassungen benzinbetriebener Pkw sanken demnach um 6,6 Prozent (Anteil: 54,0%), die dieselbetriebener Pkw um 11,6 Prozent (Anteil: 39,0%). Der Anteil der Elektroautos an den Neuzulassungen ist mit 2,3 Prozent immer noch sehr gering. Daran ändert auch ein Plus von 64,5 Prozent bei den Neuzulassungen nichts.

Meistverkauftes Auto war im Mai der Skoda Octavia mit 1.243 Stück, gefolgt vom VW T-Roc mit 818 und dem VW Golf mit 774 Neuzulassungen. Nummer eins unter den Elektroautos war der Renault Zoe mit 133 Neuzulassungen, knapp dahinter lag das Model 3 von Tesla mit 127 Neuzulassungen, das seit Mitte Februar in Österreich ausgeliefert wird.

Die Top 3 Pkw-Marken bei den Neuzulassungen kommen allesamt vom deutschen Volkswagen-Konzern: Die Stammmarke VW schaffte es auf einen Anteil von 14,7 Prozent, Skoda auf 9,8 Prozent und Seat liegt bei einem Anteil von 6,9 Prozent. Auf den Plätzen vier und fünf folgten Ford mit 5,9 und Renault mit 5,6 Prozent.

Stationärer Handel dominiert

Nur wenige sind derzeit auch bereit ein Auto im Internet zu kaufen, wobei sich laut OGM-Studie aber bereits 80 bis nahezu 100 Prozent vor dem Kauf online über Modelle und Preise informieren. „Der Kauf selbst wird weiterhin beim Händler getätigt“, legt Wolfgang Bachmayer, Chef des OGM-Instituts das Umfrageergebnis der Studie dar.Und weiter: „Vertrauen und Nähe sind hier ausschlaggebend, vor allem für Ältere und im ländlichen Bereich.“

"Je konkreter der Autokauf wird, umso mehr setzen Kunden auf persönlichen Kontakt, persönliche Beratung und persönliches Service", so Burkhard Ernst,Obmann des Vereins Mein Auto und Landesgremialobmann des Fahrzeughandels Wien.

Herausforderung für den Handel

In Bezug auf das Online-Kaufverhalten dürfte jedoch einiges in Bewegung geraten. Mit Online-Käufen haben Kunden vielfach auch schon positive Erfahrungen gemacht. Selbst wenn Online-Käufe bei Autos noch nicht so häufig sind, "der Autohandel muss sich mehr auf diesen kommenden Vertriebsweg einstellen“, rät Meinungsforscher Bachmayer.

Die Hauptmotive für einen Online-Kauf sind der niedrigere Preis und die höhere Auswahl an Fahrzeugen. Hier sieht auch Autohandelsprofi Ernst eine zentrale Herausforderung für die Zukunft des Fahrzeughandels: "Das Autohaus wird sich nicht durch den Preis vom Online-Mitbewerber absetzen können. Sehr wohl aber durch Qualität, Service und Kundenbindung. Diese Aspekte gilt es zukünftig noch stärker als Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Online-Handel zu realisieren."

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