City-Maut für Manhattan - ein Vorbild für Wien?

Werr mit dem Auo nach Manhattan fahren will wird dafür bald eine City-Maut entrichten müssen.

Werr mit dem Auo nach Manhattan fahren will wird dafür bald eine City-Maut entrichten müssen.

New York City greift im Kampf gegen das chronische Verkehrsproblem zur City-Maut. Mit dem Auto nach Manhattan zu fahren soll spätestens Ende 2021 mindestens zwölf Dollar kosten. Mit den Einnahmen soll der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel finanziert werden. Das Beispiel könnte Schule machen.

Als erste Stadt in den USA wird New York eine Mautgebühr für Autos und Lastwagen einführen. Das Parlament des Bundesstaates New York stimmte dafür, die Maut spätestens ab Ende 2021 in Manhattan zu erheben. Damit sollen die chronisch verstopften Straßen der Millionenmetropole entlastet werden. Die Einnahmen sollen der New Yorker U-Bahn zugutekommen.

Die Höhe der Innenstadt-Maut wurde noch nicht festgelegt. Sie dürfte allerdings bei Autos bei mindestens zwölf Dollar pro Tag liegen, bei Lastwagen bei mindestens 25 Dollar.

Der im November 2018 wiedergewählte demokratische Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, hatte sich ebenso für die Maut eingesetzt wie Umweltaktivisten.

Kritiker argumentieren, die Maßnahme treffe vor allem Pendler aus dem Umland, die weit entfernt von öffentlichen Verkehrsmitteln leben. Für viele Brücken und Tunnel, die nach Manhattan führen, müssen bereits Mautgebühren bezahlt werden. Die neue Innenstadt-Maut wird zusätzlich eingehoben.

Internationale Vorbilder

Die USA haben traditionell auf den Autoverkehr gesetzt und den öffentlichen Nahverkehr vernachlässigt. Die Maut könnte Vorbild für andere Metropolen in den USA Los Angeles und San Francisco werden, die ebenfalls mit vielen Staus zu kämpfen haben.

Die Diskussion um City-Maut ist aber auch in Europa nicht unbekannt. In 14 europäischen Städten (London, Durham, Edinburgh, Bergen, Oslo, Trondheim, Stockholm Göteborg, Rom, Mailand, Bologna und Valletta) gibt es bereits City-Mauten. In Prag und in Budapest werden sie ebenso diskutiert wie in mehreren deutschen Großstädten. Außerhalb von Europa kennt man sie in Singapur und Hanoi. In zahlreichen Städten gibt es außerdem Umweltzonen mit starken Einschränkungen für den Individualverkehr.

In allen Städten werden die Lösungen als großer Erfolg gefeiert. In London konnte etwa die Zahl der Autofahrten um 15 Prozent verringert werden. Um 1,1 Millionen mehr Fahrgäste waren seitdem im Öffentlichen Verkehr unterwegs. In Stockholm hat der Verkehr nach der Einführung der Maut um 19 Prozent abgenommen.

Diskussion um Wiener City Maut

Auch in Wien wird immer wieder die Einführung einer solchen Abgabe für Autofahrer diskutiert. Die Befürworter argumentieren, dass eine solche Maut aus verschiedenen Gründen gerechtfertigt wäre und positive Auswirkungen hätte. Von vielen Seiten wird sie sogar als die wirkungsvollste aller verkehrspolitischen Maßnahmen bezeichnet. Kritiker bezeichnen diie Idee dagegen als Humbug.

Einer im Sommer 2018 vorgelegten Berechnung zufolge würde eine City-Maut den Verkehr entlang der Hauptverkehrsrouten um bis zu 38 Prozent reduzieren. Die die Verringerung des Verkehrsaufkommens ginge mit einer Verbesserung der Luftsituation und einer dramatischen Reduzierung des CO2 -Ausstoßes einher. Zusätzlich hätte eine solche Maut auch einen Lenkungs- und Erziehungseffekt und würde die Nutzungsquoten öffentlicher Verkehrsmittel erhöhen.

Mit der City-Maut soll auch die Zahl der Pendelfahrten mit dem Auto in die Stadt reduziert werden. Seit dem Jahr 1980 hat sich die Zahl der nach Wien pendelnden Arbeitnehmer von 50.000 auf rund 210.000 erhöht. Zwei Drittel davon sind mit dem Auto unterwegs.

Das Beispiel Manhattan könnte jedenfalls Schule machen und eine City-Maut in zahlreichen weiteren Städten zur Folge haben.

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