Günstige Firmen-Autos für alle Mitarbeiter künftig zum Leasen

Günstige Firmen-Autos für alle Mitarbeiter künftig zum Leasen

Der Fuhrparkmanager Arval geht neue Wege und will im großen Stil Mitarbeiter von Firmen, die keinen Anspruch auf einen Dienstwagen haben, als Neukunden gewinnen.

Der französische Flottenmanager Arval bietet in ersten Ländern Firmen die Möglichkeit an, Leasingautos auch all jenen Mitarbeitern anzubieten, die keinen Anspruch auf einen solchen haben - ohne dafür höhere Kosten in Kauf nehmen zu müssen. Für die Mitarbeiter soll das gleich mehrere Vorteile bringen. In Österreich ist der Marktstart noch heuer geplant.

Bisher konnten vom professionellen Management eines Fuhrparks nur Firmen profitieren. Das ändert sich nun mit dem neuen Angebot des französischen Fuhrparkmanagers Arval, der den Leasing-Markt in Europa damit kräftig durcheinanderwirbeln könnte. Die Franzosen wollen damit in Europa in nur wenigen Jahren eine Million Neukunden gewinnen. Schon heute verfügt das Unternehmen, das in 29 Ländern tätig ist, über eine Flotte von einer Million Autos.

Ihr Spezialgebiet ist das sogenannte Full-Service-Leasing. Das bedeutet: Es wird keine Anzahlung für ein Auto getätigt und auch das Restwertrisiko entfällt, denn der Eigentümer des Fahrzeugs bleibt Avral selbst. Unternehmen zahlen als Leasingnehmer nur die monatlichen Leasing-Raten, die sämtliche Kosten wie Service, Reparaturen und Schadensregulierung inkludieren. Das Fuhrparkmanagement kümmert sich somit um das tägliche Flottenmanagement und organisiert auch Service-Arbeiten wie etwa das Umstecken von Sommer- und Winterreifen oder Reparaturen. Extrakosten müssen so keine einkalkuliert werden. Hat der Nutzer einen Unfall, kümmert sich Arval bei seinen Firmenkunden um Reparatur, Ersatzfahrzeug und Abwicklung mit der Versicherung.

Bevorzugten Konditionen

"Neue digitale Lösungen machen es nun möglich, dieses Angebot auch jenen Mitarbeitern zugänglich zu machen, denen aufgrund ihrer Position im Unternehmen kein Dienstwagen zusteht", erläutert Bart Beckers, Vorstand von Arval gegenüber trend.at. Für die Firma entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten, da der Eigentümer des Wagens stets Arval ist und somit auch in diesen Fällen weder eine Anzahlung für den Wagen geleistet werden muss noch ein Restwertrisiko entsteht. Das macht es für Unternehmen unkompliziert Leasing für Mitarbeiter, die nicht zum Topmanagement gehören, anzubieten. "Für Arbeitgeber steigt dessen Attraktivität", argumentiert Beckers. Die Mitarbeiter profitieren wiederum von günstigen Firmenkonditionen und vom jahrelangen Know-how des Flottenmanagers.

Das neue Angebot wird schrittweise, in den Ländern in denen der Konzern tätig ist, lanciert. Zu Jahresbeginn wurde "Arval für Mitarbeiter" in Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien, Deutschland, Belgien und Holland gestartet. Selbst wenn eine Firma nicht bereit ist, dieses Incentive für Mitarbeiter anzubieten, soll es in Zukunft möglich sein, auch als Privatkunde direkt bei Arval Kunde zu werden und ein Auto als Full-Service-Leasing-Modell zu nutzen.

Werkstätten-Besuche von Profis überwacht

Ein schlagkräftiges Argument für das neue Dienstleistungsangebot ist der Preis: Für Privatkunden ist es nach wie vor teurer wie für Firmen, ein Auto zu leasen. Doch auch die fix kalkulierbaren Kosten, das Wegfallen hoher Anzahlungen und das Rundum-Service des Flottenmanagers soll Privatkunden anlocken. "Eines der unangenehmsten Sachen für Autobesitzer sind Werkstättenbesuche. Sie können meist nicht einschätzen, welche Reparaturen wirklich notwendig sind, ob sie überhaupt und korrekt durchgeführt wurden und ob der Preis dafür angemessen ist. Genau da liegt eine unserer Kernkompetenzen. Leasingnehmer können sich bei uns darauf verlassen, dass die Kosten für Service und Werkstätten ordnungsgemäß durchgeführt und fair berechnet werden", meint Arval-Boss Philippe Bismut. Nur bewährte Vertragspartner des Konzerns sollen zum Einsatz kommen. Europaweit verfügt das Unternehmen über 60.000 Partner-Werkstätten. „Die hohe Qualität des Services ist damit garantiert. Und wenn ein Kunde ein Problem mit einer Werkstatt hat, braucht er sich nicht direkt damit auseinanderzusetzen. Wir kümmern uns darum.“

Ende 2018 Österreich-Start

In Österreich arbeitet Arval, das seit dem Jahr 2000 am Markt ist und rund 5.000 Autos an Firmen least, mit insgesamt 70 Werkstätten zusammen. „Nur die besten von ihnen werden unseren Privatkunden zur Auswahl stehen,“ erklärt Arval-Österreich-Generaldirektor Gwenael Cevaer. Hierzulande soll das Angebot voraussichtlich Ende 2018 eingeführt werden. Cevaer: "Derzeit laufen erste Verhandlungen mit großen Unternehmen."

Autohändler sollen Service machen

In so manchen europäischen Ländern wie England oder Schweden, dürfte der Markteinstieg für Arval jedoch einfacher sein als in anderen. Dort ist es beispielsweise möglich, im Austausch für ein geringeres Gehalt ein Firmenauto zu finanzieren und so gleichzeitig als Mitarbeiter Steuern zu sparen. Aber selbst in Ländern in denen es diesen Steuervorteil nicht gibt, erwartet sich Arval hohe Zuwächse. Die Zahl der potentiellen Kunden ist groß. Hat der Leasing-Spezialist doch über die Firmen, die bereits zu seinen Kunden zählen, Zugang zu einer Vielzahl möglicher Kunden. Im Schnitt haben laut Arval nicht mehr als zehn Prozent der Mitarbeiter, meist das Topmanagement und Vertriebler, einen Dienstwagen. Arval, auch ein wichtiger Kunde für die Autohersteller, will die Händler am laufenden Service der Autos und den damit verbundenen Einnahmen teilhaben lassen.

Mitarbeiter können Auto kaufen

Verlässt ein Mitarbeiter die Firma, soll er das Auto entweder von Arval kaufen oder - sofern das Unternehmen das Fahrzeug selbst weiter nutzen will -in der Folge als Privatperson direkt bei dem Flottenmanager ein anderes Auto leasen können.

Auto & Mobilität

Bau Lobautunnel genehmigt: Stau auf der Tangente ade

Auto & Mobilität

Peugeot 5008 GT Testdrive: Savoir vivre für Familien

Tesla-Chef Elon Musk und sein Problemkind Model 3

Wirtschaft

Produktionsprobleme: Elon Musk baut bei Tesla um