Neuer Audi A8: Wenn der Chauffeur überflüssig wird

Neuer Audi A8: Wenn der Chauffeur überflüssig wird

Selbst in die Garage fahren oder sich in eine Parklücke quetschen? Nicht mit dem neuen Audi A8! Der macht das selbst, nebst das er auch selbst fährt.

Audi leitet mit dem neuen A8 eine neue Ära des autonomen Fahrens ein. Das Luxusflaggschiff der Marke mit seinen bis zu 460 PS, ab Herbst erhältlich, spielt auch sonst noch einige Stückeln.

Selbstfahren war beim Audi A8 auch bisher nicht angesagt. Doch diesen Job hat bisher diskret ein Chauffeur erledigt.Doch der könnte in Zukunft obsolet werden. Zumindest in Staus, bei langsamen Fahrten und beim Parken macht ihn der neue Audi A8, der ab Spätherbst in Österreich erhältlich ist, überflüssig.

Audi lenkt und bremst

So übernimmt der Audi Staupilot auf Autobahnen und Bundesstraßen bei zähfließenden Verkehr bis 60 km/h das Fahren - vom Anfahren, Beschleunigen bis zum Lenken und Bremsen. Um den Audi zum Selbstfahren zu bringen, reicht ein Tastendruck. Der Lenker wird ab diesem Zeitpunkt zum Passagier, denn im Gegensatz zu den meisten aktuellen Stau-Assistenten, müssen Audi-A8-Lenker die Hände künftig nicht mehr am Lenkrad halten. Und darf sich, je nach Landesgesetz, anderen Annehmlichkeiten widmen. Etwa fernsehen oder im Internet surfen.

Wenn es brenzlig wird, ist selber fahren angesagt

Ein Nickerchen zu halten, ist dennoch nicht empfehlenswert. Signalisiert das Auto nämlich, dass der virtuelle Assistent an seine fahrerischen Grenzen stößt, ist rasches Eingreifen gefragt. Diese Stufe des autonomen Fahrens, die als Level 3 bezeichnet wird, beherrschen andere Hersteller zwar auch, bieten sie allerdings noch nicht in Serienmodellen an.

Audi parkt selbst ein und fährt per App in die Garage

Und mal ehrlich: Nichts ist lästiger für einen gestressten Manager als sein Auto selbst einzuparken. Darauf nimmt Audi selbstverständlich Rücksicht und bietet im neuen Audi A8 sowohl einen Park- als auch einen Garagenpilot an. Damit steuert der A8 selbsttätig unter Überwachung des Fahrers in eine Parklücke beziehungsweise Garage ein und wieder heraus. Selbst im Auto sitzen, ist dafür nicht mehr nötig. Man startet das dazugehörige App am Smartphone. Zum Überwachen des kleinen Rangiervorgangs hält man die Markierung am Handy dafür gedrückt und sieht wie sein Auto live beim Einparken zu.

Bulliger Kühlergrille extra für den Boss

Der neue Audi A8 kann selbstredend mehr als sein Vorgänger, auch optisch toppt er den Vorgänger. Die markanten Falten im Blech und die schlanken Leuchten nehmen dem 5,12 Meter langen Schlachtschiff den letzten Anflug von Klobigkeit. Seinen Status als Businesslimousine im High-End-Bereich verteidigt Audi aber auch rein äußerlich trotzdem. Die riesigen Lufteinlässen sind eine Wucht und lassen keinen Zweifel: Hier kommt der Chef persönlich.

Touch-Display ersetzt Dreh-Regler in der Mittelkonsole

Audi hat auch das Cockpit und die Mittelkonsole, die schon bisher zu den schönsten in der Branche zählen, wieder ein neues Gesicht verliehen. Zwar werden viele Nutzer dem praktischen Dreh-/ und Drück-Steller in der Mittelkonsole nachweinen, aber der Zug der Zeit geht derzeit bei den Herstellern eindeutig in Richtung Touch-Display. Wem das zu mühsam ist, kann dem Auto sprachliche Befehle geben oder mit Hilfe von Gesten dem Auto Kommandos geben. So manchem Chef mag das ohnehin entgegenkommen.

Benutzeroberfläche verschwindet

Die neue Benutzeroberfläche mag zwar Nutzern gewöhnungsbedürftig erscheinen, sieht aber zweifellos richtig gut aus. Im Wageninneren versucht sich Audi auch mit Magie. Simsalabim und die Benutzeroberfläche erscheint, sobald sich das Auto öffnet - keine Sekunde davor. Der 10,1-Zoll-Touch-Display bleibt durch eine schwarze Optik bis vor dem Start nahezu unsichtbar. Informationen über Ziele und Medien sind entweder an Bord vorhanden oder kommen mit LTE-Geschwindigkeit aus der Cloud.

Da der Chauffeur natürlich noch längst nicht ausgedient hat, ist der beste Platz in der Langversion des Audi A8, hinten rechts. Dort wird der Mann oder die Frau von Welt oder nur mit Geld, vom Sitz massiert und der Platz mit einer Matrix-Leseleuchte erhellt. Die eigene Bedieneinheit für den Rücksitz ermöglicht auch private Telefonate. Das Remote-Control für den Rücksitz, mit einem Display so groß wie ein Smartphone, ist herausnehmbar und in der Mittelarmlehne untergebracht.

Selbstlernendes Navi

Die Ingolstädter haben auch dem Navi einen Intelligenzschub verpasst. Es lernt selbst – auf Basis der zuvor gefahrenen Strecken. Somit erhält der Fahrer intelligente Suchvorschläge. Zudem integriert die Karte detaillierte 3D-Modelle von europäischen Großstädten.

Neues Fahrwerk mit Elementen der Allradtechnik

Wenn man schon mal fährt und das vielleicht noch selbst, soll es auch richtigen Genuss bereiten. Dafür hat Audi an den Hightech-Stellgrößen des Fahrwerk gedreht und das Auto mit einer Dynamik-Lenkung aus dem Allradtechnik ausgestattet. Die sorgt dafür, dass das Auto sich nicht nur sportlicher und direkter fährt, sondern auch in scharfen Kurven, stabiler denn je, auf der Straße liegt. Die Lenkübersetzung an der Vorderachse variiert je nach Geschwindigkeit, die Hinterräder schlagen abhängig vom Tempobereich um einige Grad gegen- oder gleichsinnig ein.

Aktivfahrwerk macht die Limousine auf Wunsch zum Sportwagen

Bei der zweiten neuen Technologie, dem Aktivfahrwerk, wird die Federung dem Fahrwunsch angepasst.. Je nach Wunsch und Fahrsituation kann jedes Rad separat nach oben oder nach unten ziehen oder drücken. Das Auto wird damit laut Audi besonders flexibel und ermöglicht entweder den sanften Abrollkomfort einer klassischen Luxuslimousine oder das dynamische Fahren eines Sportwagen.

Audi macht bei einem drohenden Unfall einen Luftsprung

Auch interessant: Das Auto kann sich, wenn eine seitliche Kollision droht, blitzschnell heben und reduziert so mögliche Unfallfolgen für die Insassen. Eine 380 Grad-Kamera macht diese vorausschauende Handlung möglich.

Die Antriebe: 6- und 8-Zylinder-Turbomotoren, Hybrid und Elektro

Der neue A8 startet mit zwei weiterentwickelten V6-Turbomotoren, einem 3.0 TDI und einem 3.0 TFSI. Der Diesel leistet 286 PS, der Benziner 340 PS. Zwei Achtzylinder – ein 4.0 TDI mit 435 PS und ein 4.0 TFSI mit 460 PS – folgen etwas später. Die Top-Motorisierung bildet der W12 mit 6,0 Liter Hubraum. Die Preise werden mit Bestellstart im Spätherbst 2017 bekannt gegeben.

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