Neu- und Gebrauchwagen vor massivem Preisverfall

Eine Umfrage unter österreichischen Autohändlern lässt für die Branche auch auf Jahressicht nichts Gutes erwarten, auch nicht für den Umstieg der Käufer auf E-Mobilität. Für Käufer könnte dagegen jetzt die Stunde geschlagen haben.

Neu- und Gebrauchwagen vor massivem Preisverfall

Die Lager der Autohändler sind voll. Jedes Monat, dass ein Auto dort steht, wird es weniger wert. Besser mit hohem Rabatt verkaufen, dürfte deshalb von vielen die Devise lauten.

Für die Autohändler kommt es heuer noch heftig werden. Nicht nur, dass das Geschäft während der Krise zum Erliegen gekommen ist, die Autos, die auf Halde stehen, verlieren laufend an Wert. Laut einer Umfrage des Branchenmagazins Auto & Wirtschaft unter 339 Autohaus-Inhabern und Geschäftsführern rechnen 95 Prozent der Betriebe mit einem Wertverlust beim Gebrauchtwagenbestand, wobei ein Preisverfall von durchschnittlich 22 Prozent angegeben wird.

Neuwagenverkauf als Verlustgeschäft?
Selbst beim Neuwagen gehen 76 Prozent von einem Wertverlust, und zwar in der Höhe von 15 Prozent aus. Über 64 Prozent der Betriebe rechnen gar nicht mehr damit, dass die Neuwagen mit Gewinn verkauft werden können.

Werkstätten nur zur Hälfte ausgelastet
Die Auslastung der Werkstätten beträgt in den Monaten April und Mai in den vergangenen Jahren im Schnitt fast 90 Prozent, heuer lag diese durchschnittlich bei rund 50 Prozent.

2020 drohen die Hälfte weniger Neuwagen verkauft zu werden
Für das Neuwagengeschäft rechnen 97 Prozent der Kfz-Betriebe für das Gesamtjahr mit einem Rückgang um stattliche 54 Prozent. Etwas positiver sind die Erwartungen im Gebrauchtwagengeschäft, für das 94 Prozent der Betriebe einen Rückgang um 47 Prozent erwarten. n einen Aufholeffekt im 2. Halbjahr glauben nur wenige Autohändler. So rechnen fast 64 Prozent mit einem Rückgang im Gewerbekundengeschäft im 2. Halbjahr.

Mehrheit rechnet 2020 mit einem Verlust
Der Automobilhandel rechnet dementsprechend mit einem Umsatzrückgang für 2020 (Neuwagen, Gebrauchtwagen und Werkstatt) um 35 Prozent. Die Mehrheit der Betriebe (64%) erwartet für 2020 rote Zahlen. Es wird erwartet, dass 2020 das Privatkundengeschäft um über 50 Prozent zurückgeht und das Gewerbekundengeschäft sogar um 64 Prozent.

Corona-Krise könnte Umstieg auf E-Mobilität negativ beeinflussen
„Bemerkenswert ist auch, dass nach Meinung der Kfz-Betriebe das Klima und die Umwelt von Corona nicht profitieren werden“, so Marktforscher Konrad Weßner. So rechnen 90 Prozent der Betriebe damit, dass die neuen strengeren CO2-Vorgaben der EU in diesem Jahr nicht erfüllt werden können. Zusätzlich gibt die klare Mehrheit der Betriebe (83 Prozent) an, dass Corona negative Auswirkungen auf die Elektromobilität in Österreich haben wird.

70 Prozent für Ökoprämie und Vorsteuerabzug für alle Dienstwagen
Obwohl mehr als die Hälfte der Betriebe die Hilfsmaßnahmen der Regierung als positiv bewerten, werden weitere Konjunkturbelebungsmaßnahmen gefordert. An oberster Stelle der Wunschliste steht mit 70 Prozent eine Ökoprämie, knapp gefolgt vom Vorsteuerabzug für alle Autos, die ein Unternehmen erwirbt. Auch Förderkredite sowie die Stundung von Zahlungen stufen die Kfz-Betrieb als wichtig ein. Sollten keine Konjunkturmaßnahmen kommen, würden fast 40 Prozent der Autohäuser ein Überleben nur mit dem Abbau von Arbeitsplätzen schaffen. Dabei wird eine Arbeitsplatzreduktion von durchschnittlich zwölf Prozent angegeben. 25 Prozent können zum jetzigen Zeitpunkt keine Prognose über ihr Fortbestehen abgegeben, sollten es keine staatliche Unterstützung geben.

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