Geständnis: Mitsubishi hat 25 Jahre lang Tests manipuliert

Geständnis: Mitsubishi hat 25 Jahre lang Tests manipuliert

25 Jahre Abgastests manipuliert - aber für die Abgaswerte angeblich nicht relevant.

Der japanische Autohersteller Mitsubishi hat zugegeben, ein Vierteljahrhundert bei Abgas-Tests betrogen zu haben. Die Manipulationen sollen keine signifikanten Auswirkungen auf Abgaswerte gehabt haben.

Der japanische Autohersteller Mitsubishi (ISIN JP3898400001) hat bei Spritverbrauchstests bereits seit 25 Jahren geschummelt - deutlich länger, als bisher bekannt. Mitsubishi räumte nun ein, dem japanischen Verkehrsministerium seit 1991 Daten übermittelt zu haben, die auf regelwidrigen Untersuchungsmethoden beruhten.

Der Konzern hatte vergangene Woche eingestanden, den Spritverbrauch bei 625.000 Kleinstwagen für den japanischen Markt geschönt zu haben. Die Manipulationen sollen allerdings, so der Konzern, keine deutlichen Auswirkungen auf die Abgaswerte der betroffenen Autos gehabt haben. Mitsubishi betonte, bei ins Ausland gelieferten Fahrzeugen seien keine Regelwidrigkeiten bei den Spritverbrauchsangaben festgestellt worden.

Der Skandal setzt Mitsubishi wegen drohender Schadenersatzzahlungen und Strafen stark zu. Der Marktwert des Konzerns hat sich seit Bekanntwerden der geschönten Verbrauchswerte um fast 3,9 Milliarden Dollar auf die Hälfte halbiert. Am Dienstag brachen die Aktien um fast zehn Prozent weiter ein.

Die Zeitung "Nikkei" berichtete, wegen des nun bekanntgewordenen längeren Zeitraums könnten bei Mitsubishi gleich Dutzende Modelle unzulässig getestet worden sein. Bisher hatte das Unternehmen selbst von zwei eigenen und zwei für Nissan produzierten Fahrzeugtypen gesprochen. Mitsubishi will zur Aufklärung der Vorgänge eine Sonderkommission mit externen Experten einsetzen. Ergebnisse sollen in rund drei Monaten vorliegen.

Das Tokioter Verkehrsministerium setzte inzwischen seinerseits ein Komitee ein, das auch die Untersuchungen anderer Hersteller unter die Lupe nehmen soll. Japans Autohersteller wurden aufgefordert, ihre Verbrauchstests einzureichen. Mitsubishi hat nach eigenen Angaben den Benzinverbrauch nicht nach japanischen Vorschriften, sondern nach US-Standards getestet. Damit machte sich der Hersteller zunutze, dass bei US-Tests der niedrigere Verbrauch bei Autobahnfahrten ausgewiesen werden darf, während in Japan Werte aus dem Stadtverkehr mit zumeist höherem Benzinbedarf gemeldet werden müssen.

Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller und der "Sedric", der vollelektrisch und autonom fahrende Minivan.

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