Miba-Boss Mitterbauer: "Diesel sind sauberer als Elektroautos"

Miba-Vorstandschef F. Peter Mitterbauer

Miba-Vorstandschef F. Peter Mitterbauer

F. Peter Mitterbauer, Vorstandsvorsitzender von Miba, erklärt die Tragweite der von der Politik ausgelösten Diesel-Diskussion für viele heimische Industriebetriebe und was es bei Elektroautos für die Umwelt zu bedenken gilt.

Die Politik sollte immer die gesamte Tragweite von Vorschlägen bedenken. Es geht bei der Diskussion rund um den Diesel auch um zigtausende Arbeitsplätze, denn Österreich hat sich zu dem europäischen Diesel-Kompetenzstandort entwickelt. Man denke nur an Betriebe wie BMW Steyr, AVL List, Bosch Diesel Systems oder GE Jenbacher.

Alle diese Unternehmen investieren stark in die Entwicklung von effizienteren und saubereren Dieselmotoren. In den vergangenen Jahren ist sehr viel erreicht worden, denn eine Weiterentwicklung der Dieselmotoren trägt wesentlich zur CO2 -Reduktion und damit zu einer besseren Umwelt bei. Wir als Miba unterstützen unsere Kunden und arbeiten gemeinsam mit ihnen intensiv daran, den Dieselmotor noch umweltfreundlicher zu machen.

Ökologischer Fußabdruck

Man muss auch immer den gesamten ökologischen Fußabdruck einer Technologie betrachten. Ein erheblicher Teil des für das Laden der Elektroautos benötigten Stroms kommt in Europa derzeit aus CO2 -intensiven Quellen wie Braunkohle-Kraftwerken. Der ökologische Gesamt-Fußabdruck ist daher meist schlechter als beim Diesel. Bevor nicht der Strom in den europäischen Netzen zu einem viel stärkeren Teil aus umweltfreundlicher Produktion kommt, schadet ein Verdrängen des Diesels zugunsten der Elektromobilität der Umwelt eher als es ihr nutzt. Der heutige Elektromotor ist durch den Strommix daher noch schmutziger als ein neuer Verbrennungskraftmotor.

Ökologisch sinnvoll ist es daher noch auf längere Sicht, die Elektromobilität mit einer ständigen Weiterentwicklung der konventionellen Motorentechnologie zu kombinieren. Dadurch wird es in den kommenden Jahren zwar zu Verschiebungen vom Dieselmotor hin zu elektrifizierten Antriebssträngen kommen und dafür entwickeln wir auch heute schon Lösungen. Dennoch sind wir sicher, dass im Dieselmotor noch viel an weiterem Optimierungspotential steckt.


Die Miba ist einer der großen Player in der internationalen Motoren- und Fahrzeugindustrie. Die Produkte – Sinterformteile, Gleitlager, Reibbeläge, Leistungselektronik-Komponenten und Beschichtungen – sind weltweit in Fahrzeugen, Zügen, Schiffen, Flugzeugen und Kraftwerken zu finden. Miba erzielt rund die Hälfte seines Umsatzes im Bereich Automotiv. Der jährliche Umsatz beträgt 719 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2015/16.


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