Mehr statt weniger: Die Zahl der Autos in Österreich steigt bis 2050 kräftig steigen

Die Lust am Auto ist ungebrochen und dürfte pro 1.000 Einwohner noch weiter steigen. Warum die Ausgaben für Konsum aber dennoch gesunken sind und warum der Fahrzeughandel trotzdem heuer und auch 2020 aufatmen wird können. Wie der langfristige Trend für den Autohandel aussehen könnte.


Mehr statt weniger: Die Zahl der Autos in Österreich steigt bis 2050 kräftig steigen

2050 dürfte die Zahl der Autos pro 1.000 Einwohner um noch einmal über 100 Stück steigen.

2019 wurden zwar weniger Autos verkauft, wie im Vorjahr, beliebt bleibt der eigene fahrbare Untersatz aber dennoch. in Österreich weniger Autos verkauft wurden, verliert der fahrbare Untersatz nicht an Bedeutung. Bis Jahresende besteht für die heimischen Kfz-Händler sogar laut einer aktuellen Branchenstudie der Bank Austria UniCredit Hoffnung, den Umsatzrückgang der ersten sieben Monate bis Jahresende noch wettzumachen können.

Über 100 Autos pro 1.000 Einwohner mehr in Zukunft
Österreicher hat mit 555 Autos pro 1.000 Einwohner zwar im EU-Vergleich überdurchschnittlich viele Autos, der Anteil dürfte aber weiter steigen. Bis 2050 sollen es laut Schätzung des Bundesumweltamtes 660 Autos pro 1.000 Einwohner sein. Allerdings dürfte sich die Zusammensetzung des Fuhrparks deutlich ändern, weil zunehmend Elektro- und Hybridfahrzeuge gekauft werden.

Weniger Geld für Auto, aber dafür mehr Leasing und höhere Rabatte
Zwar geben die Österreicher einen schrumpfenden Anteil ihrer Konsumausgaben für den Ankauf eines Fahrzeuges aus, das habe aber vor allem mit geänderten Gewohnheiten, etwa dem Umstieg auf Leasingangebote, und mit hohen Rabatten der Fahrzeughersteller zu tun. Außerhalb der Ballungsräume gebe es kaum Hinweise auf einen Rückgang des privaten Pkw-Verkehrs. In den letzten Jahren habe es zwar dank stärkerer Angebote der Bahn einen leichten Rückgang des Pkw-Anteils am Landverkehr gegeben, seit 2008 sei aber die Beförderungsleistung mit Pkw um 14 Prozent gestiegen, heißt es in der Aussendung der Bank Austria.

2020: Wieder gutes Jahr für die Autobranche erwartet
Der Fahrzeughandel steht aber vor großen Herausforderungen. Bis Juli ging der Umsatz im Kfz-Handel um 1,1 Prozent zurück. Die Bank-Austria-Experten gehen aber davon aus, dass dieser Rückgang bis zum Jahresende wieder aufgeholt werden kann und die Branche ihr Vorjahresergebnis wieder erreichen wird. 2020 sollte sich die Autonachfrage in Österreich voraussichtlich weiter erholen, erwartet Bank Austria Ökonom Günter Wolf. Die Konsumentenstimmung sei besser geworden, zuletzt habe sich die Zahl der Konsumenten, die innerhalb des nächsten Jahres ein Auto kaufen wollen, leicht erhöht. Auch der heurige Rückgang bei Autokäufen um 6,3 Prozent bis September könne "als ein Einlenken des Automarktes auf ein langfristiges Niveau interpretiert werden", nachdem es 2017 einen Zulassungsrekord und 2018 immer noch sehr hohe Zulassungszahlen gegeben hat.

Langfristig weniger Händler dennoch wahrscheinlich

Die Stabilisierung des Autoverkaufs auf einem niedrigeren Niveau und die Umstellung auf Elektrofahrzeuge werden deutliche Auswirkungen auf die Händler haben, erwartet Wolf: "Kurzfristig werden die Hersteller den Verkaufsdruck auf das Händlernetz noch verstärken, da sie deutlich mehr Diesel- und Elektrofahrzeuge absetzen müssen, um den CO2-Flottenverbrauch zu senken. Langfristig verliert die Branche mit der Verbreitung neuer Mobilitätsangebote, beispielsweise unter dem Stichwort 'Shared Mobility', Anteile am Neuwagengeschäft. Letztendlich wird es zu einer weiteren Konsolidierung der bestehenden Händlernetze kommen", so der Studienautor.

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