Maybach Coupé: Ein Traum auf vier Rädern

Maybach Coupé: Ein Traum auf vier Rädern
Maybach Coupé: Ein Traum auf vier Rädern

Vision Mercedes-Maybach 6

So etwas Cooles hat man schon lange nicht gesehen. Ein Coupé mit sechs Metern Länge und ernsthaft viel PS. Der Vision Mercedes-Maybach wirkt fast mehr wie eine Yacht als ein Auto. Selbst der hauseigene Mercedes GT wird dadurch in den Schatten gestellt.

Heutzutage mit einem Auto an den Hotspots der Superreichen einen Stich zu machen, ist nicht einfach. Ein seltener millionenschwerer Oldtimer oder eine mit allen erdenklichen Materialien zum fahrenden Präsidentensitz aufgewertete Luxuskarosse kann schließlich auf Dauer auch nicht alles sein. Damit hat man es nicht leicht, unter den Reichsten aufzufallen.

Wer sich mit diesem Luxusproblem ("Auffallen um jeden Preis") herumschlägt, für den kommt der neue „Vision Mercedes-Maybach 6“, der in diesen Tagen im Rahmen der Monterey Car Week Weltpremiere feiert, gerade recht. Maybach nennt denn auch unumwunden statusorientierte Kunden als Zielgruppe. Die Blicke dürfte der neue Superluxusschlitten jedenfalls unabhängig von der Größe der Brieftasche auf sich ziehen.

Die Zahl 6 im Namen ist dabei Programm. Das Auto ist eine gigantische Testosteron-Bombe. Davon abgesehen deutet die Zahl aber auch auf eines der markantesten Merkmale der Coupé-Vision hin: Es ist fast sechs Meter lang. Bei so manchem - allerdings wohl nicht der Kernzielgruppe - kann nicht einmal die Wohnung eine solche Größe vorweisen, geschweige denn die Garage. Dazu bewegt sich das Auto leise wie eine Katze, ist der Luxus-Sportwagen doch als Elektroauto konzipiert.

Inspiriert von einem Nadelstreifanzug

Die extrem lange Motorhaube, die niedrige Dachlinie und die stark zurückversetzte Passagierkabine erinnern an die Aero-Coupés früherer Zeiten. Das Heck in Bootform wiederum an eine Luxusyacht. Die Außenkanten des langgestreckten, runden Bootshecks zieren extrem schmale, die Breite betonende Rückleuchten.

Die Designelemente sind generell bis aufs Äußerste reduziert. Die LED-Lichter gleichen mehr kleinen Schlitzen, ebenso die wenigen Chrom-Elemente, die das Fahrzeug ziehen. Am auffallendsten ist die feingliedrige Neuinterpretation des Mercedes-Maybach-Grills mit feinen, senkrechten Streben. Inspiriert wurde der Grill - zielgruppenpassend - von einem Nadelstreifenanzug.

Natürlich sind auch die Räder alles andere als gewöhnlich. Nicht wie häufig in dieser Liga sind 19 Zoll sind das Maß der Dinge. Das Fahrzeug kommt auf extragroßen 24-Zöllern daher. Die Räder wirken wie ein transparenter Schirm - in Wagenfarbe - und geben den Blick frei auf die dahinter liegenden, kunstvoll gestalteten Aluminiumspeichen. Unterstrichen wird die extravagante Konstruktion durch Flügeltüren, ohne die aber bei einem echt heißen Modell wie beim 6er Coupé sowieso gar nichts geht.

Vision Mercedes-Maybach 6, first glimpse.

Zusammengefasst: Der Vision Mercedes-Maybach ist elegant, leidenschaftlich und stark. Selbst der konzerninterne Konkurrenten, der Mercedes GT, erscheint daneben etwas klobig.

Schwebender Mitteltunnel

So abgehoben wie außen, geht es im Fahrzeuginneren weiter. Die Instrumententafel ist nicht auf die Front beschränkt, sondern zieht sich über die Türverkleidung und erzeugt fast eine 360°-Lounge, ausgestattet mit modernster Elektronik und Infotainment-Funktionen, die mit über Touchscreens oder per Gestensteuerung bedient werden. Bei Bedarf wird die Frontscheibe zum transparenten Bildschirm und der Wagen somt quasi zum rollenden Autokino.

Einen weiteren Höhepunkt bildet der schwebende, durchsichtige Mitteltunnel, der den elektrischen Energiefluss des Antriebs für die Insassen erlebbar macht. Das Lenkrad scheint da schon fast ein Anachronismus zu sein. Aber trotz aller Elektronik und Selbstfahr-Assistenten soll autonomes Fahren eben auch möglich sein.

Kleine Akzente wie modisches Roségold sollen den Passagieren das Gefühl vermitteln in einem fahrenden Palast durch die Lande zu fahren. Wenn man zum Geldadel gehört, braucht man natürlich auch, trotz knappem Kofferraum, Platz für eine adäquate Unterbringen edelster Güter, wie Champagner. Dazu gibt es ein zweiteiliges Kofferset und ausreichend Platz für Accessoires und persönliche Gegenstände.

Ledersitzknöpfe überwachen Körperfunktionen

Damit es dem verwöhnten Luxuskörper beim Fahren an nichts mangelt, sind die in den Ledersitzen integrierten Polsterknöpfe nicht schnöde Knöpfe, sondern in Wahrheit Körpersensoren. Diese scannen die Passagiere und überwachen beispielsweise ihre Körperfunktionen. Dadurch können etwa Komfortfunktionen wie Sitzklimatisierung oder Massage aktiviert werden oder die Form des Sitzes an den jeweiligen Passagier angepasst werden. Die im Polster eingebetteten Sensoren erfassen zudem den Lichteinfall, die Farbe der Kleidung und die Umgebungstemperatur. Aus diesen Informationen lassen sich neue emotionale Lichtstimmungen im Interieur inszenieren.

Elektroantrieb mit 750 PS

Der Antrieb zählt ebenfalls zur Gattung der Superlative. Vier Elektromotoren und ein Akku von 80 kWh vereinen sich zu stattlichen 750 PS - um 50 mehr als die aktuelle Version des Tesla Model S P85D. Das Ganze soll dann in knapp vier Sekunden von 0 auf 100 beschleunigen. Wenn das bemannte Raumschiff richtig in Fahrt kommt, soll es bis zu 250 km/h fahren und eine Reichweite von über 500 Kilometern erzielen.

Die Frage ob das auch im Echtbetrieb möglich ist erübrigt sich. Das Auto ist eine Studie. Das Modell wird man wohl nie kaufen können, eine Markteinführung ist extrem unrealistisch. Die darin enthaltenen Designelemente und Technikneuheiten könnten aber sehr wohl in andere Modelle übernommen werden.

Auch andere Konzeptideen. So soll der Maybach 6 durch Gleichstromladen gerade einmal fünf Minuten brauchen, um den Strom für weitere 100 Kilometer zu tanken. Zum Aufladen soll aber auch eine übliche Haushaltssteckdose reichen oder bequemer und schneller: Man kann das Auto per Induktion laden, wobei der Ladestrom berührungsfrei durch ein elektromagnetisches Feld übertragen wird.


Mercedes Maybach

Maybach-Modelle sind die oberste Luxusklasse im Haus Mercedes-Benz. Der Einstiegspreis in diese Klasse liegt bei 87.300 Euro (inkl. NoVA und MwSt.) für das Basis-Modell S 300 h.

Zu den aktuellen Fahrzeugen zählen die im Februar 2015 eingeführten Modelle Mercedes-Maybach S 500 und S 600, in denen die Perfektion der Mercedes-Benz S-Klasse mit der Exklusivität von Maybach verschmilzt. Als Sonderschutzversion ist der Mercedes-Maybach S 600 Guard der weltweit erste Pkw, der die höchste ballistische Schutzklasse VR10 für Zivilfahrzeuge erfüllt. Neustes Modell ist der Anfang 2016 eingeführte Mercedes-Maybach S 600 Pullman, der mit Vis-à-vis-Sitzanordnung die Rolle des absoluten Spitzenmodells übernimmt.

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