#3500Lives: Formel 1 Piloten als Botschafter für Verkehrssicherheit

#3500Lives: Formel 1 Piloten als Botschafter für Verkehrssicherheit

Schnell fahren ist für Formel 1 Pilot Fernando Alonso abseits der Rennstrecke ein No-go.

Die Formel 1 Piloten Fernando Alonso und Valtteri Bottas sind die Botschafter der Verkehrssicherheits-Kampagne #3500Lives. Sie erzählten im Interview worauf es ihnen beim Fahren ankommt, welche Ängste sie bei der Fahrprüfung hatten und geben Tipps für sicheres Fahren.

Formel 1 Piloten wie Fernando Alonso (35) und Valtteri Bottas (27) brettern auf der Geraden gut und gerne mit 380 Kilometer pro Stunde über die Rennstrecke. So viel Spaß ist dem gewöhnlichen Straßen-Piloten nicht gegönnt. Jemand der nur die Landstraße oder die Autobahn benutzt, darf, selbst wenn die Boliden für den Hausgebrauch, in Österreich nicht mehr als 100 oder 130 km/h fahren.

Das fällt nicht immer leicht. Unfälle sind nicht selten die Folge. Doch nicht nur überhöhte Geschwindigkeit sind die Ursache für mitunter schreckliche Unfälle. Noch häufiger ist Unachtsamkeit der Grund für einen Crash. Aber gerade in Kombination mit zu hohem Tempo kann das fatale Auswirkungen auf Körper und Chassis haben.

Unachtsamkeit als Unfallursache Nummer 1

Täglich sterben weltweit 3.500 Menschen durch Verkehrsunfälle, davon 500 Kinder. Bei unter den 15- bis 29-Jährigen sind Straßenverkehrsunfälle sogar Todesursache Nummer eins.

Auf den Straßen Österreichs ist es nicht minder gefährlich. So war im Vorjahr Unachtsamkeit und Ablenkung in Österreich die häufigste Unfallursache“, so Öamtc-Direktor Oliver Schmerold. 101 Unfälle endeten dadurch sogar tödlich. Bei 2.361 Alkoholunfällen verunglückten im Vorjahr über 3.000 Menschen, fast genauso viele wurden verletzt, 22 getötet. Und rund ein Drittel aller 2016 im Auto getötete Insassen hatten keinen Sicherheitsgurt angelegt.

Auch auf den Rücksitzen sollten Mitfahrende unbedingt Gurte anlegen, warnt Schmerold: „Sonst gefährden diese nicht nur sich, sondern auch andere. Passagier am Rücksitz können bei einem Unfall für die im Fond, zu einem gefährlichen Geschossen werden.“

Formel 1 Piloten Fernando Alonso und Valtteri Bottas im Dienste der Verkehrssicherheit.

Um die hohen Unfallzahlen einzudämmen, will nun die FIA mit ihrer Kampagne #3.500Lives das Bewusstsein schaffen, das Verkehrssicherheit jeden Einzelnen betrifft und die Menschen für die Gefahren sensibilisieren. Neben Alonso und Bottas machen sich auch Ex-Formel1-Pilot Nico Rosberg für mehr Verkehrssicherheit stark.

In Österreich wird die Kampagne mit den vier Sujets "Immer mit Gurt", "Don't text and drive", "Immer mit Kindersitz" und "Kein Alkohol am Steuer" , repräsentiert durch Formel-1-Stars – in den kommenden zwei Wochenzu sehen sein. Die Stars wollen so auf unterschätzte Gefahren aufmerksam machen und rufen zum Schutz von Kindern im Straßenverkehr auf.


Fernando Alonso: „Ich habe noch nie einen Strafzettel bekommen“

Welche Erfahrungen haben die Formel-1-Piloten im Straßenverkehr selbst gemacht und was raten sie Autofahrern, um unfallfrei im alltäglichen Verkehr durchzukommen? Alonso und Bottas im Gespräch mit dem trend.

trend: Herr Alonso, haben Sie selbst auf öffentlichen Straßen bereits Unfälle gebaut?
Fernando Alonso: Ich habe, Gott sei dank, noch nie einen Unfall gehabt. Ich hoffe, das bleibt so.

trend: Worauf sollte man beim Autofahrern besonders achten?
Valtteri Bottas: Für uns als Formel-1-Fahrer ist die Konzentration der Schlüssel zu unfallfreiem Fahren. Wenn wir nicht 100 Prozent auf das Fahren fokussiert sind, passieren auch auf der Rennstrecke die Fehler. Dasselbe ist es im Straßenverkehr. Wenn man an etwas anderes denkt. Der Unterschied zur Rennstrecke ist, dass man auf der Straße auch das Leben anderer und auch seiner Mitfahrenden riskiert. Das sollte man bedenken. Denn jeder einzelne Verkehrsunfall ist zu viel.
Alonso: Wir sind professionelle Fahrer und viele Menschen, auch Kinder, sehen uns jeden Sonntag auf der Rennstrecke in hohem Tempo Runden zu fahren. Doch wir wollen den Menschen eine klare Botschaft senden: Wir fahren auf dafür abgesperrten Stecke. Und unsere Rennautos werden ständig allen möglichen Tests unterzogen, damit sie sicher genug sind, um diese hohen Geschwindigkeiten gut zu erreichen.

trend: Auf den Plakaten, die nun aufgrund der Kampagne veröffentlicht werden, sind sie mit einem Sicherheitsgurt zu sehen. Wie wichtig sind diese für die Verkehrssicherheit?

Alonso: Mir war wichtig für diese Kampagne mit einem Gurt abgebildet zu werden. Manchmal vergessen wir, gerade auf kurzen Strecken, einen Sicherheitsgurt anzulegen. Aber wenn man es mit der Formel 1 vergleicht, sieht man welchen Stellenwert Sicherheitsgurte haben. Wir haben nicht einen Sicherheitsgurt, wir haben sechs. Aber natürlich sollte ist es ebenso wichtig beim Autofahren nicht zu telefonieren oder Text-Nachrichten zu verschicken.

trend: Herr Alonso, Sie betreiben in Spanien einen Kart Campus, wo Sie junge Menschen in Sachen Verkehrssicherheit schulen. Welche Botschaft haben Sie für jene, die gerne auch auf der Straße mit sehr hoher Geschwindigkeit fahren?
Alonso: In meinen Fahrschulen in Spanien haben bereits 7.000 Kinder mit Gokarts auf der Rennstrecke Sicherheitstrainings absolviert. Wir versuchen so das Thema Sicherheit Kindern von klein auf näher zu bringen. Wir und auch die FIA glauben, dass frühzeitige Bildung auch in Punkto Verkehr und Sicherheit essentiell ist. 90 Prozent aller fatalen Unfälle entstehen schließlich durch menschliche Fehler. Deshalb sollten wir anderen Verkehrsteilnehmern Respekt entgegenbringen. Unser Ziel ist es, dass Eltern mit ihren Kindern im Alltag, etwa beim Essen, über Sicherheit im Verkehr reden. Wenn es uns mit unserer Popularität und mit dieser Kampagne gelingt, die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren, ist das ein wichtiger Schritt.

trend: Wie war das Gefühl als Sie das erste Mal auf einer öffentlichen Straße fahren durften?
Alonso: Es war schon stressig. Zumal ich schon viele Jahre bis dahin mit Gokarts, Motorrädern und Rennautos auf Rennstrecken gefahren bin. Ich bin vor der Fahrprüfung auch nur einmal kurz mit dem Auto gefahren. Ich war wirklich aufgeregt. Das Fahrzeug zu kontrollieren war kein Problem, aber die vielen Verkehrsteilnehmer und Verkehrsschilder, die zu beachten sind, waren schon eine ungewohnte Situation.

trend: Die Autos sind heute wesentlich sicher gebaut als noch vor Jahren. Könnte man da die aktuellen Tempolimits nicht anheben?
Alonso: Die Autos sind gerade in den letzten 15 Jahren wirklich viel besser und sicherer geworden. Viele Entwicklungen, wie ABS oder ESP stammen aus der Formel 1. Aber Tempo-Limits haben nach wie vor ihre Berechtigung. Nur wenn wir respektvoll und im vorgeschriebenen Geschwindigkeit fahren, können wir auch angemessen auf Gefahren und andere Verkehrsteilnehmer reagieren. Respektvoller Umgang sollte man im Straßenverkehr nie vergessen. Wir als Formel 1-Fahrer sehen uns da als Role Model, als Vorbild.

trend: Haben Sie selbst trotzdem schon Strafzettel wegen Schnellfahrens kassiert?
Alonso: Ich hab noch nie einen Strafzettel bekommen. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich so selten auf öffentlichen Straßen selbst fahre.

trend: Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie sehen, dass ein Unfall unvermeidlich wird?
Alonso: Ich denke daran, wie viel Zeit ich dadurch verlieren werden oder dass ich am Ende gar nicht mehr weiter fahren kann.

trend: Keine Angst selbst verletzt zu werden?
Alonso: Ich vertraue meinem Team da völlig, dass alles dazu beitragen, dass das nicht passiert.

trend: Viele junge Österreicher machen heuer im Sommer ihren Führerschein. Welche Tipps haben Sie für diese blutjungen Verkehrsteilnehmer?
Alonso: Relax. Das wichtigste ist es, entspannt zu fahren. Auch an die Prüfung sollte man möglichst entspannt herangehen. Ich erinnere mich an meine eigene Fahrprüfung. Ich war sehr angespannt. Es ist der Moment, in dem man all seine Gelerntes abrufbereit haben muss und beim Fahren wird man ganz genau beobachtet. In Spanien dauert die technische Fahrprüfung rund 40 Minuten, aber es hat sich für mich wie vier Stunden angefühlt. Man hat immer Angst kleine Fehler zu machen. Aber man sollte sich nicht zu sehr auf die Prüfer konzentrieren, sondern darauf was man macht und wo man fährt. Bleibt konzentriert, bei dem was ihr macht! Manchmal hat man zu viel Stress, wenn man hinter dem Lenkrad sitzt. Manchmal ist es eine Prüfung, manchmal macht einen aber auch ein Mitfahrer nervös oder man hat ein Problem bei der Arbeit und man beschäftigt sich in Gedanken damit. All dieser Stress und diese Gedanken an etwas anderes verringern die Konzentration auf die Straße.

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