VKI kritisiert neue Telematik-Tarife der Kfz-Versicherungen

VKI kritisiert neue Telematik-Tarife der Kfz-Versicherungen

Neue Überwachs-Apps von Kfz-Versicherungen bewerten jede Autofahrt.

Die Kfz-Versicherung erfährt mit neuen Telematik-Tarifen wie man zu jeder Tages- und Nachzeit Auto fährt: Zu schnell, mit zu abrupte Bremsmanöver oder ob sich der Fahrer wohl verhält. In letzterem Fall erhält dieser als Belohnung eine besonders günstige Prämie - so das Versprechen. Doch das ist laut Konsumentenschützern nicht immer der Fall, auch Apps, die die Fahrten aufzeichnen, werden kritisiert.

Die Führerscheinprüfung ist bestanden, das neue Auto angeschafft. Jetzt muss eine Versicherung abgeschlossen werden. Sogenannte "Telematik"-Tarife sollen helfen, die Kosten zu senken und das Unfallrisiko verringern - beide sind bei Führerscheinneulingen besonders hoch. Doch die Systeme seien fehleranfällig und die tatsächliche Ersparnis oft nicht gegeben, kritisiert der VKI.

Die Telematik - der Begriff setzt sich zusammen aus Telemetrie ("Fernmessung") und Informatik - wird bei Kfz-Versicherungen eingesetzt, um Fahrdaten aufzuzeichnen und daraus Schlüsse über das Fahrverhalten zu ziehen. Umsichtiges und Unfälle vermeidendes Fahren wird mit Rabatten belohnt, erläutert der VKI in der neuen Ausgabe des "Konsument".

Jede Fahrt wird bewertet

Die verschiedenen Messwerte werden von den Anbietern ausgewertet und ein Punktestand ermittelt. Der Versicherer Allianz etwa vergibt pro Fahrt bis zu 100 Punkte, ab 70 Punkten gibt es Prämienabzüge. Berücksichtigt werden Faktoren wie beispielsweise die Geschwindigkeit. Wer schneller fährt als erlaubt, dem werden Punkte abgezogen. Andere Berechnungsfaktoren sind Beschleunigung (sanftes Gleiten ist gut), das Bremsverhalten (abrupt ist schlecht) oder der Fahrzeitpunkt/-ort (nachts und innerstädtisch bringt Abzüge).

Allianz und Uniqa als Vorreiter bei Telematik-Tarifen

In Österreich bieten unter anderem die Allianz und UNIQA für Autofahrer einen Telematik-Tarif an. Damit ließen sich bis zu 40 Prozent sparen, die Altersgruppe bis 25 Jahre profitiere von den Tarifen besonders, so die Allianz. Das für die Fahranfänger stark erhöhte Unfallrisiko könne deutlich reduziert werden, indem die Fahrer zu einer sicheren und ruhigen Fahrweise animiert werden.

Apps nicht zuverlässig

Die VKI kritisiert die Unzuverlässigkeit der App-basierten Systeme. Die Apps zeichneten in Tests nicht nur Autofahrten auf, sondern auch die "artfremden" und wesentlich ruhigeren Bahn- und Fahrradfahrten ohne ruckartiges Bremsen oder Beschleunigen. Bei Fahrten mit schlechtem Punktestand ließe sich einfach auf "Beifahrer" oder "Busfahrt" umschalten, um so noch einmal das Resultat zu verbessern.

Bester Punktestand und trotzdem nicht die niedrigste Prämie bezahlen?

Selbst beim besten Punktestand seien die Telematik-Tarife aber nicht automatisch die günstigsten. Im Vergleich mit Online-Angeboten der Allianz und UNIQA hätte es für die Beispielfälle trotz Erreichen der höchsten Bonusstufe günstigere Angebote gegeben.

Stadt und Nacht werden als Risikofaktoren gewertet

An Telematik-Tarifen Interessierte sollten überprüfen, ob die maximale Rabatthöhe überhaupt erreicht werden könne, rät der VKI. Je nach Lebensumständen sei das nämlich teilweise gar nicht möglich. Ein Fahrer, der berufsbedingt nachts unterwegs sei, erhielte Punkteabzüge, weil diese Zeit als unfallträchtiger gelte. Abzüge gebe es auch für Fahrten in der Stadt.

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