Junge Flüchtlinge bei BMW: Jetzt müssen Sie zeigen was sie können

Junge Flüchtlinge bei BMW: Jetzt müssen Sie zeigen was sie können

Flüchtlinge werden nun bei BMW auf ihre Praxistauglichkeit geprüft. Wer sich qualifiziert, erhält eine Berufsausbildung beim Hersteller. Was die Flüchtlinge in den nächsten sechs Monaten lernen müssen und welchen Eindruck die BMW-Recruiting-Chefin von den Neuankömmlinge hat.

Acht junge Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan starten in diesen Tagen im BMW Werk München mit der Einstiegsqualifizierung(EQ) für Jugendliche. In einem sechsmonatigen Praxiseinsatz wollen die zwischen 17 und 23 Jahre alten Berufsstarter die Qualifikation erwerben, um anschließend eine Berufsausbildung beginnen zu können. „Es ist beeindruckend, wie hochmotiviert die jungen Menschen sind. Unsere Ausbilder sind begeistert von ihrem Einsatz und ihrer Wissbegier,“ erklärt Susanne Greinert, Leiterin Strategische Personalentwicklung, Recruiting & Qualifizierung bei der BMW Gruppe.

Auch in den anderen Werken der BMW Gruppe starten derzeit junge Flüchtlinge mit dem Programm, beispielsweise in Leipzig, wo Anfang Januar ebenfalls acht „EQ’ler“ begonnen haben.

Die von BMW führt das EQ-Programm bereits seit 2004 durch, seit 2005 ist es fester Bestandteil der Berufsausbildung an allen Werksstandorten. Die Maßnahme der Bundesanstalt für Arbeit in Zusammenarbeit mit Ausbildungsbetrieben richtet sich an Jugendliche mit geringen Vermittlungschancen auf dem Arbeitsmarkt. Sie soll fachliche Grundlagen vermitteln und zur Ausbildungsreife verhelfen. Jährlich nehmen in den BMW Werken rund 40 Teilnehmer an der Einstiegsqualifizierung teil. Etwa 60 Prozent von ihnen starten anschließend erfolgreich in eine Berufsausbildung bei BMW.

Im Rahmen des diesjährigen EQ-Programms hat BMW zusätzliche Gruppen für Flüchtlinge eingerichtet, bei denen einzelne Inhalte an deren besonderen Unterstützungsbedarf angepasst wurden. So werden beispielsweise auch berufs- und branchenrelevante Sprachkenntnisse vermittelt, interkulturelle Trainings durchgeführt oder auch ganz praktische Unterstützung geboten, beispielsweise bei Behördengängen. Dabei übernehmen auch Mitarbeiter und Auszubildende der Münchner eine aktive Rolle und stehen den Berufsstartern als Mentoren zur Seite.

Die jungen Flüchtlinge werden während ihres Praxiseinsatzes im Werk umfassend auf die Anforderungen einer Berufsausbildung vorbereitet. Sie erhalten im Laufe der sechs Monate unter anderem einen Grundlehrgang in der Metallverarbeitung und nehmen an begleitenden Berufsschulkursen zur Vertiefung der Lerninhalte teil. Nach erfolgreicher Absolvierung des Programms haben die Jugendlichen bei Eignung die Chance auf einen regulären Ausbildungsplatz, entweder bei BMW oder einem anderen Ausbildungsbetrieb.

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