Hohe NOx-Emissionen: Importeure wehren sich

Hohe NOx-Emissionen: Importeure wehren sich

Spritschlucker wie der Porsche Panamera regen auf.

Die EU hat Österreich für zu hohe der schädlichen NOx-Werte gerügt. Auch Grünen Abgeordneter Will kritisiert die nicht ausreichenden Maßnahmen, die Dieselfahrzeuge betreffen. Günther Kerle, Sprecher der Automobilimporteure lässt das nicht auf der heimischen Autobranche sitzen.

"NOx-Emissionen sind sehr wohl deutlich zurückgegangen“, so Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure. Die Realemissionen seien parallel zu den NOx-Grenzwerten von Euro 1 bis Euro 6 nachweislich gesunken. Gesteht aber: "Wenn das im alltäglichen Straßenverkehr leider nicht im selben Ausmaß wiederspiegelt, wie bei den Grenzwerten."

Große Anstrengungen werden von der Autoindustrie unternommen

Stammten im Jahr 1980 noch 29,2 Prozent (73.200 Tonnen) der NOx-Gesamtemissionen in Österreich aus dem Autoverkehr, so waren es 2014 nur noch 12,8 Prozent (16.600 Tonnen). „Niemand wird in Abrede stellen, dass eine hohe Luftqualität uns allen ein Anliegen sein muss“, stellte Kerle klar. „Deshalb beschäftigt sich die Automobilindustrie intensiv mit den Themen Abgasreinigung, Schadstoffreduzierung und Effizienzsteigerung. Dennoch muss an diesem Punkt festgehalten werden, dass jede weitere Entwicklung in diese Richtung mit großen Anstrengungen und erheblichen Investitionen für die Automobilindustrie verbunden ist. Es gilt entsprechend sicherzustellen, dass der gesetzliche Rahmen Grenzwerte definiert, die technisch derzeit auch möglich und umsetzbar sind. Die vorgesehenen Toleranzfaktoren bei den neuen Testverfahren ab 2017 stellen genau das sicher.“

Höhere Besteuerung von Diesel stößt auf Widerstand - Steuer auf Benzin zu senken kein Thema

2015 wurden über vier Milliarden Euro an Mineralölsteuer in die Staatskasse gespült, auch der sogenannte Tanktourismus leistet hier seinen Beitrag. „Es ist naheliegend, dass, sollten die Einnahmen aus dem Tanktourismus wegfallen, das Geld auf anderer Seite eingeholt wird. Durch eine höhere Dieselbesteuerung würden aber nur die heimischen Autofahrer mehr zahlen“, kritisierte Kerle. Eine Senkung der Steuern von Benzin auf das Niveau von Diesel wagt offenbar angesichts ständiger Steuererhöhungen niemand zu denken.

Tanktourismus als Zünglein an der Waage?

„Klimapolitisch hätte die Maßnahme wenig Auswirkungen, da die Schadstoffe vom Tanktourismus ohnehin nicht in Österreich ausgestoßen werden. Eine derartige Forderung macht laut Kerle demnach keinen Sinn. Das Credo müsse lauten: Fördern statt bestrafen.

Streit um E-Autoförderung: Wie sinnvoll ist sie wirklich?

Eine bundesweit einheitliche Ankaufsförderung von Elektromobilität für Private würde laut Kerle klimapolitisch mehr bringen als die Bestrafung von Bürgern, die auf ihr Auto angewiesen sind und anschließend nur noch tiefer in ihre Taschen greifen müssten.“ Dem widerspricht allerdings Markus Zeiner von der Klimaschutz-Koordinationsstelle Salzburg. So wurden in Salzburg, trotz hoher Förderung, erst 150 E-Autos verkauft. "Das ist eine teure Förderung für das was es ökologisch bringt." Da damit so wenig Autos mit alternativem Antrieb auf die Straße kämen, die Förderung aber meist relativ hoch sei.

Neue Lkw-Maut: Kosten wie Lärm und Schadstoffe erstmals mit eingerechnet

Für Ärger in der Branche sorgt auch die Grünen-Abgeordneten Will kritisierte neuen Mauttarife für Lkws: „Wir sind etwas verwundert, dass von den Grünen bereits die Auswirkungen der neuen Mauttarife diskutiert werden, obwohl diese noch gar nicht veröffentlicht wurden", so Franz Weinberger, Sprecher der österreichischen Nutzfahrzeugimporteure. Ab 2017 werden in die neuen Mautsätze auch die externen Kosten, wie Lärm und Schadstoffe mit eingerechnet. Österreich ist eines der ersten EU-Länder, welche diese externen Faktoren in der Maut berücksichtigen.“

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