"Große Teile der Dieselflotten werden durch E-Autos ersetzt"

Brigitte Bichler, Verkaufsdirektorin von Arval Austria, über zwei neue, unterschiedliche Entwicklungen bei Fuhrparks.

"Große Teile der Dieselflotten werden durch E-Autos ersetzt"

Brigitte Bichler, Verkaufsdirektorin von Arval Österreich, bemerkt, dass Firmen bei ihrer Car Policy strengere CO2-Ziele formuliert haben.

trend: Ankündigungen von Unternehmen, nachhaltiger zu agieren und damit auch weniger CO2 zu verbrauchen, häufen sich. Spiegelt sich diese Einstellung bei der Bestückung der Fuhrparks wider?
Brigitte Bichler: In den vergangenen Jahren haben Firmen viel darüber gesprochen, ihren CO2-Ausstoß zu senken. Bisher ist aber oft bis auf die Anschaffung von ein, zwei E-Autos - um sich nach außen hin einen grünen Anstrich zu verpassen - nicht viel passiert. Jetzt kommt aber Bewegung in die Sache. Firmen tauschen mitunter große Teile ihrer Dieselflotte gegen Elektroautos aus.


Firmen haben in Car Policy strengere CO2-Ziele formuliert

Welche Unternehmen sind das, die ihren Fuhrpark grüner aufstellen?
Das sind meist größere Betriebe ab 150 Mitarbeitern. Vor allem internationale Konzerne haben in ihrer Car Policy strengere CO2-Ziele formuliert als bisher.

Ein großer Run auf Elektroautos wurde durch die Investitionsprämie von 14 Prozent ausgelöst. Diese Förderung ist vorerst beendet. Ist damit der Kaufrausch vorbei?
Ein Gutteil der Firmen, die Elektroauto anschaffen wollten, hat das fürs Erste getan. Die Nachfrage wird aber trotzdem deutlich höher bleiben als in der Vergangenheit. Der Druck, nachhaltig zu handeln, wird bleiben. Der Anteil jener, die sich durch ein E-Auto den Sachbezug sparen wollen, wird ebenfalls steigen.


Der Wunsch nach einem Dienstwagen mit niedrigen laufenden Kosten wird zunehmen

Wird die Pandemie das Mobilitätsverhalten langfristig verändern?
Die Frage wird sein, wie viele Mitarbeiter ins Büro zurückkehren werden und in welchem Ausmaß. Es ist absehbar, dass bei Mitarbeitern, die auch künftig mehr vom Homeoffice aus arbeiten, der Wunsch nach einem Dienstwagen mit niedrigen laufenden Kosten zunehmen wird.

Der Anteil von Plug-in-Hybrid-Modellen ist laut dem jüngsten Fleet-Barometer des Arval Mobility Observatory im Vorjahr stark gestiegen. Wird dieser Trend anhalten?
Diese Entwicklung wird eher abflachen. Zwar bevorzugen viele Mitarbeiter mit Anspruch auf einen Dienstwagen ein Plug-in-Hybrid- Modell, aber vor allem wegen des reduzierten Sachbezugs. Nur der Firma bringt das im Grunde nichts, wenn sie mit ihrem Fuhrpark tatsächlich ihren CO2-Fußabdruck senken will. Diese muss oft feststellen, dass Plug-in-Modelle, wenn nicht so genutzt, wie sie sollten - also regelmäßig mit Strom betankt und mit angepasster Fahrweise betrieben -, letztlich mehr Sprit benötigen als ein Dieselfahrzeug.


Sale-and-Lease-back-Finanzierung wird erstmals auch stärker von kleinen und mittelständischen Betrieben nachgefragt

Ist die Pandemie auch ein Katalysator für neue Entwicklungen bei KMU?
Vor Ausbruch der Pandemie haben drei Viertel der KMU ihre Autos noch gekauft. Jetzt bemerken wir einen signifikanten Sprung des Anteils jener, die ihre Autos finanzieren wollen. Viele zwingt die angespannte Liquidität zum Umdenken. Auch unsere Sale-and-Lease-back-Finanzierung wird nun erstmals auch stärker von kleinen und mittelständischen Betrieben nachgefragt. Heuer haben wir in diesem Bereich schon mehr Abschlüsse gemacht als 2020 das ganze Jahr. Die Firmen verkaufen dazu ihren Fuhrpark an uns, kommen so sofort zu Liquidität und leasen die Autos für eine monatliche Pauschale zurück. Wie beim Full-Service-Leasing fallen keine Anschaffungskosten an und Restwertprobleme gibt es auch keine.

Apropos Restwert: Wie schätzen Sie die Entwicklung der Gebrauchtwagenpreise für Elektroautos ein?
Wir sind optimistisch, dass sich nach Ablauf der Leasingdauer ein guter Preis dafür erzielen lässt. Aber um als Unternehmen auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen wir, dieses Risiko auszulagern und ein Full-Service-Leasing zu wählen. Allein die Konditionen beim Kauf, die wir als Großabnehmer bekommen, sprechen dafür. In Österreich besteht unsere Leasingflotte aus 13.000 Fahrzeugen.


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Welche Trends könnten sich in Zukunft noch durchsetzen?
Firmen werden dazu übergehen, Mitarbeitern einen Mix verschiedener Fortbewegungsmittel anzubieten, die sie in Form monatlicher Mobilitätsbudgets nutzen können.

ZUR PERSON.
Brigitte Bichler ist seit 2018 Commercial Director bei Arval Austria. Das Unternehmen ist Teil des französischen Fuhrparkkonzerns Arval, der weltweit 1,4 Millionen Autos im Full-Service-Leasing betreibt. Bichler ist eine erfahrene Leasingexpertin.

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