Gebrauchtwagenmarkt: VW Golf verdrängt 3er BMW an der Spitze

Gebrauchtwagenmarkt: VW Golf verdrängt 3er BMW an der Spitze

Der neue VW Golf ist zwar noch brandneu, wird aber als Gebrauchtwagen dem 3er BMW ebenfalls mächtig Konkurrenz machen.

Sowohl für Private als auch für Firmen ist die Entwicklung von Angebot und Nachfrage beim Wiederverkauf wichtig, um zu wissen welche Preise erzielbar sind. Derzeit haben Verkäufer, etwa von Leasingfahrzeugen, am Gebrauchtwagenmarkt gute Karten. Lesen Sie, was Käufer derzeit im Schnitt zahlen und bei welchen Modellen die Nachfrage das Angebot, teilweise deutlich, übersteigt. Welche Farben 2019 stärker gefragten waren als 2018.

In den vergangenen Jahren waren die Plätze genau verteilt. Der 3er BMW war bei Gebrauchtwagenkäufern stets in den Beliebtheitsrankings die Nummer Eins. Doch 2019 wurde der bayrische Mittelklassewagen überraschende vom Golf abgelöst. Der Kompaktwagen kletterte mit 4,1 Prozent, gemessen an den Seitenaufrufen auf des Gebrauchtwagenportal AutoScout24, in Österreich, Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Spanien an die Spitze der Beliebtheitsskala an die Spitze. Den bisherigen Favoriten BMW 3er mit 3,5 Prozent der Suchanfragen auf Platz zwei, gefolgt von der Mercedes-Benz C-Klasse und E-Klasse und Audi A4. Auf Autoscout24, zu der auch gebrauchtwagen.at zählt, werden täglich acht Millionen Besucher verzeichnet.

Der VW Golf, 34 BMW und der Audi A4 sind bei den Gebrauchten am beliebtesten.

Golf um 15.800, 3er BMW um 16.300 Euro
Preislich konnte der VW Golf ebenfalls leicht zulegen und war um durchschnittlich 15.784 Euro zu haben. Der 3er BMW wechselte in Europa im Schnitt für rund 16.307 Euro den Besitzer (+1,1 Prozent). Den größten Preisanstieg verzeichneten die Mercedes-Modelle: die C-Klasse verteuerte sich um 3,8 Prozent auf 25.138 Euro und die E-Klasse sogar um 4,8 Prozent auf 27.805 Euro. Minimal günstiger konnte 2019 nur der Audi A4 um durchschnittlich 19.134 Euro erstanden werden.

Mercedes: Preisanstieg 2019 am höchsten
Die Käufer reißen den Anbietern für einen gebrauchten Mercedes E-Klasse nur so aus den Händen. Die hohe Nachfrage führte zu einem Preisanstieg von 4,8 Prozent im Vorjahr. Ähnlich war die Preisentwicklung bei der C-Klasse. Die Preise für die Premiumlimousine legte um 4,8 Prozent zu.

Für einen Mercedes zahlt man im Schnitt um 10.000 Euro mehr als für einen BMW und auch um 6.000 Euro mehr als für einen ähnlichen Audi. Alle angeführten Modelle wurden, bis auf den Audi A4, im Vorjahr gegenüber 2018 teurer.

Gute Preise erzielbar
Die Voraussetzungen, um am Gebrauchtwagenmarkt gute Preise zu erzielen, sind gut. Bei allen fünf Modellen, die am beliebesten sind, übersteigt die Nachfrage das Angebot.

Die Nachfrage (blauer Balken) ist vor allem beim BMW 3er, dem Audi A4, dem BMW 5er deutlich größer als das Angebot.

Österreich: VW beliebteste Gebrauchte, gefolgt von Audi und Mercedes
Bei den Österreichern unterscheidet sich die Reihung vom europäischen Durchschnitt. Zwar führt auch der VW Golf mit 5,3 Prozent aller Suchanfragen das Ranking vor dem BMW 3er (4,7 Prozent). Dann folgt jedoch schon der Auto A4, der 5er BMW sowie der Audi A6. Knapp jeder dritte Österreicher sucht ein schwarzes Auto, 18 Prozent ein dunkelgraues. Bei den Marken haben die Österreicher eine klare Präferenz für deutsche Hersteller: Volkswagen führt vor BMW, Audi und Mercedes-Benz. Auf Platz fünf liegt Ford als einzige außereuropäische Marke.

Bei gebrauchten BMWs und Audis ist die Nachfrage (blauer Balken) wesentlich höher als die Nachfrage.

Farbspektrum: Beliebtheit von Blau und Weiß leicht gestiegen
Bei den Farben sind sich die Europäer einig und das seit Jahren. Schwarz war demnach auch 2019 die mit großem Abstand beliebeste Autofarbe, so das Ergebnis der Untersuchung auf autoscout24. Modelle mit dieser Farbe sind bei den Gebrauchtwagen-Suchen vorne und umfasst 28,1 Prozent aller Farb-Sucheingaben. Die zweithäufigst gesuchte Farbe ist Grau (20,5 Prozent). Einen minimalen Anstieg bei der Beliebtheit verbucht Weiß, das 16,1 Prozent bevorzugen. Blau
und Silber im Gegensatz zum Vorjahr die Plätze getauscht. So gingen auf 11,1 Prozent auf Blau zurück, Silber erzielte mit 10,7 Prozent den fünften Platz.

An Schwarz kommt keine andere Farbe heran.

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