Gebrauchte Diesel: Mit so hohem Wertverlust kalkuliert VW pro Auto

Gebrauchte Diesel: Mit so hohem Wertverlust kalkuliert VW pro Auto

Das deutsche Gerichtsurteil könnten Diesel-Autofahrern hunderte von Euros kosten.

Die VW-Leasing-Gesellschaft geht davon aus, dass Dieselfahrverbote in Deutschland zu erheblichen Wertverlusten führen werden. Das gibt auch Besitzern von Dieselautos eine gute Orientierung mit welchen Verlust sie beim Verkauf ihres Dieselautos rechnen müssen.

In Deutschland steht nach dem jüngsten Gerichtsbeschluss das Fahrverbot für Dieselautos in Städten, die von besonders hoher Luftverschmutzung mit Stickoxiden betroffen sind, kurz vor der Umsetzung. Nicht nur Dieselautofahrer, auch Autohersteller zittern, vor den möglichen finanziellen Folgen.

Sinkende Preise in Deutschland nicht ohne Auswirkungen auf Österreich

Österreichische Dieselautobesitzer sind von dem deutschen Urteil zwar nicht unmittelbar betroffen, sofern sie nicht mit den betreffenden Autos, in diese Städte fahren. Aber auf das österreichische Preisgefüge bei Dieselautos dürften Dieselfahrverbote dennoch auch hierzulande Auswirkungen haben. Zumal die überschüssigen Gebraucht-Diesel auch auf den österreichischen Markt drängen werden und hier das Preisgefüge unter Druck bringen werden, wenn auch in geringerem Ausmaß als in Deutschland. Hinzu kommt, dass mittlerweile auch in Österreich weniger Dieselautos nachgefragt werden und schon alleine deshalb Gebrauchtwagen mit diesem Antrieb, niedrigere Preise als bisher erzielen dürften.

Gebrauchte Dieselautos könnten um bis zu 500 Euro an Wert verlieren

Wie stark der Wertverlust sein könnte, war bisher für Laien kaum abschätzbar. Doch nun wurde erstmals eine Zahl bekannt, mit der ein Autohersteller bereits rechnet. So hat die VW-Tochter Financial Services nun bekannt gegeben, dass sie aufgrund der sinkenden Restwerte für gebrauchte Diesel-Leasing-Fahrzeuge rund 100 Millionen Euro als Rückstellung budgetiert haben. Das entspricht pro Fahrzeug einem Rückgang des Restwertes, also des Verkaufspreises nach im Schnitt drei, bis vier Jahren nach Erstzulassung von bis zu 500 Euro.

Lars-Henner, Vorstand der VW-Finanzierungstochter, betonte bei der Präsentation der Bilanz jedoch, dass der Rückgang der Preise für gebrauchte Diesel auf Deutschland beschränkt sei. Dennoch ist es auch für österreichische Dieselautobesitzer in jedem Fall gut zu wissen, mit welchem preislichen Rückgang man in Deutschland rechnet. Denn Preisrückgänge federt ein Leasing-Vertrag nicht ab. Den Wertverlust trägt nämlich in diesem Fall der Kunde. Nur die herkömmliche Abnützung ist beim Restwert gedeckt. Wer ein Dieselauto geleast hat, steht damit vor einem nicht unbeträchtlichem finanziellen Risiko, wenn er das Auto zum vereinbarten Zeitpunkt wieder an die Leasingfirma retourniert.

VW-Leasingtochter als Cashcow

In Deutschland ist VW Financial Services Eigentümer von 237.000 Diesel-Fahrzeugen, die Kunden geleast haben und deren Wert durch den Abgasskandal beeinträchtigt werden könnte. Die Finanzierungstochter von VW wird mögliche Restwertverluste aber wohl dennoch gut wegstecken. Der operative Gewinn stieg im Vorjahr auf 2,5 Milliarden Euro und damit um 14 Prozent gegenüber 2016.

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