Ford: Tausende Jobs wackeln in Europa

Ford: Tausende Jobs wackeln in Europa

Jetzt wird es eng: Ford will in vier Jahren 25 Milliarden sparen. Die Zahl der Mitarbeiter und die Produktion könnten massiv gekürzt werden.

Der US-Autobauer Ford ist in Europa finanziell massiv angeschlagen. Bis zu 24.000 Jobs könnten wackeln. Die Pläne des neuen Firmenbosses.

Der zweitgrößte US-Autobauer Ford steht vor einem radikalen Umbau seines Europageschäfts. Dabei seien die Auswirkungen auf die beiden deutschen Standorte in Köln und Saarlouis noch nicht absehbar, sagte eine Sprecherin am Montag in Köln. Von derzeit rund 24.000 Mitarbeitern in Deutschland sind etwa 18.600 am größten deutschen Standort in Köln beschäftigt.

Kostendruck auch in deutschen Werken

Einen Bericht der "Sunday Times", nach dem in Europa bis zu 24.000 Jobs auf der Kippe stehen sollen, wies das Unternehmen in einer Stellungnahme als "Spekulation" zurück. Die könnte die Produktion der Modelle Mondeo, Galaxy und dem S-Max eingestellt werden. Spekulationen widerspricht die Ford-Deutschland-Sprecherin jedoch. Das deutsche Geschäft stehe bei Ford derzeit auf "gesunden Füßen. Deutschland ist profitabel unterwegs." Im größten deutschen Werk in Köln werde etwa der Ford Fiesta produziert. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die Situation in einem globalen Konzern "nie so marktspezifisch" betrachtet werde. Grundsätzlich seien auch die deutschen Standorte aufgrund des Kostendrucks zum Umbau angehalten.


Wir sind extrem unzufrieden mit unserer Leistung in Europa und China

Der kriselnde US-Branchenriese will die Kosten kräftig senken und tüftelt an einem großen Konzernumbau. Dabei gilt Europa als eine der größten Baustellen. Vorstandschef Jim Hackett hatte sich nach Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal angesichts der Probleme alarmiert gezeigt. "Wir sind extrem unzufrieden mit unserer Leistung in Europa und China", sagte er. In einer Konferenz mit Finanzanalysten räumte er ein: "Mit derartigen Resultaten hatten wir nicht geplant." Die Grundursache der Probleme habe man jedoch erkannt und werde sie angehen. Hackett hat den Spitzenposten erst im vergangenen Jahr übernommen, steht aber bereits unter enormem Druck.

Gewinn 2018 eingebrochen

In den drei Monaten bis Ende Juni hatte sich das operative Ergebnis im Jahresvergleich um 195 Mio. Dollar (167,4 Mio. Euro) verschlechtert, letztlich fiel ein Quartalsverlust von 73 Mio. Dollar an. Auch für das Gesamtjahr 2018 erwartet Ford in Europa nun ein Minus. Die Kosten würden "aggressiv attackiert", verkündete der Konzern bereits im Juli.

25 Milliarden Dollar einsparen


Die Vorgaben von Konzernchef Hackett sind rigoros. Bis 2022 sollen 25,5 Milliarden Dollar eingespart werden. Geschäftsbereiche mit unterdurchschnittlicher Leistung sollen kein Geld mehr bekommen, so die neueste Vorgabe Hacketts.

Pro Auto 165 Euro Verlust

In Europa steht Ford finanziell das Wasser bis zum Hals. Die Gewinnspanne beträgt hier lediglich 9,3 Prozent. Ziel ist eine Profit-Marge von sechs Prozent. Doch davon ist man weiter weg den je. Nach Angaben von Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer hat der Konzern im zweiten Quartal pro verkauftem Auto sogar einen Verlust von 165 Euro eingefahren.

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