Duell: Ford Mustang schlägt Porsche 911

Duell: Ford Mustang schlägt Porsche 911

Sich die Sportwagen-Krone aufzusetzen, hat schon was für sich. 2017 siegte der Ford Mustang. Keiner wurde 2017 mehr verkauft.

Der Ford Mustang war 2017 weltweit das meistverkaufte Sportcoupé. Ein Land liebt den Amerikaner besonders. Was der sportliche Feger so drauf hat und wie man dem neuen Sondermodell zum 50. Jubliäum des Klassikers noch ein motorisches Sahnehäubchen drauf setzt. Und was den Unterschied zum Verfolger Porsche 911 ausmacht.

Bei Ford dürfte sich derzeit Jubel mit lautem Röhren vermischen. Denn die US-Marke mit seinem Aushängeschild Ford Mustang schlägt seinen härtesten Konkurrenten: Den Porsche 911. Denn das ikonische Modell, made in USA, war 2017 weltweit das meistverkaufte Sportcoupé. So wurden im Vorjahr rund um den Erdball 125.809 Ford-Mustang-Neuwagen ausgeliefert. Das ergab die Auswertung der jüngsten Zulassungsdaten von IHS Markit. Der Sportwagen-Klassiker liegt damit bei den Absatzzahlen bereits zum dritten Mal in Folge an erster Stelle.

Chinesen lieben den Mustang

In Europa verkaufte Ford 13.100 Mustangs und überholte damit den Porsche 911 in insgesamt 13 europäischen Märkten, darunter in Großbritannien und Spanien. Die führenden fünf europäischen Märkte für Mustang-Verkäufe im Jahr 2017 waren Deutschland (5.742), Großbritannien (2.211), Frankreich (942), Belgien (900) und Schweden (512). Auch in Österreich ist der Mustang ein beliebtes Muscle-Car. Hier wurden im Vorjahr 242 Stück verkauft.

In China ist die Nachfrage besonders stark, dort war der Ford Mustang im vergangenen Jahr mit 7.125 Anmeldungen das meistverkaufte Sportcoupé. Seit Beginn der weltweiten Exporte im Jahr 2015 hat Ford bis Dezember 2017 weltweit rund 418.000 Mustangs verkauft. Von den fast 126.000 weltweit registrierten Fahrzeugen wurden alleine 81.866 in den Vereinigten Staaten zugelassen, wo der Ford Mustang gefertigt wird. In Europa hat Ford zwischen 2015 bis März 2018 rund 35.000 Mustangs verkauft.

Mustang mit 5-Liter-V8-Motor als Verkaufshit

Je mehr Kraft umso besser. Über alle Märkte hinweg ist der Mustang GT mit dem 5,0-Liter-V8-Motor die beliebteste Konfiguration. „Das ikonische ‚Pony Car‘ repräsentiert amerikanisches Design in Reinkultur", erklärt Erich Merkle, Ford Sales Analyst den Erfolg des Modells einen der Gründe für den Erfolg des Modells.

Duell der Sportwagen-Giganten

Preislich schlägt der wilde Mustang den Porsche 911 alle Mal. Den neuen Ford Mustang gibt es ab 48.750 Euro. Was man für einen Sportwagen mit Minimum 290 PS und 440 Newtonmeter Drehmoment getrost als Schnäppchen bezeichnen kann. Dafür darf man dann auch ungeniert den wilden Hund geben.

Der Porsche 911 Carrera, Spezialist für den noblen Auftritt der Sportmänner und -Frauen dieser Welt, legt schon einmal noch mehr Pferdestärke auf den Asphalt. Mindestens sind es 370 PS. Kostet aber in seiner schlichtesten Ausführung auch mehr als das doppelte: 117.789 Euro. Spaß machen jedenfalls beide. Aber nur der Vergleich macht sicher.

Die pure Schönheit: Porsche 911 Coupé

Neuer Kraftmeier mit 450 PS und 5-Liter-V8-Motor

Der neue Ford Mustang ist bereits bestellbar: Optisch kommt es noch sportlicher daher. Das Interieur verfügt über Soft-Touch-Materialien und 12-Zoll-Digital-Kombiinstrument. Zu den verbesserten Antriebssträngen gehört ein 5,0-Liter-V8-Motor mit einer Leistung von 450 PS, der auf Wunsch mit Zehngang-Automatikgetriebe lieferbar. Von 0 auf 100 km/h ist man in 4,3 Sekunden. Der Kraftmeier aus den USA frisst auf 100 Kilometer 12 Liter Sprit. Die CO2-Emission mit 270 g/km ist entsprechend hoch.

Mustang fährt auf Knopfdruck ohne Gebrüll

Optional kann der neue Mustang mit speziellen Dämpfern geliefert werden, die sich schneller als bisher an wechselnde Straßenbedingungen anpassen. Auch auf das wilde Brüllen kann der Mustang verzichten und bei Bedarf auch den zivilisierten Nachbarn geben. So lässt sich ein sogenannter „Gute-Nachbarschaft“-Modus programmieren. Er sorgt automatisch dafür, dass der neue Ford Mustang zu bestimmten Zeiten besonders leise bleibt – etwa, wenn der 5,0-Liter-Motor in frühen Morgenstunden angelassen wird.

Darüber hinaus bietet der neue Ford Mustang zahlreiche moderne Fahrer-Assistenzsysteme, etwa den Pre-Collision-Assist mit Fußgänger-Erkennung oder den Fahrspur- und Fahrspurhalte-Assistent.

Ein bisschen mehr geht noch: Sonderedition mit 464 PS

Zur Feier des 50. Jubiläums des gleichnamigen Filmklassikers wird Ford in Europa die Ford Mustang Bullitt-Sonderedition anbieten, die Produktion der europäischen Fahrzeug-Variante wird im Juni beginnen.

Der Ford Mustang Bullitt wird wahlweise in Iridium-Schwarz Mica oder im Dark Highland-Grün des Filmautos bestellbar sein. Sein 5,0 Liter großer V8-Motor wird voraussichtlich über eine Leistung von 464 PS sowie über ein maximales Drehmoment von 529 Newtonmeter verfügen. Auch nicht ohne: Ein 1.000 Watt starkes Soundsystem von Bang & Olofsen mit zwölf Lautsprechern.

Wenn all das nicht auf direktem Weg in den 7. Autofahrerhimmel führt?

Ford Vorstandschef Jim Hackett

Wirtschaft

Ford-CEO Hackett stellt Europa-Geschäft auf den Prüfstand

VW Golf Produktion

Wirtschaft

Volkswagen baut um: Golf-Produktion in Wolfsburg gebündelt

Kommentar
Thomas Becker

Standpunkte

Warum die Autobranche an neuen Provisionssystemen feilt