Firmenwagenreport: Was sie kosten, welche Wünsche es gibt

Der Firmenwagenreport 2016 von Kienbaum/ÖPWZ zeigt, dass die Budgets für Firmenwägen leicht gesunken sind. Dennoch steigt die Zahl der Firmenwagenbesitzer weiter. Welche Autos die Manager am liebsten fahren.

Firmenwagenreport: Was sie kosten, welche Wünsche es gibt
Firmenwagenreport: Was sie kosten, welche Wünsche es gibt

Im mittleren Führungsmanagement und bei Spezialisten und Referenten ist der Anteil der Firmenwagenbesitzer seit 2013 deutlich gestiegen.

Ein Firmenwagen zählt für viele Manager zum essentiellen Bestandteil ihres Gehalts. Der Unternehmensberater Kienbaum hat für den neuen Firmenwagenreport 2016 gemeinsam mit dem Forum Personal des ÖPWZ, deutsche und österreichischen Firmen befragt, wie es um die Nutzung der Fahrzeuge steht. Ein besonders wichtiges Kriterium dabei ist die Privatnutzung. Die Erhebung zeigt auch, ob Unternehmen ihre Fuhrparkstrategie überdenken sollten.

Alfred Berger, Vergütungsexperte bei Kienbaum in Wien erklärt: „Der Firmenwagen gilt als fester Bestandteil von Vergütungspaketen vieler Unternehmen und ist bei Top Führungskräften und im Außendienst nicht mehr wegzudenken." Werde ein Firmenwagen strategisch geschickt eingesetzt, könne er auch als Motivationsanreiz wirken. Außerdem wäre in vielen Unternehmen eine Firmenwagenpolitik mit klareren Regelungen wünschenswert. Dazu zähle auch, die Einhaltung der Firmenwagenregelungen aktiv zu fördern, um Missstimmungen zu vermeiden und die Anreizfunktion von Firmenautos voll zu nutzen.

Privatnutzung geduldet

Firmenwagen dürfen in Österreich von 60 Prozent der Fahrer privat genutzt werden, jedoch sind die österreichischen Unternehmen dann auch wieder restriktiv, was den Benutzerkreis betrifft. Bei jedem zweiten Firmenwagennutzer in Österreich ist die Nutzung des Firmenwagens auf eine bestimmte Personengruppe, oft auf einen beim Unternehmen beschäftigten Fahrer, begrenzt. In Deutschland hingegen ist es der überwiegenden Mehrheit erlaubt, einen Firmenwagen unbegrenzt und uneingeschränkt privat zu nutzen.

Bei den hinsichtlich der Firmenpolitik an die Unternehmen gerichteten Verbesserungsvorschlägen stehen daher auch klare Regeln für die Firmenwagenpolitik an oberster Stelle, gefolgt von dem Wunsch nach einer größeren Marken- oder Typenwahlmöglichkeit (siehe untenstehende Grafik). Generell sind die mit Firmenwägen bedachten Mitarbeiter aber recht zufrieden mit den jeweils getroffenen Vereinbarungen. 40 Prozent der Befragten gaben an, damit "sehr zufrieden zu sein.

Größter Wunsch der Firmenwagen: Klarere Regeln für Firmenwagen gewünscht

Kriterium C02-Ausstoß

Bei Umweltmaßnahmen setzen 62 Prozent der österreichischen Unternehmen auf Pool Cars. Gut ein Drittel achtet bei der Auswahl darauf, wie viel CO2 das jeweilige Fahrzeug ausstößt. Dennoch haben über 51 Prozent der Dienstwagen einen CO2 Ausstoß von über 130 Gramm. Was natürlich auch daran liegt, dass viele Firmenwägen der gehobeneren Klasse zuzuornden sind und die meisten dieser Autos auch einen vergleichsweise höheren Kraftstoffverbrauch haben.

Bei Neuwagenkäufen scheint sich die Einstellung zur Relevanz des C02-Ausstoßes jedoch zu ändern. Kienbaum-Vergütungsexperte Berger verweist auf die per 1. Jänner in Kraft getretene Steuerreform und die darin enthaltene neue Sachbezugsregelung: " Das klingt bürokratisch, hat aber ganz konkrete Auswirkungen auf die erlaubten CO2-Werte von Firmenwagen: Die Unternehmen nehmen bei Neuanschaffungen deutlich mehr Rücksicht auf den CO2-Ausstoß. Das wird zu neuen Kaufmustern am Markt führen.“

Ein „grüner Fuhrpark“ ist immer noch eine Seltenheit in Unternehmen. 47 Prozent der österreichischen Unternehmen können sich zwar vorstellen, Fahrzeuge mit alternativen Antrieben anzuschaffen, jedoch haben erst 14 Prozent der Unternehmen solche Autos in ihrer Firmenwagenflotte. 20 Prozent entsprechend konkrete Pläne dafür.

Mehr Firmenwagenbesitzer in der oberen Führungsetage

Unter den Geschäftsführern ist der Anteil der Firmenwagenbesitzer naturgemäß am höchsten. 93 Prozent der österreichischen CEOs werden von den Unternehmen mit Autos versorgt. In der oberen Führungsebene liegt der Anteil immer noch bei 79 Prozent. In Deutschland liegen die Vergleichswerte bei 92 beziehungsweise 78 Prozent.

Gestiegen ist auch der Anteil von Firmenwagenbesitzern in der operativen Führungsebene und bei den Spezialisten und Referenten. Auch in Fachfunktionen sind Firmenwagen weit verbreitet: Zum Beispiel haben 82 Prozent der Außendienstmitarbeiter in österreichischen Firmen Anspruch auf einen Firmenwagen, in Deutschland sind es 73 Prozent.

Operative Führungsebene und Spezialisten haben deutlich öfter Firmenwagen als noch 2013

Anschaffungsbudgets in der oberen und mittleren Führungsebene leicht gesunken

Die Anschaffungsbudgets für Firmenwägen korrelieren in der Regel sehr stark mit den Einkommen ihrer Fahrer. Geschäftsführer fahren Firmenwagen, die in Österreich im Median 60.000 Euro kosten. In Deutschland gönnt man sich etwas mehr Luxus. Dort kosten CEO-Fahrzeuge durchschnittlich stolze 70.000 Euro.

Während es auf Geschäftsführer-Ebene gegenüber dem Jahr 2013 budgetär keine Veränderungen gab wurden die Budgets in den darunter liegenden Ebenen etwas gekürzt. In der oberen und mittleren Führungsebene um zwei Prozent gesunken. Im Schnitt liegen sie dort aktuell bei 42.500 Euro, respektive 35.000 Euro. Autos für Außendienstmitarbeiter kosten im Schnitt 32.000 Euro (-3%). Referenten und Spezialisten müssen im Schnitt mit Modellen im Wert von 30.000 Euro zufrieden sein.

Seit 2013 gab es vielfach Budgetkürzungen bei Autoanschaffungen

Sowohl in Österreich als auch in Deutschland sind die europäischen Automarken unter Geschäftsführern sehr beliebt. Besonders hoch im Kurs stehen Modelle der Volkswagen-Gruppe. Andere Hersteller haben es hingegen in beiden Ländern schwer, Fuß zu fassen. Im Vergleich zu 2013 werden weniger Beschränkungen der Markenauswahl der österreichischen Firmenwagen auf fast allen Hierarchie-Ebenen beobachtet, mit Ausnahme der Geschäftsführungsebene. Ausschlaggebend für die Einschränkungen der Markenauswahl sind die Händlerkonditionen/Preisvorteile sowie die Einkaufspolitik.

In Bezug auf die Ausstattungen der Fahrzeuge zeigt sich, dass Freisprecheinrichtungen als obligat und fix installierte Navigationsgeräte sehr stark nachgefragt sind. Andere Aspekte die die Lackierung, elektronische Assistenzsysteme oder Öko-Pakete liegen hinter diesen beiden Ausstattungskriterien zurück.

Freisprechanlage und Navi am häufigsten vorgeschrieben

Full-Service-Leasing am weitesten verbreitet

Die meisten Unternehmen nutzen für ihren Firmenwagen Full-Service-Leasing: In Österreich wählt gut die Hälfte der Firmen diese Form der Anschaffung und Betreuung; in Deutschland sind es knapp zwei Drittel. Gekauft werden die Firmenwagen in Österreich durchschnittlich in rund 30 Prozent der Unternehmen, in Deutschland liegt hingegen dieser Wert lediglich bei 15 Prozent.


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