EU-Verkehrsstrafen im Check: Wenn das Auto zwangsversteigert wird

EU-Verkehrsstrafen im Check: Wenn das Auto zwangsversteigert wird

Ein "Reisechterl"? Im Urlaub mal ein Achterl zu viel getrunken und dann noch die letzten Meter mit dem Auto nach Hause gefahren? Keine Gute Idee. In so manchem EU-Land geht man mit äußerster Härte gegen Verkehrssünder vor. Mitunter droht sogar die Zwangsversteigerung des Autos. Die EU-Verkehrsstrafen im Check.

In der zweiten Augusthälfte erreicht der Sommerreiseverkehr einen weiteren Höhepunkt: Zahlreiche Österreicher starten in den kommenden Tagen mit ihrem Auto oder einem Mietwagen in das europäische Ausland, um die letzten Wochen der Sommerferien zu genießen.

Autofahrer sollten sich jedoch vorab über die Verkehrsbestimmungen der jeweiligen Destination informieren, denn diese können von den in Österreich geltenden abweichen und die im Fall des Falles verhängten Bußgelder können recht beträchtlich sein. Die Reisesuchmaschine Checkfelix.com hat die Bußgeldkataloge beliebter Autoreiseziele der Österreicher unter die Lupe genommen und zeigt, wie unterschiedlich die Strafen und Bußgelder in den einzelnen Ländern ausfallen.

Alkohol am Steuer ist richtig teuer

Für die Inbetriebnahme eines Autos und das Fahren unter Alkoholeinfluss gilt in den meisten europäischen Ländern eine Promillegrenze von 0,5 bis 1 Promille. Ausnahmen bilden Großbritannien mit einer relativ großzügigen Promillegrenze von 0,8 Promille (Ausnahme Schottland: 0,5 Promille) sowie Polen (Promillegrenze 0,2) und Tschechien (Promillegrenze 0,0) mit besonders strengen Promillegrenzen.

Die Höhe der verhängten Bußgelder bei Autofahrten unter Alkoholeinfluss sind von Land zu Land höchst unterschiedlich: Während Verkehrssünder in Kroatien mit Bußgeldern ab 95 Euro rechnen müssen, blühen alkoholisierten Fahrern in Dänemark Strafen in Höhe ihres individuellen Nettomonatsverdiensts. Alkohol am Steuer kann somit auch einige tausend Euro kosten. Ab 2,0 Promille droht in Dänemark sogar die Zwangsversteigerung des Autos.

Hart werden Alko-Sünder auch in Großbritannien und Italien zur Rechenschaft gezogen. In Großbritannien können Bußgelder von umgerechnet bis zu 5.710 Euro eingefordert werden. In Italien droht so wie in Dänemark die Zwangsversteigerung, dort sogar bereits ab 1,5 Promille.

Wer zu schnell ist, muss tief in die Reisekassa greifen

Verstöße gegen die landesspezifischen Tempolimits können richtig ins Geld gehen: Wer in Italien tagsüber mit bis zu 20 km/h zu schnell unterwegs ist, muss mit einem Strafmaß ab 170 Euro rechnen. Nachts, zwischen 22:00 Uhr und 7:00 Uhr sind die Bußgelder sogar noch einmal um ein Drittel höher. Am günstigsten kommen Temposünder, die maximal 20 km/h zu schnell fahren, in Deutschland davon. Bei unseren Nachbarn kostet das Bußgeld gerade einmal rund 35 Euro. Auf deutschen Autobahnen gilt es generell, aufzupassen. Zwar gibt es dort normalerweise keine Tempo-Limits. An den Stellen, an denen eine Geschwindigkeitsbeschränkung angezeigt ist, wird aber in der Regel auch kontrolliert.

Wer mehr als 50 km/h über dem Tempolimit unterwegs ist, muss auch mit wesentlich höheren Strafen rechnen: In Großbritannien zahlen unverbesserliche Raser bis zu 2.890 Euro, in Österreich bis zu 2.180 Euro und in der Schweiz wird ein vom individuellen Monatsverdienst abhängiges Strafmaß mit mindestens 60 Tagessätzen festgelegt. Übrigens: Wer in der Schweiz innerorts mit Tempo 100 erwischt wird, muss mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe rechnen.

Verstöße gegen die Anschnallpflicht können richtig teuer werden

Während die Gurtpflicht in Österreich bereits im Sommer 1976 eingeführt wurde, gilt die europaweite Anschnallpflicht erst seit Mai 2006. Die Höhe des Bußgelds für einen nicht angelegten Sicherheitsgurt beträgt in Großbritannien bis zu 570 Euro, beginnt in Spanien ab 200 Euro, beläuft sich in den Niederlanden auf 140 Euro und in Frankreich auf 135 Euro. Am günstigsten ist diese Verkehrssünde in Polen – hier kostet die Nichterfüllung der Anschnallpflicht gerade einmal rund 25 Euro.

Handys am Steuer: Bis zu 230 Euro Strafe

Wer ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt telefoniert, muss ebenfalls mit saftigen Bußgeldern rechnen. Das Delikt wurde übrigens auch auf andere Tätigkeiten mit Smartphones & Co ausgedehnt. Texten oder das Bedienen einer Navi während der Fahrt werden ebenfalls bestraft.

In Großbritannien und den Niederlanden blühen für derartige Vergehen jeweils Strafen in Höhe von 230 Euro. In Dänemark und Spanien kostet das Handy am Steuer 200 Euro, in Italien rund 160 Euro und in Frankreich 135 Euro. In Spanien ist selbst das Telefonieren mit Kopfhörern verboten.

Falschparken: Bis zu 200 Euro werden fällig

In vielen europäischen Ländern müssen Falschparker mit teilweise empfindlichen Strafen rechnen – häufig werden Parksünder sogar mittels Parkkralle so lange festgehalten, bis das Bußgeld offiziell beglichen wurde. In den Niederlanden beginnt der Bußgeldkatalog für Falschparker ab 90 Euro, in Dänemark ab 70 Euro und in Belgien ab 55 Euro. Am teuersten sind Verstöße gegen Parkbestimmungen mit Strafen bis zu 200 Euro in Spanien.

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