Erste Benziner mit Partikelfilter – so sauber sind sie wirklich

Erste Benziner mit Partikelfilter – so sauber sind sie wirklich

Der Volvo XC40 T5 verfügt bereits über einen Otto-Partikelfilter. Der neueste Trend bei Benzinern, um die strengen Abgasprüftests zu bestehen.

Die ersten Benzin-Modelle mit Partikelfilter sind auf dem Markt. Diese werden notwendig, um die aktuellen Grenzwerte durch die strengeren Abgastests einhalten zu können. Doch wie sauber sind neuen Benziner wirklich? Der ADAC hat die ersten Test vorgenommen - mit erstaunlichen Ergebnissen.

Ab September gelten schärfere Kriterien für Abgasprüftests, nicht nur für Diesel-Neuwagen, sondern auch für Benziner. Das betrifft nicht nur den Ausstoß von Stickoxiden und C02 , sondern auch Partikelemissionen. Denn auch Benzin-Modelle mit Direkteinspritzung stoßen Russpartikel aus, wenn sie auch um den Faktor 20 bis 200 niedriger sind als bei Dieselautos. "Doch die aktuelle Abgasnorm Euro 6d-Temp ist nun so streng, dass viele Benziner einen Partikelfilter brauchen", so der deutsche Verkehrsclub ADAC.

Weshalb seit kurzem die ersten Benzin-Modelle mit Otto-Partikelfilter auf dem Markt sind. Der ADAC hat das zum Anlass genommen sechs Benziner mit Partikelfilter auf deren Tauglichkeit zu untersuchen. Zum Test traten folgende Modelle verschiedener Fahrzeug- und Leistungsklassen zum sogenannten Ecotest des Verkehrsclubs an: BMW 2er Active Tourer (140 PS), BMW 2er Coupé (252 PS), Mercedes A-Klasse (163 PS), Volvo XC40 (247 PS), VW Tiguan (150 PS) und VW up! GTI (115 PS).

Fünf von sechs Modellen schaffen den Labortest - VW klar in Führung

Die Abgase wurden im Labor (nach WLTP ) als auch mit mobilen Messgeräten (RDE) im realen Straßenverkehr gemessen. Das erstaunliche: Alle Testfahrzeuge lagen unter den vorgeschriebenen Grenzwerten, bis auf eine Ausnahme lagen alle sogar massiv darunter.
Auf dem Prüfstand gilt bei der Partikelanzahl ein Grenzwert von 6,0 x 10 hoch 11 je Kilometer, auf der Straße dürfen die Emissionen 1,5-mal höher ausfallen, und damit 9,0 x 10 hoch 11 betragen.

Nach den neuen WLTP-Messzyklus schnitten auf dem ADAC Abgasprüfstand die beiden VW-Modelle Tiguan und up! GTI im Labor am besten ab. Deren Werte betrugen nur ein Zehntel bis ein Hundertstel des gesetzlichen Grenzwerts. Auch die Werte der anderen Modelle waren ähnlich gut. Aus dem Auspuff kamen im Schnitt zwischen 0,1 und 4,7x10 hoch 11 Partikel (siehe Grafik).

Die Messwerte im realen Betrieb waren bei allen getesteten Modellen tadellos und weit unter dem Grenzwert. Selbst bei unterschiedlichen Temperaturen. So fand die Straßenmessungen (RDE-Messwerte) des ADAC bei Temperaturen zwischen 6 und 25 Grad Celsius statt.

Nur der Volvo XC40 T5 hat sich im Vergleich zu den anderen fünf Modellen bei weitem nicht so gut gehalten. Die Anzahl der Partikelemissionen betrug auf dem Prüfstand 4,7 x10 hoch 11 und lag damit nahe am Grenzwert von 6,0. Auch beim Real Driving Emissions -Test war der Wert deutlich höher als bei den anderen fünf Kandidaten. Der ADAC-eigene Autobahntest ergab beim SUV eine Partikelanzahl von 0,11 x10 hoch 11. Trotz der vergleichsweise mageren Ergebnisse, liegen die Schweden mit ihrem Otto-Partikelfilter nach wie vor unter den Grenzwerten, sowohl nach WLTP als auch nach RDE.

Der Volvo XC40 T5 erreicht beim Check der Emissionen von Russpartikel als einziger der sechs getesteten Modelle nach wie vor vergleichsweise hohe Werte. Mercedes und VW erzielen mit dem neuen Otto-Partikelfilter top Werte.

Partikelfilter für Benziner mit großem Potential

Die vom ADAC getesteten Modelle von BMW, Mercedes und VW unterbieten damit die Euro-6d-TEMP-Norm deutlich, sowohl auf dem Prüfstand als auch auf der Straße, so das ADAC-Testergebnis. "Das zeigt, wie groß das Potenzial eines Partikelfilters auch beim Ottomotor ist. Unter Extrembedingungen am Prüfstand gibt es nur mit dem Volvo einen Ausreißer was die Anzahl der Partikel betrifft", erklärt Thomas Burkhardt, ADAC Vizepräsident für Technik.

Durch moderne Technologien zur Abgasreinigung könne die Luftverschmutzung durch Autos in den Städten weiter stark reduziert werden, so der ADAC-Techniker. Er glaubt: "Es sind noch ausreichend Reserven vorhanden, um auch unter anspruchsvollen Bedingungen sauber zu bleiben."

Ecotest Gesamtwertung: Empfehlung nur für den VW up! GTI und den Mercedes A 200

Beim ADAC Ecotest wird das gesamte Umweltverhaltens eines Autos analysiert. Neben den Schadstoffen werden auch der Verbrauch und die damit verbundene CO2-Bilanz betrachtet. Unter Berücksichtigung beider Aspekte werden abschließend zwischen einem und fünf Sterne vergeben.

Die Gesamtergebnisse der sechs getesteten Modelle ergeben ein durchwachsenes Bild. Während der VW up! GTI und der Mercedes mit sauberen Abgasen und moderatem Verbrauch vier Sterne und damit eine Empfehlung erhalten, reicht es für die beiden BMWs und den Tiguan nur für drei Sterne. Der ADAC dazu: "Ihre CO2-Bilanz ist nicht gut genug, beim Tiguan kommt ein erhöhter CO-Ausstoß im Autobahnabschnitt hinzu. Den hat auch der Volvo, zusätzlich sind nur bei diesem Modell auch erhöhten Partikelwerte festgestellt worden." In Kombination mit einem hohen Verbrauch durch das üppige Gewicht und dem hohen Aufbau reicht es letztlich nur für zwei Sterne.

Der Mercedes A-200 und der VW up! GTI erhalten auf Basis eines Gesamt-Schadstoff- und Verbrauchstests des ADAC als einzige von sechs Modellen eine Kaufempfehlung.

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