Elektronikshow CES in Las Vegas wird zur Autoshow

Elektronikshow CES in Las Vegas wird zur Autoshow

Die Welt ist eine Grafik mit vielen Bildpunkten. Nvidia-Chef Jensen Huang will mit seinem Unternehmen neue Grafik-Anwendungen fürs Autonome Fahren bauen.

Auf die Elektronikmesse (CES) in Las Vegas fahren heuer auch die Autokonzerne ab, wenn es um Neuvorstellungen von Autos geht und vor allem um das autonome Fahren geht. Das Startup Byton aus China hat mit seinem E-Auto Tesla und den etablierten Autobauern den Kampf angesagt. VW will mit der Hilfe des Chipherstellers Nvidia künstliche Intelligenz ins Auto bringen. Und Uber will ebenso die Technologie von Nvidia für Robotautos nutzen.

Las Vegas. Nicht auf einer Autoshow, sondern auf der Elektronikmesse (CES) in Las Vegas präsentieren Autohersteller mittlerweile ihre neuesten Modelle. Und neben dem Autopionier Tesla dränge verstärkt auch Newcomer sowie etablierte Autokonzerne auf den Markt - unterstützt von Elektronik- und Chiherstellern.

Die Autohersteller spielen somit immer mehr eine tragende Rolle bei der CES, die offiziell am Dienstag ihre Pforten öffnet. Rund 170.000 Besucher werden in der US-Glücksspielmetropole erwartet, 4.000 Aussteller aus dutzenden Ländern zeigen ihre neuen Produkte. Und eine der Top-Themen ist heuer die Mobilität und das Autonome Fahren, bei dem die Chip- und Elektronikkonzerne zunehmend eine tragende Rolle spielen.


Das Auto "wird besser, je besser es dich kennt.

Das "Auto der Zukunft" wurde einemal mehr groß angekündigt. Dieses Mal vom chinesischen Startup Byton. Das Auto der Chinesen sei eher ein Computer auf Rädern, ausgestattet mit einem Panorama-Bildschirm zur Steuerung des Wagens ebenso wie zur Unterhaltung der Insassen. Das Auto werde per Gesichtserkennung zu öffnen sein. Steuern lasse es sich unter anderem mit dem digitalen Assistenzsystem Alexa von Amazon, mit Gesten und Berührungen. Die Funktionen sollen sich mit Hilfe künstlicher Intelligenz ständig fortentwickeln. Das Auto "wird besser, je besser es dich kennt", sagte Byton-Präsident Daniel Kirchert.

Byton hatte bereits am Sonntagabend auf der CES vorab einen Prototypen seines Elektroautos vorgestellt, das ab 2020 weltweit für umgerechnet 37.000 Euro erhältlich sein soll. Volkswagen hat bereits angekündigt, in Las Vegas die Studie seines VW-Bus "Bulli" I.D. Buzz zu präsentieren. Dabei dreht es sich um einen neuen VW-Bus, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz für autonomes Fahren.

Byton will schon 2019 die ersten Autos in China verkaufen und ab 2020 dann weltweit. Chef des Start-up ist der ehemalige BMW-Manager Carsten Breitfeld; auch frühere Manager von Apple, Google und Tesla arbeiten für das chinesische Unternehmen, das Investoren mit mehr als 200 Mio. Dollar (166,04 Mio. Euro) ausgestattet haben. Beteiligt ist unter anderem der chinesische Internetkonzern Tencent. Der Name Byton rührt her von "Bytes on wheels" (Bytes auf Rädern).

Die Reichweite soll 500 Kilometer betragen, die Ladezeit der Batterie 15 bis 30 Minuten. Zunächst soll das Auto einige Autopilot-Funktionen haben, ab 2020 dann auch fast autonom fahren können, wie das Unternehmen verspricht.

Byton reiht sich ein in eine Vielzahl von Firmen, die selbstfahrende Elektroautos zu einem erschwinglichen Preis anbieten wollen. Sie wollen damit derzeit vor allem Tesla Konkurrenz machen. Der US-Elektroautobauer will mit seinem Model 3 den Massenmarkt erobern. Sein Produktionsziel musste Tesla aber bereits mehrfach verschieben.

Volkswagen-Markenchef Herbert Diess kommt in Las Vegas nicht aus dem Schwärmen: "Künstliche Intelligenz revolutioniert das Auto." VW gibt sich nach dem Dieselskandal betont progressiv. Schon in wenigen Jahren werde jedes neue Fahrzeug einen Künstlichen-Intelligenz-Assistenten für Sprache und Gesten- und Gesichtserkennung haben. Die neue Fahrzeuggeneration werde sicherer und komfortabler und zugänglich für jedermann sein. Das Auto der Zukunft könne lernen, Situationen präzise einzuschätzen und Verhalten von anderen Verkehrsteilnehmern zu analysieren, und so in der Lage sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Noch in der Konzept-Version: Mit dem Volkswagen I.D. Buzz will der deutsche Autokonzern VW neue Wege beim Autonomen Fahren gehen.

Die Chinesen legen auf der Elektronikmesse in Las Vegas den nächsten Gang ein. Das Motto: Alles autonom, alles gesteuert mit dem Computer.

Der deutsche Autokonzern will mit Hilfe von Grafikchip-Spezialist Nvidia an einem "intelligenten Co-Piloten" mit künstlicher Intelligenz arbeiten. Die Technologie solle unter anderem in der geplanten Neuauflage des VW Microbus "Bulli" I.D. Buzz zum Einsatz kommen.

Funktionen wie Gesichtserkennung zum Entriegeln des Fahrzeugs von außen, ein Warnsignal für Fahrräder, Gestenerkennung für Bedienelemente, natürliche Spracherkennung für eine einwandfreie Sprachsteuerung und Blickverfolgung für Warnungen bei Ablenkung des Fahrers werden laut Diess möglich sein.

VW will 2020 seine "Elektro-Offensive" starten und auch das autonome Fahren schrittweise einführen. Bis 2025 will die Marke VW mehr als 20 reine Elektromodelle auf den Markt bringen.

Nicht nur Autohersteller, sondern auch Fahrdienst-Vermittler wie Uber wollen mit Chips und Software von Nvidia mitmischen. Uber will bei der Entwicklung seiner hauseigenen Roboterwagen-Technologie die Technologie von Nvida nutzen. Und wildert dabei kräftig im Revier der Autokonzerne.

Langfristig könnte noch größeren Einfluss auf die Branche die Kooperation Nvidias mit dem Start-up Aurora zur Entwicklung einer Plattform für selbstfahrende Fahrzeuge haben. Hinter Aurora steht unter anderem Ex-Chefentwickler der Googles Roboterwagen, Chris Urmson. Volkswagen gab vor wenigen Tagen bereits ebenfalls eine Partnerschaft mit Aurora bekannt.

Nvidia-Chef Jensen Huang zeigte in Las Vegas den drastisch kleineren und leistungsstärkeren neuen Roboterwagen-Chip "Drive Xavier", der Ende des Jahres auf den Markt kommen soll - sowie ein System, das speziell für autonome Taxis gedacht ist.

Nvidia hat in den vergangenen Jahren massiv von der Verbreitung künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens profitiert, weil die Architektur von Grafikkarten bei diesen Anwendungen viel effizienter ist als die klassischer Prozessoren. Der Konzern will zu einem zentralen Zulieferer für Roboterwagen werden.

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