Elektromobilität: Österreich fällt im EU-Vergleich aus der Spitze

Elektromobilität: Österreich fällt im EU-Vergleich aus der Spitze

Österreich verliert bei der Elektromobilität den Anschluss zur EU-Spitze. Der Anteil der E-Autos ist immer noch gering, der Diesel-Anteil bei Neuwagen als im EU-Schnitt. Dadurch und durch den anhaltenden SUV-Boom wird das Erreichen der Klimaziele erschwert.

Der Anteil der E-Pkw bei den Neuzulassungen nimmt in der EU nur langsam zu. Im Vorjahr waren nur 1 Prozent der Neuwagen reine Elektro-Autos, im 1. Halbjahr 2019 Jahres waren es 1,5 Prozent. Österreich liegt zwar mit 2,0 Prozent im Vorjahr und 2,8 Prozent im 1. Halbjahr über den EU-Schnitt, liegt aber im Unterschied zu den Jahren 2016 und 2017 nicht mehr im EU-Spitzenfeld.

In den Niederlanden waren im Vorjahr bereits 5,4 Prozent der Neuwagen E-Pkw und im 1. Halbjahr 2019 sogar 7,5 Prozent. "Die Niederlande differenziert stärker bei der Zulassungssteuer. Mit steigendem CO2 -Ausstoß werden Pkw deutlich teurer. Zusätzlich ist der Spritpreis in den Niederlanden höher als in Österreich, was den Kostenvorteil für E-Autos nochmals vergrößert", erklärt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Auch Schweden hat mit 5,0 Prozent einen deutlich höheren E-Autoanteil als Österreich.

Neuwagen-Emissionen reduzieren

Um die CO2 -Emissionen der Neuwagenflotte zu reduzieren regt der VCÖ eine stärkere Spreizung der Normverbrauchs-Abgabe (NoVA) an. Ergänzend zur prozentuellen Höhe der NoVA könnte etwa ein Fixbetrag pro Gramm CO2 unabhängig vom Kaufpreis eingeführt werden. Der VCÖ plädiert außerdem dafür, die bestehende Höchstgrenze von 32 Prozent aufzuheben und den derzeitigen pauschalen Abzugsbetrag von 300 Euro zu streichen.


E-Pkw: Österreich verliert den Anschluss an die EU-Spitze
Rang Land E-Pkw-Anteil (in %)
1 Niederlande 7,5
2 Schweden 5,0
3 Portugal 3,0
4 Österreich 2,8
5 Irland 2,4
6 Dänemark 2,1
7 Frankreich 1,8
7 Luxemburg 1,8
9 Finnland 1,7
10 Deutschland 1,6
Quelle: VCÖ

Anteil der E-Pkw-Zulassungen an den Gesamtzulassungen im ersten Halbjahr 2019


Als ein Hindernis für die Zunahme der E-Pkw wird auch das sogenannte Dieselprivileg, die Steuerbegünstigung von Diesel gesehen. In Österreich ist die Mineralölsteuer für Diesel um 8,5 Cent pro Liter niedriger als für Benzin. Aus Klimaschutz-Gründen sollte diese Steuerbegünstigung gestrichen werden, auch weil das Verbrennen von Diesel rund 13 Prozent mehr CO2 verursacht das Verbrennen Benzin.

Österreich, ein Reich des Diesel

Österreich hatte im Vorjahr mit 41 Prozent einen höheren Dieselanteil bei den Neuwagen als der EU-Schnitt, der bei 37 Prozent lag. Am niedrigsten ist der Dieselanteil in den Niederlanden mit zwölf Prozent. "Die Niederlande werden heuer oder spätestens im kommenden Jahr einen höheren Anteil an E-Autos als an Diesel-Pkw haben", macht VCÖ-Expertin Rasmussen aufmerksam.

Die Klimabilanz von reinen E-Pkw ist deutlich besser als jene von Diesel- und Benzin-Pkw, wie Daten des Umweltbundesamts zeigen. In der Gesamtbilanz (inklusive Fahrzeug- und Batterieherstellung, Energiebereitstellung und Recycling) verursacht ein E-Pkw in Österreich (inkl. Stromimporte) rund 96 Gramm CO2 pro Personenkilometer, der Durchschnitt von Benzin- und Diesel ist mit rund 216 Gramm mehr als doppelt so hoch. Werden E-Pkw mit Ökostrom betrieben, sinkt ihr CO2 -Ausstoß auf durchschnittlich 52 Gamm CO2 pro Personenkilometer.

Negativ für die Klimabilanz des Verkehrs in der EU ist außerdem der SUV-Boom. Der Anteil der SUV bei den Neuzulassungen hat sich in den vergangenen zehn Jahren in der EU von sieben auf 36 Prozent verfünffacht. SUV sind schwerer, haben einen größeren Luftwiderstand und verbrauchen damit mehr Sprit als vergleichbare herkömmliche Modelle. Dadurch stoßen sie auch mehr CO2 aus. Und Autos, die heute verkauft werden, sind zehn bis fünfzehn Jahre im Einsatz, weist der VCÖ auf die langfristig negative Wirkung des SUV-Booms hin.

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