Elektroautos: Nachfrage steigt um 45 Prozent

Elektroautos: Nachfrage steigt um 45 Prozent

Lange dümpelte der Verkauf von Elektroautos, vor allem für Private, auf niedrigem Niveau dahin. Seit österreichweit eine großzügige, einheitliche Förderungen geboten wird, springt die Nachfrage an.

Als das Land Salzburg im Vorjahr beim Kauf eines Elektroautos einen Zuschuss bis zu 5.000 Euro gewährte, interessierte sich praktisch niemand dafür. Gerade einmal 35 Anträge wurden in den ersten neun Monten 2016 von Privaten gestellt. Nur Betriebe griffen zu, allerdings auch nur weil für diese Autos kein Sachbezug anfällt und auch keine Nova und keine motorbezogene Versicherungssteuer. Insgesamt war die Förderaktion jedoch ein Flop.

Doch nun ein Jahr später sieht die Sache ganz anders aus. Bisher sind beim Bund seit März 5.003 Anträge eingegangen. Nicht nur Firmen auch Private, Gemeinden und Vereine reißen sich förmlich nach dem Förderboni des Bundes. Die Aktion gilt seit März 2017. Jeder der einen Neuwagen mit Elektroantrieb kauft, kriegt vom Staat einen Zuschuss von 4.000 Euro. Die Niederösterreicher reißen dem Bund förmlich das Geld aus der Hand. Die Spitzenreiter im Bundeslanderranking haben bereits 1.218 Förderansuchen gestellt, dahinter folgen Oberösterreich mit 910 Anträgen und die Steiermark mit 817 Anträgen.

Die meisten kaufen reine Elektroautos, Hybride weit abgeschlagen

Alleine für die Förderung von E-Autos gingen 4.208 Anträge ein. 88 Prozent davon entfallen auf reine Alektroautos. Der Rest auf Plug-in-Hybride und „Range Extender“. "Die Aktion ist ein voller Erfolg“, so Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure. Von Jänner bis August wurden in Österreich 3.619 E-Pkw neu zugelassen, das entspricht einem Plus von 45,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Derzeit sind schon über 13.000 E-Autos auf Österreichs Straßen unterwegs, der Anteil an den Neuzulassungen liegt bei 1,5 Prozent – Österreich ist damit Spitzenreiter innerhalb der Europäischen Union.

Das Fördervolumen beträgt insgesamt 72 Millionen Euro. Umweltminister André Rupprechter: "Damit bringen wir die Mobilitätswende in Schwung.“ Die Zahl der Autos mit Elektroantrieb beträgt bereits über 16.000. Sie sind entweder reine Elektroautos oder mit Plug-in-Hybride ausgestattet. Verkehrsminister Jörg Leichtfried: "Mein Ziel ist, bis 2030 die CO2-Emissionen im Verkehr um ein Viertel zu senken. Damit das gelingt, braucht es saubere Autos wie das E-Auto, aber auch mehr Geld für die Öffis und eine bessere Infrastruktur, etwa flächendeckend E-Tankstellen in ganz Österreich.“

60 Prozent höhere Nachfrage nach Elektro-Motorrädern

Auch der E-betriebe Zweirad-Markt boomt. Mit einem Anteil von über 3,5 Prozent am Gesamtmarkt und einer Steigerung von 60 Prozent zum Jahr 2016 befindet sich Österreich aber schon heute im europäischen Spitzenfeld. Heuer gab es 795 Anträge bei knapp 1.250 verkauften Fahrzeugen.

So wird der Kauf von E-Autos, Kleinbussen und Zweirädern gefördet

Die Abwicklung der Förderungen erfolgt im Rahmen der Umweltförderung, klimaaktiv mobil und des Klima- und Energiefonds. Als One-Stop Shop Abwicklungsstelle fungiert die Kommunalkredit Public Consulting GmbH (KPC), die Registrierung und Einreichung erfolgt online unter www.umweltfoerderung.at.

Der private Kauf von Autos mit Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb wird mit 4.000 Euro gefördert. Käufer von Plug-In-Hybridfahrzeugen oder Range Extender erhalten 1.500 Euro. Betriebe, Gebietskörperschaften und Vereine werden bei der Anschaffung von reinen Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeugen mit 3.000 Euro und beim Kauf von Plug-In-Hybriden bzw. Range Extender mit 1.500 Euro unterstützt. Die Förderung für E-Leichtfahrzeuge beträgt 1.000 Euro. Der Kauf eines E-Kleinbusses oder leichten E-Nutzfahrzeuges wird mit 20.000 Euro unterstützt. Für die Anschaffung eines E-Zweirads erhalten Käuferinnen und Käufer 750 Euro. Die Förderung kann für seit 1.1.2017 erworbene E-Fahrzeuge bei Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern beantragt werden.

Das gibt es für die Ladeinfrastruktur
ZusätFörderung für E-Autos: Nachfrage steigt um 45 Prozentzlich zur Kaufförderung unterstützen Verkehrs- und Umweltministerium den Aufbau der Infrastruktur für E-Autos. Beim Kauf eines intelligenten Ladekabels oder einer „Wallbox“-Ladestation werden E-Autokäuferinnen und E-Autokäufer mit einem Bonus von 200 Euro unterstützt. Der Bau öffentlich zugänglicher Ladestationen wird mit bis zu 10.000 Euro gefördert. Das Gesamtbudget des Elektromobilitätspakets beträgt 72 Millionen Euro.

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