Elektro-Offensive bei BMW: 25 neue "Stromer" bis 2025

BMW-Vorstandschef Harald Krüger (li) und Entwicklungschef Klaus Fröhlich bei der Präsentation.

BMW-Vorstandschef Harald Krüger (li) und Entwicklungschef Klaus Fröhlich bei der Präsentation.

BMW drückt beim Thema Elektromobilität auf die Tube. Bis zum Jahr 2025 wollen die Bayern 25 neue, elektrifizierte Modelle in den Handel bringen, davon zwölf vollelektrische.

Die Zukunft wird spannend, auch bei BMW. Und das im wahrsten Sinn des Wortes: BMW-Vorstandschef Harald Krüger und Entwicklungschef Klaus Fröhlich haben in einer Vorschau auf die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA Frankfurt) Einblicke in die weitere strategische Ausrichtung der BMW Group gegeben. Elektromobilität steht dabei klar im Fokus. Bis 2025 wollen die Bayern 25 neue, elektrifizierte Autos in den Handel bringen, darunter zwölf vollelektrische.

"Die Automobilindustrie befindet sich mitten in einem fundamentalen Wandel", erklärte Krüger. In diesem Sinne ist es für BMW ein Asset, dass man im Unternehmen seit langem auch an alternativen Antriebssystemen arbeitet. In der aktuellen Diskussion würden die Bedürfnisse der Kunden jedoch oft ignoriert. "Die Nachfrage kann man nicht erzwingen", betont Krüger. Die Wünsche und Ansprüche der Kunden hinsichtlich Mobilität haben für den BMW-Chef Priorität.

"Deshalb sprechen wir uns klar gegen Quoten und Fahrverbote aus", sagt Krüger weiter, "Wir wollen die Kunden mit unseren modernen, effizienten und emotionalen Fahrzeugen überzeugen." Auf dem Weg in eine emissionsfreie Zukunft sei es notwendig, den Verbrennungsmotor weiterhin zu optimieren: "Das Ziel ist, realistische Lösungen und Zeitpläne zu entwickeln. Nur so können wir die Rahmenbedingungen für nachhaltige, emissionsfreie Mobilität erfüllen und unseren Kunden attraktive Angebote unterbreiten."

"Durch das Fehlverhalten Einzelner hat unsere Industrie viel an Glaubwürdigkeit und Vertrauen verloren. Folge davon sind nun auch verstärkte – zum Teil irrationale – Regulationsansätze. So beschleunigt sich weltweit die leider uneinheitliche Regulation
bezüglich Verbrauch, Emissionen und Sicherheit noch weiter", betont Entwicklungschef Fröhlich.

Automatisiert, vernetzt, elektrifiziert

Die Haupttreiber künftiger Mobilität nennt BMW „ACES“: Automated, Connected, Electrified und Services. Diese vier Aspekte sind die Kernelemente der neuen Unternehmensstrategie, der Leitplanke in die Zukunft, in der Krüger das Unternehmen mehr und mehr als Tech-Company sieht. Dazu gehören auch Kooperationen mit Technologiepartnern wie Intel, Mobileye, Delphi und Continental, in deren Rahmen die Bayern an Lösungen für das autonomen Fahren arbeitet. Die Bemühungen von BMW sind dabei schon relativ weit fortgeschritten. Eine Testflotte ist derzeit täglich auf öffentlichen Straßen unterwegs – in Deutschland, Israel und den USA.

Beim Feld der Elektromobilität sieht Krüger BMW als Vorreiter. Schließlich wäre schon 2008 weltweit eine Mini E-Testflotte unterwegs gewesen. Die mit Hilfe dieser Fahrzeuge gewonnenen Erkenntnisse seien direkt in die Entwicklung des ersten vollelektrischen BMW, dem Modell i3 - dem laut BMW in seinem Segment meistverkauften Elektroauto der Welt - eingeflossen

Im Herbst 2017 wird BMW zehn elektrifizierte Modelle im Angebot haben: neun elektrifizierte Autos und den vollelektrischen C evolution. Das Ziel ist, bis Jahresende 100.000 elektrifizierte Fahrzeuge auszuliefern, womit dann bereits über 200.000 E-Autos und Plug-In Hybride der BMW Group auf den Straßen unterwegs wären.

"Wenn wir weiterhin zukunftsfähig bleiben wollen, müssen wir hier und jetzt handeln", sagt Krüger weiter. Eine wichtige Rolle spielt in den Überlegungen das Luxus-Segment der X7 und der 8er BMW: Mit dem Concept X7 zeigt das Unternehmen, wie
ein großes Sports Activity Vehicle und ein Elektroantrieb harmonieren. Bald soll es Elektroantriebe in allen Marken und Modellreihen der Gruppe geben - also auch bei Rolls-Royce und der leistungsstarken BMW M Klasse. Krüger: "Derzeit bereiten wir alle Werke der BMW Group auf Elektromobilität vor. In Zukunft werden wir in der Lage sein, jedes Modell mit jedem beliebigen Antrieb auszustatten."

Führend im Premiumsegment

Der Wandel in der Automobilindustrie ist auch für Fröhlich offenkundig. Etablierte Wettbewerber wandeln sich, neue Wettbewerber wollen sich Marktanteile sichern; Elektrifizierung und Digitalisierung sind die beiden großen ‚Game
Changer‘, der Eintritt digitaler Akteure eine neue Art des Wettbewerbs. "Die neuen Konkurrenten fokussieren sich ausschließlich auf Zukunftstechnologien und arbeiten mit den Daten ihrer Kunden. Wir haben deshalb Kompetenzen aufgebaut, Prozesse angepasst und intelligentes Partnering betrieben. Wir haben auf Angriff umgeschaltet, denn wir wollen unsere Führung in der Premiummobilität behaupten", sagt der BMW-Entwicklungschef.

Aber auch an schmälere Geldtaschen denkt die BMW Group Der erste rein elektrische MINI soll 2019 auf den Markt kommen, ein Jahr später dann der rein elektrische X3, der dann wie alle vollelektrischen Autos des Hauses den Zusatz "i" tragen wird, also X3i. Auf der IAA in Frankfurt wird BMW außerdem einen vollelektrischen Viertürer, der zwischen dem i3 und dem i8 angesiedelt ist, vorstellen.

Über die Reichweite sollen sich Käufer von E-Autos bald auch keine Gedanken mehr machen müssen: Reine Batteriefahrzeuge sollen volle Alltagstauglichkeit mit bis zu 700 km Reichweite haben. Die Plug-in Hybride werden als sogenannte ‚Power PHEV‘ bis zu 100 Kilometer vollelektrischen Betrieb ermöglichen. Um das zu erreichen investiert BMW unter anderem aktuell 200 Millionen Euro in ein neues Forschungszentrum für Batterietechnologie

Auto & Mobilität

Taxi/Mietwagen-Novelle: Darum soll die Reform verhindert werden

Auto & Mobilität

Test Drive Hyundai Kona: Südsee-Träume auf Garantie

Auto & Mobilität

Nur zwei Prozent der Österreicher wollen ein Elektroauto kaufen

Anstecken, aufladen: Was wenn das alle gleichzeitig wollen?

Auto & Mobilität

An die Ladesäule: Energiebranche bereitet sich auf E-Auto-Boom vor