Elektro-Mobilität: Für das Klima unschlagbar gut

Elektro-Mobilität: Für das Klima unschlagbar gut

Elektroautos: In jedem Fall die umweltfreundlichere Alternative

In seiner neusten Auto-Umweltliste nimmt der deutsche Mobilitäts-Club VCD Elektro-Autos unter die Lupe und überprüft: Wie umweltfreundlich sind E-Autos im Vergleich zu Benzin- und Diesel-Pkw? Für wen eignen sie sich? Welche E-Autos sind bereits heute alltagstauglich und effizient?

Seit 1989 nehmen die Experten des deutschen Mobilitäts-Clubs VCD aktuelle Pkw-Modelle unter die Lupe. Die zentrale Frage dabei ist stets: "Welches Auto ist am umweltverträglichsten?" Bewertet werden neben Spritverbrauch und CO2 -Emission/km auch Lärmemission sowie Menge und Art des Schadstoffausstoßes.

Es ist noch kein Jahr her, da hatte der VCD keinen Zweifel an der Sauberkeit modernster Diesel. Doch nun hat der Club eine neue Umweltliste vorgelegt, auf der nur noch Elektroautos zu finden sind. Vom Diesel und reinen Benzinern will man Club darin nicht mehr viel wissen. "Jedes Auto mit Verbrennungsmotor, das heute neu auf die Straßen kommt, stößt noch die nächsten 15 Jahre klimaschädliches Kohlendioxid aus", sagte der verkehrspolitische Sprecher Michael Müller-Görnert. "Darum muss der Ausstieg bei Benzin und Diesel jetzt erfolgen."

Inzwischen wächst für Käufer das Angebot. Statt "Der große Fortschritt bei den alternativen Antrieben lässt leider weiter auf sich warten" wie noch im Vorjahr heißt es nun: "Die E-Mobilität nimmt Fahrt auf: Die Zulassunsgzahlen steigen, immer mehr Hersteller kündigen neue Modelle an, auch der Ausbau der Ladesäulen kommt voran."

EV statt SUV

EV - Electric Vehicle - statt SUV heißt nun die Devise. Und der Club postuliert das Ende der großen, schweren SUVs, die aktuell die Bestseller im Portfolio praktisch aller Hersteller sind: "E-Autos müssen energieeffizient sein, denn auch Ökostrom wächst nicht auf Bäumen. Große, schwere E-SUVs mit riesigen Batterien sind Energiefresser, die Produktion der Batterie und der Karosserie verschlechtert die Umweltbilanz", merkt der Club an.

Elektroautos: Der Klimavorteil ist von der Nutzung abhängig. Wird nur auf der Autobahn gefahren stellt sich der Vorteil am spätesten ein.

Elektroautos: Der Klimavorteil ist von der Nutzung abhängig. Wird nur auf der Autobahn gefahren stellt sich der Vorteil am spätesten ein.

Eine noch bessere Alternative: zu Fuß gehen oder das Fahrrad nehmen. "Wenn die Bedingungen stimmen, bewegen wir uns künftig öfter zu Fuß, mit dem Rad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln, ergänzt durch E-Autos, eingebettet in Carsharing- und digitale Mitfahrangebote", erklärt der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Michael Müller-Görnert.

Auf der nun vorgelegten neuen Umweltliste des VCD finden sich 19 Elektroauto-Modelle. Drunter der VW eGolf und der BMW i3 als einzige deutsche Autos.

Statt dem Stadtauto

Als besonders effizient werden E-Autos in der Stadt bewertet. Bei Stop-and-go Verkehr lädt zurückgewonnene Bremsenergie die Batterie nach, kleine Akkus reichen aus. Allerdings hat das Auto in den Städten generell starke Konkurrenz: Fahrräder und der öffentliche Verkehr liegen in der Ökobilanz unschlagbar weit vorne. Geeignet sind E-Autos daher vor allem für Lieferdienste, Taxis oder Carsharing-Unternehmen.

Privat rechnet sich das E-Auto vor allem für Pendler mit täglichen Strecken zwischen 50 und 70 km. Bei der Reichweite gilt als Faustregel: Entfernung für Hin- und Rückfahrt plus ein Drittel Reserve für Fahrten im Winter reichen aus. Eine Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz spart Geld.

Klimabilanz mit oder ohne Haken

Wer die Klimabilanz von E-Autos mit der von Benzinern und Dieseln fair vergleichen will, muss den gesamten Lebenszyklus des Autos betrachten. Einerseits die Emissionen der Batterie- und Stromproduktion, andererseits die Ölförderung sowie die Herstellung in der Raffinerie und die anschließende Verbrennung von Kraftstoffen. Alles mit hohen CO2 -Emissionen sowie teils erheblichen ökologischen und sozialen Auswirkungen in den Fördergebieten, beziehungsweise Produktionsstätten verbunden.

Fakt ist: Batterieelektrische Autos stoßen weder CO2 noch Schadstoffe aus, Elektromotoren arbeten außerdem deutlich effizienter als Verbrenner und benötigen weniger Energie. Dennoch fahren E-Autos nicht emissionsfrei. Die Batterieproduktion benötigt große Mengen Energie und Rohstoffe, wie Kobalt aus dem Kongo oder Lithium aus Bolivien. Daher starten E-Autos ihren Lebenszyklus mit einem ökologischen Rucksack. Zudem entstehen Emissionen bei der Produktion des Ladestroms.

Aber ist ein Elektroauto jetzt auch umweltschonender? Das Institut für Umwelt und Energie in Heidelberg (ifeu) hat die Klimabilanz eines idealtypischen Elektroautos der Kompaktklasse mit seinem Benzin- und Dieselpendant bei gleicher Motorisierung und Ausstattung verglichen. Das zentrale Ergebnis dabei: In allen Fällen ist das Elektroauto auf den gesamten Lebenszyklus gerechnet klimaschonender unterwegs als ein Verbrenner. Wird ein E-Auto mit Solarstrom aus der heimischen Photovoltaik-Anlage betankt, ist der Klimavorteil noch erheblich größer.



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