E-Tankstellen: Konkurrenten verbünden und vernetzen sich

E-Tankstellen: Konkurrenten verbünden und vernetzen sich

Eine Kooperation von Smatrics und BEÖ macht das Tanken von Strom einfacher.

Stromtanken wird einfacher: Die Ladestationen-Betreiber Smatrics und BEÖ kooperieren jetzt und ermöglichen Kunden die Abrechnung mit einer Karte.

Lange Zeit waren sich die zwei großen Elektrotankstellen-Anbieter Smatrics und BEÖ nicht ganz grün. 2017 veränderte sich das Kräfteverhältnis des Null-Emissons-Tankstellen-Business stark. Der Strom-Tankstellenverbund BEÖ ermöglicht es seinen Kunden seither, mit einer App und einer Tankkarte bei allen elf Partnern zu tanken. Hinter dem E-Tankstellenbetreiber-Verbund stehen die regionalen Energieversorger Energie AG Oberösterreich, EVN (Niederösterreich, Energie Steiermark, Energie Burgenland, Energie Graz, Innsbrucker Kommunalbetriebe, Kelag, Linz AG, Salzburg AG, Vorarlberger Kraftwerke und Wien Energie).

Daneben hatte Smatrics ein österreichweites Netz von Elektrotankstellen aufgebaut. Vielfach bestückt mit 50 kW-Tankstellen vor allem entlang den Autobahnen. Eine gemeinsame Tankkarte, die es Elektroauto-Besitzern ermöglichen sollte, die Ladestationen von BEÖ und von Smatrics zu nutzen, scheiterte bislang.

Aus zwei mach eins

Nun hat sich das Blatt jedoch gewendet. Die Anbieter werden künftig kooperieren und so den E-Auto-Fahrern das Leben einfacher machen. Elektroautofahrern stehen nun mit einer Karte in Österreich 3.500 öffentliche Ladepunkte zur Auswahl. Bezahlt wird die Zeit, in der das E-Fahrzeug mit dem Ladepunkt verbunden ist.

„Die Zusammenarbeit zwischen Smatrics und BEÖ macht das Laden in ganz Österreich einfacher und komfortabler. Jeder Smatrics-Kunde hat künftig mit seiner Karte vollen Zugang zu den Ladestationen der BEÖ Mitglieder und umgekehrt“, sagt Smatrics-Chef Michael Fischer. Noch vor zwei Jahren erklärte er, bei BEÖ hätte ihn niemand wegen einer Kooperation gefragt. Das hat sich offenbar geändert.

Im BEÖ-Ladenetz gibt es aktuell rund 3.000 öffentliche Ladestationen, die mit Strom aus erneuerbarer Energie gespeist werden. Smatrics bietet 450 Ladepunkte, davon sind rund 250 High-Speed, also mit 50 kW/h Leistung. Der Strom dafür kommt zu 100 Prozent aus Wasserkraft. Das Ladenetz soll weiter ausgebaut werden. „Das BEÖ-Netz wird in den nächsten Monaten mit weiteren Partnern auch international wachsen“, erklärt BEÖ-Vorsitzende Ute Teufelberger.

Der Ausbau des öffentlichen Ladestationen-Netzes ist frü Teufelberger aber nur eine Seite. Im trend-Interview (Ausgabe 20+21/2019) erklärt sie: "Wir brauchen daher ganz dringend rechtliche Erleichterungen für die Errichtung von Ladestationen im privaten Wohnbau. Um das Ziel des Ausbaus der E-Mobilität zu erreichen, müssten wir allein in Wien bis zum Jahr 2030 jeden Tag 60 Wallboxen installieren - österreichweit sind es 180 -, also Ladestationen in Wohnhäusern." Derzeit müssten noch 100 Prozent aller Mieter zustimmen, wenn nur auf einem Parkplatz vor dem Haus eine Ladestation errichtet werden soll. "So wird das nichts", kritisiert sie. Hinzu käme, dass auch Wohnbaugenossenschaften bei der Installation von Ladestellen zögern, weil sie den bürokratischen und rechtlichen Aufwand scheuen.

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