E-Mobility: Die Batteriepläne der deutschen Autoindustrie

E-Mobility: Die Batteriepläne der deutschen Autoindustrie

Von null auf hundert: Am Weg in das Zeitalter der Elektromobilität gilt es, die Batterieversorgung zu sichern. Die Pläne der deutschen Autohersteller und für eine deutsche Forschungsfabrik.

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier hofft auf eine Renaissance der Batterieproduktion in Deutschland. "Es besteht die Perspektive, dass in wenigen Jahren die Produktion von Batteriezellen, die wir in Deutschland und Europa schon seit langer Zeit verloren glaubten, zurückkehrt", meint er. Für Altmaier eine "industriepolitische Entscheidung ersten Ranges". In Münster soll daher auch eine vom deutschen Staat finanzierte Batterieforschungsfabrik entstehen.

Mit einem dreistelligen Millionenbetrag will sich Deutschland auch an der Batteriefabrik von Opel/PSA beteligen, die in Kaiserslautern gebaut werden soll. Ab 2024 Batteriezellen für Elektroautos produzieren. Rund zwei Milliarden Euro sollen in Deutschlands größte Batteriezellproduktion für Elektrofahrzeuge investiert werden, an die 2.000 Arbeitsplätze sollen dadurch entstehen. Deutschland will sich an dem mit einem dreistelligen Millionenbetrag beteiligen.

"Hier entsteht ein Jahrhundertprojekt", sagte Opel-Geschäftsführer Michael Lohscheller. Ab 2023 sollen drei Blöcke mit einer Kapazität von je acht Gigawattstunden schrittweise aufgebaut werden. Lohscheller zufolge könnten damit rund eine halbe Million Autos jährlich mit Batteriezellen "Made in Kaiserslautern" versorgt werden.

Volkswagen, BMW und Daimler

Auch der Volkswagen-Konzern ist entschlossen, sich selbst mit Batteriezellen zu versorgen. Am geplanten Standort in Salzgitter, den VW zusammen mit seinem schwedischen Partner Northvolt aufbaut, ist der Produktionsanlauf für 2024 geplant. Ursprünglich sollte die Fabrik über eine Kapazität von 16 Gigawattstunden verfügen. VW stockte nun aber auf und plant wie Opel mit 24 Gigawattstunden. Bis zum Jahreswechsel 2023/24 wird in Salzgitter mehr als eine Milliarde Euro investiert, mittelfristig sollen über 1.000 Jobs entstehen. Zur Eröffnung einer ersten Kleinserien-Linie im Herbst hieß es, langfristig peile man konzernweit eine Batteriekapazität von 150 Gigawattstunden an

BMW verfolgt eine andere Strategie: Der Autokonzern will zwar die Batterien für seine Elektroautos selbst bauen, nicht aber deren Herzstücke, die Zellen. Die kommen vom chinesischen Hersteller CATL, der dafür in Thüringen ein Werk baut, sowie von Samsung SDI aus Südkorea. Bis 2031 hat BMW bei CATL Batteriezellen für 7,3 Milliarden Euro und bei Samsung SDI für 2,9 Milliarden Euro bestellt. Die Rohstoffe Lithium und Kobalt kauft BMW ebenfalls selbst - und liefert sie dann den Zulieferern zu.

Daimler wird ebenfalls Zellen einkaufen, um daraus dann in eigenen, auf verschiedene Kontinente verteilten Fabriken die kompletten Batterien zu bauen. Für mehr als 20 Milliarden Euro hat der Konzern bei verschiedenen Lieferanten bestellt, um den Nachschub bis 2030 zu sichern. Daimler gibt vor, was die Zellen können sollen, und baut sie dann in seine Batterien ein. Aus einer eigenen Zellproduktion war der Autobauer Ende 2015 aus Kostengründen wieder ausgestiegen. In Forschung und Entwicklung ist Daimler, genau wie BMW, aber weiter selbst vertreten, um mit Lieferanten auf Augenhöhe bleiben zu können.

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